BILDUNG: Wettbewerb für Sekundarschüler steht vor ungewisser Zukunft

Seit 10 Jahren können Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe ihre Abschlussarbeit beim Wettbewerb «Projekt 9» einreichen. Die diesjährige Ausgabe wird allerdings das Ende des bisherigen Formats markieren.

Ismail Osman
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Erneut hat es mit einem Informatikprojekt des Bundes Probleme gegeben. Das Projekt wurde allerdings frühzeitig gestoppt, wie aus einem Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle hervorgeht (Symbolbild) (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Erneut hat es mit einem Informatikprojekt des Bundes Probleme gegeben. Das Projekt wurde allerdings frühzeitig gestoppt, wie aus einem Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle hervorgeht (Symbolbild) (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Das Ziel von «Projekt 9» ist klar: Projekt- und Abschlussarbeiten von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe eine Plattform bieten. Im Gegensatz zu den Maturaarbeiten erhalten die Arbeiten von Sekundarschülern im Abschlussjahr nämlich kaum die Beachtung, die ihnen gebührt. Um dem entgegenzuwirken, lancierte das Zentrum Impulse für Projektunterricht und Projektmanagement (Zipp) der Pädagogischen Hochschule Luzern 2009 den Wettbewerb «Projekt 9» (siehe Kasten). Dieser steht allen Neuntklässlern der Deutschschweiz offen.

Dass der Wettbewerb heuer zum zehnten Mal ausgetragen werden kann, ist alles andere als selbstverständlich: «Einer der Hauptsponsoren ist trotz münd­licher Zusage kurzfristig ausgestiegen», sagt Wettbewerbsleiter Erich Lipp. Beim abgesprungenen Sponsor handelt es sich um den Verein Jugend und Wirtschaft.

Crowdfunding blieb erfolglos

In der Folge startete Lipp vergangenen Februar kurzfristig eine Crowdfunding-Kampagne. Das erhoffte Finanzierungsziel von 20 000 Franken (mit einer Finanzierungsschwelle von 8000 Franken) blieb bisher jedoch deutlich unerreicht. «Wir wollten es versuchen, machten uns aber auch nichts vor», sagt Lipp. «Es ist nun mal eine traurige Tatsache, dass die Gelder auch bei der Bildung immer knapper werden.»

Dass dieses Jahr dennoch ein Wettbewerb stattfinden kann, sei mehreren privaten Gönnern zu verdanken, die kurzfristig einspringen, sagt Lipp. «Fest steht aber auch, dass die diesjährige Ausgabe definitiv die letzte in dieser Form sein wird.» Derzeit arbeite man an einem Nachfolgeprojekt. Dessen Form ist zwar noch nicht abschliessend definiert, der Wettbewerb wird aber in einem wesentlich kleineren Rahmen stattfinden als heute. Ein Finale im heutigen Stil mit 10 Finalisten, die ihre Arbeiten vor einer Jury und einem vollen Hörsaal im Uni/PH-Gebäude in Luzern präsentieren, ist nächstes Jahr eher unwahrscheinlich. Von der Wettbewerbsidee ist Erich Lipp jedoch weiterhin voll überzeugt: «Es ist eine tolle Sache. In den letzten Jahren hat sich die Qualität der Eingaben kontinuierlich gesteigert. Das zeigt, dass auch die Schulen den Wert des Wettbewerbs anerkennen.»

Vereinsgründung ist möglich

Lipps Wunsch und Ziel sei es denn auch, dass das Nachfolgeprojekt bereits im nächsten Jahr startklar ist. «Möglich wäre, dass neu eine Internetplattform im Zentrum des Projektes steht», erklärt Lipp. «Der Wettbewerb könnte auch von den Jugendlichen wesentlich mitgestaltet werden.» Man fasse zudem ins Auge, einen Verein zu gründen – dies insbesondere mit Blick auf die künftige Akquirierung von Mitteln. «Die Nähe des Projekts zur Pädagogischen Hochschule ist diesbezüglich nicht unbedingt hilfreich», weiss Lipp. Viele sähen den Wettbewerb als reines PH-Projekt und die Verantwortung für die Finanzierung entsprechend bei der Hochschule. «Die PH unterstützt uns im Rahmen ihrer Möglichkeiten natürlich auch», hält Lipp fest. «Die Vereinsgründung würde uns aber eine wesentlich breitere Trägerschaft ermöglichen.»

Anmeldefrist läuft

Rund 100 Arbeiten werden beim Wettbewerb «Projekt 9» jährlich eingereicht. Zehn Finalisten dürfen ihre Arbeit (fünf individuelle Arbeiten und fünf Gruppenarbeiten) vor einer Fachjury präsentieren. Die Gewinner erhalten Preise im Wert von bis zu 600 Franken. Anmeldeschluss für die diesjährige Austragung ist der 31. Mai. Das Finale findet am 28. Juni in Luzern statt. Infos zu «Projekt 9» und dem Crowdfunding: www.phlu.ch/wettbewerb-projekt-9 und www.lokalhelden.ch/wettbewerb-projekt9. (io)

Ismail Osman

ismail.osman@luzernerzeitung.ch