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BILDUNG: Wyss macht Zugeständnisse vor Lehrern

Am gestrigen Lehrerinnen- und Lehrertag in Sursee musste sich Bildungsdirektor Reto Wyss einmal mehr saftige Kritik anhören. Den 500 anwesenden Lehrpersonen versprach er bessere Löhne.
Niels Jost
Annemarie Bürkli forderte von Bildungsdirektor Reto Wyss mehr Wertschätzung. (Bild: Pius Amrein (Sursee, 22. November 2017))

Annemarie Bürkli forderte von Bildungsdirektor Reto Wyss mehr Wertschätzung. (Bild: Pius Amrein (Sursee, 22. November 2017))

Ungeachtet des sonnigen Wetters verkündeten gestern Nachmittag die Vertreter des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (LLV) düstere Aussichten. Nicht im meteorologischen Sinne, dafür im bildungspolitischen: längere Arbeitszeiten, weniger Geld für Dienstaltersgeschenke und fehlende Wertschätzung. Dies werde auch künftig zum Alltag der Lehrpersonen im Kanton Luzern gehören. So umschrieb LLV-Präsidentin Annemarie Bürkli die getrübte Stimmung innerhalb der Luzerner Lehrerschaft in ihrer Begrüssung zum diesjährigen Lehrerinnen- und Lehrertag in der Stadthalle Sursee. «Ich bräuchte viel mehr Zeit, um weitere Beispiele zu nennen», sagte Bürkli, «diese Zeit habe ich aber nicht – denn bekanntlich findet der Lehrerinnen- und Lehrertag nur noch an einem halben Tag statt», spitzte sie ihre Aussage zu. Bürkli spielte damit auf die bürgerlichen Kantonsparlamentarier an, welche vor einem Jahr kritisiert hatten, der Anlass werde jeweils auch am Mittwochmorgen, also während der Unterrichtszeit, durchgeführt. Daraufhin entschied der Verband, die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung nur noch am schulfreien Nachmittag durchzuführen.

Das wirkt sich nun unübersehbar auf die Teilnehmerzahl aus: Strömten 2015 noch rund 900 Lehrpersonen aus dem ganzen Kanton nach Sursee, waren es gestern etwa 500. Das änderte allerdings nichts an den pointierten Äusserungen, mit welchen sich der anwesende Bildungs­direktor Reto Wyss konfrontiert sah. «Wir fordern, dass die 2017 eingeführte, zusätzliche Lektion auf der Primarstufe wieder rückgängig gemacht wird», sagte Bürkli in gewerkschaftlicher Manier. Reto Wyss gestand: «Die Arbeitsbedingungen haben sich durch die zusätzliche Lektion tatsächlich verschlechtert. Deren Nutzen werden wir in drei Jahren überprüfen», versprach der CVP-Regierungsrat.

Kürzungen werden mit mehr Lohn nicht wettgemacht

Weitere Zugeständnisse machte Wyss auch bezüglich der Lohnentwicklung im Bildungsbereich. Zwar wurde dafür im aktuellen Aufgaben- und Finanzplan 2018–2021 mehr Geld reserviert. «Ich gestehe aber, dass dies nicht im gewünschten Rahmen geschieht», sagte Wyss. «Die Besoldung soll sich in Zukunft ­besser entwickeln.» Laut Annemarie Bürkli ist dies ein Schritt in die richtige Richtung – «auch wenn die Kürzungen im Bil­dungsbereich der letzten ­Jahre damit nicht gänzlich aufgeholt werden können», fügte sie an.

Den Lehrerinnen- und Lehrertag nutzt der LLV traditionsgemäss auch dazu, um der Regierung konkrete Forderungen zu überreichen. Der Verband forderte am Mittwoch:

- bessere Mitsprachekultur,
- verlässliche Rahmenbedingungen und die Reduktion der Unterrichtsverpflichtung auf den Stand von 2016/17,
- genügend Ressourcen für die Umsetzung des Lehrplans 21 und
- eine starke Sekundarschule auch nach Umsetzung des LP 21.

- Zusätzlich zum Gespräch von Bürkli und Wyss gab es drei kurze Podiumsdiskussionen. Unter anderem votierte je ein Vertreter der Kantonsratsfraktionen über die Sparpläne in der Bildung. Wie im Kantonsratssaal in Luzern waren auch gestern in der Stadthalle Sursee die Fronten verhärtet. Applaus schenkten die anwesenden Lehrpersonen der Idee von Willi Knecht (Geiss). Der SVP-Kantonsrat plädierte dafür, die alle sechs Jahre stattfindende externe Evaluation der Schulen abzuschaffen (Ausgabe vom 25. Oktober). Beifall erntete auch SP-Politikerin Helene Meyer-Jenni (Kriens): «Die Probleme im Bildungsbereich sind hausgemacht wegen der gescheiterten Steuerpolitik. Wir generieren schlicht zu wenig Steuereinnahmen.» Das Schlusswort hatte Beat Zemp, Zentralpräsident des Schweizer Lehrerinnen- und Lehrerverbandes. Sein Fazit, unmissverständlich auch in Richtung Bildungsdirektor Reto Wyss: «Ich wünsche mehr Faszination und weniger Frustration für unseren Beruf.»

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

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