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BILDUNG: Unzufrieden mit den Noten: Lehrlinge zogen vor Gericht

Zwei Luzerner Lehrlinge haben versucht, vor dem Kantonsgericht eine bessere Note für eine Zwischenprüfung zu erstreiten. Ohne Erfolg: Sie bleiben auf Gerichtskosten von je 1500 Franken sitzen.
Das Luzerner Kantonsgericht muss 2019 rund 700 000 Franken einsparen. (Bild: Pius Amrein (19. Juni 2017))

Das Luzerner Kantonsgericht muss 2019 rund 700 000 Franken einsparen. (Bild: Pius Amrein (19. Juni 2017))

Lena Berger

lena.berger@luzernerzeitung.ch

An sich war es eine frohe Nachricht: Im Juni 2016 teilte die Kantonale Kommission für Qualifikationsverfahren zwei Lehrlingen mit, dass sie eine Teilprüfung ihrer Ausbildung erfolgreich bestanden hatten. Wenn auch nicht mit einer Note, die es für eine Ehrenmeldung braucht.

Hauptsache bestanden, könnte man denken. Die beiden Lehrlinge jedoch, gaben sich mit dem Entscheid nicht zufrieden. Sie stiessen einen Prozess an, der sich nun insgesamt über gut 18 Monate hinzog. Die Note der Zwischenprüfung setzte sich aus drei Teilnoten zusammen. Gegen eine davon erhoben die Lehrlinge zunächst Einsprache bei der zuständigen Prüfungskommission. Sie machten organisatorische Mängel geltend und verlangten eine neue ­Beurteilung ihrer Leistung. Als dies abgelehnt wurde, wandten sie sich ans kantonale Bildungsdepartement, welches auf die Beschwerde aber gar nicht erst eintrat. Letztlich landete der Fall vor dem Kantonsgericht.

Der Rechtsweg könnte missbraucht werden

Die rechtlich entscheidende Frage in diesem Fall ist, ob die Einzelnoten einer Zwischenprüfung überhaupt anfechtbar sind. Wie das Kantonsgericht in seinem 12-seitigen Urteil darlegt, ist das nur in Ausnahmefällen möglich. Dann nämlich, wenn zum Beispiel die Höhe der Note für das berufliche Weiterkommen entscheidend ist. Vorliegend war es allerdings so, dass sich die Teilnote der Zwischenprüfung gerade mal im Umfang von 5 Prozent auf die Gesamtnote auswirkt. Sprich: Für den Erhalt des Fähigkeitsausweises ist sie praktisch irrelevant.

Die einzelnen Noten können nur dann überprüft werden, wenn das Gesamtergebnis negativ ist: wenn also der Erhalt des Fähigkeitszeugnisses auf dem Spiel stünde. Dies kann vorliegend nicht der Fall sein, weil die beiden die Prüfung erstens bestanden haben und zweitens die Abschlussprüfungen noch gar nicht erfolgt sind.

Im Kanton Luzern wird bei einer Gesamtnote von 5,4 eine Ehrenmeldung erteilt. Dass eine solche aufgrund der Note der Zwischenprüfung nun unwahrscheinlich geworden ist, finden die Richter aber nicht relevant. Der Grund: dabei handelt es sich nicht um ein offizielles eidgenössisches Prädikat. Das Richtergremium liess es sich nicht nehmen, im Urteil davor zu warnen, dass andernfalls die Gefahr bestünde, dass der Rechtsmittelweg zur Durchsetzung besserer Noten missbraucht werde. Die beiden Lehrlinge müssen nun je Gerichtskosten von 1500 Franken tragen. Zudem müssen sie ihre Rechtsanwältin selber bezahlen.

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