BILDUNG: Zahl der Studenten an der Uni Luzern steigt

Die Universität Luzern hat 2013 erneut mehr Studenten gezählt. Im Herbst waren 2874 Studenten und Doktoranden eingeschrieben, 82 mehr als im Vorjahr. Die Einnahmen aus Drittmitteln sanken um 0,3 auf 6,9 Millionen Franken.

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Studenten an einer Vorlesung im Hörsaal 1 an der Uni Luzern. (Bild: Archiv Pius Amrein / neue LZ)

Studenten an einer Vorlesung im Hörsaal 1 an der Uni Luzern. (Bild: Archiv Pius Amrein / neue LZ)

Mehr Studenten zählten die Kultur- und Sozialwissenschaften (Total: 1215/+68) sowie die Theologische Fakultät (214/+19). Einen Zuwachs gab es auch bei den Doktoraten (298/+22) und Nachdiplomen (151/+5). Hingegen ging bei der grössten Fakultät Jus die Zahl der Studenten leicht zurück (1215/-30), wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht der Uni hervorgeht.

46,8 Prozent aller Studierenden stammten aus der Zentralschweiz, 5,3 Prozent aus dem Ausland. Der Frauenanteil lag insgesamt bei 57,4 Prozent.

Die Uni-Rechnung schliesst mit einem Plus von 1,1 Millionen Franken ab. Budgetiert war ein Defizit von rund 660'000 Franken. Der Aufwand stieg von 55,98 auf 57,12 Millionen Franken.

Rückstellung aufgelöst

Grund für das bessere Ergebnis waren höherer Einnahmen. Neben dem Betriebsgewinn von 0,29 Millionen Franken flossen einmalig nicht benötigte Rückstellungen für die Sanierung der Pensionskasse in der Höhe von 0,79 Millionen Franken in die Kasse.

Der Überschuss beruhe auf einmaligen Sonderfaktoren, die finanzielle Situation der Universität bleibe angespannt, schreibt Rektor Paul Richli im Jahresbericht. Es würden daher nur Spielräume für weiteres Sparen statt für weitere Initiativen bestehen.

Die Einnahmen von 57,2 Millionen Franken setzen sich grösstenteils aus Beiträgen des Kantons Luzern, der Herkunftskantone der Studenten, des Bundes sowie Studiengebühren zusammen. Drittmittel machen rund 12 Prozent aus.

Weniger Einnahmen aus Drittmitteln

Insgesamt konnte die Uni 2013 weniger Drittmittel auftreiben als im Vorjahr. Infolge hoher Antragszahlen an den Schweizerischen Nationalfonds und der Neustrukturierung vieler Stiftungen habe sich der Wettbewerb bei den Bewerbungsverfahren erheblich verschärft, heisst es im Jahresbericht.

Aus dem Nationalfonds flossen Forschungsgelder von 4,0 Millionen Franken zu, 0,36 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Bei Stiftungen, Vereinen und Privaten gingen die Einnahmen von 2,0 auf 1,5 Millionen Franken zurück.

Appell an die Wirtschaft

Mit Blick auf den Aufbau der geplanten Wirtschaftsfakultät aus Drittmitteln appelliert der Luzerner Bildungsdirektor und Präsident des Universitätsrats, Reto Wyss, an Spender. Der Staat habe mit dem revidierten Universitätsgesetz «A» gesagt. Er sei überzeugt, dass Wirtschaft und Private nun «B» sagen und die Wirtschaftsfakultät finanziell unterstützen würden.

Gegen das neue Universitätsgesetz, das unter anderem Wirtschaftswissenschaft als vierte Fakultät an der Uni Luzern vorsieht, reichte vergangene Woche die SP des Kantons Luzern das Referendum ein.

Die SP kritisiert vor allem die geplante Finanzierung der neuen Fakultät durch private Gelder und mangelnde Transparenz bei der Offenlegung der Drittmittel. Dies gefährde die Unabhängigkeit der Uni, argumentiert die Partei.

Es sei unüblich, wenn der Staat eine Fakultät beschliesse und bei der Finanzierung des Aufbaus auf Drittmittel setze, räumt Bildungsdirektor Reto Wyss im Jahresbericht ein. Unüblich sei aber nicht unmöglich, schreibt er. Und das Unübliche sei ihm lieber als bei der Uni ein «Betriebsunterbruch in der Entwicklung aus finanziellen Gründen». (sda)

Hinweis: Der ausführliche Jahresbericht der Uni Luzern »