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BILDUNG: Zweisprachige Schulen «out»?

Die International School of Zug and Luzern schliesst den Standort Horw wegen sinkender Schüler- zahlen. Andere haben hingegen Ausbaupläne.
Ende Juni 2016 schliesst die International School of Zug and Luzern den Standort in der Villa Krämerstein in Horw – nach zehn Jahren. (Bild Philipp Schmidli)

Ende Juni 2016 schliesst die International School of Zug and Luzern den Standort in der Villa Krämerstein in Horw – nach zehn Jahren. (Bild Philipp Schmidli)

Simon Bordier

International School of Zug and Luzern (ISZL) heisst die mit 1280 Schülern mit Abstand grösste internationale Schule der Zentralschweiz. Und diesen Namen will die Schule beibehalten, obwohl der einzige Luzerner Campus – die Villa Krämerstein im Horwer Ortsteil Kastanienbaum – per Ende Juni 2016 wegen sinkender Schülerzahlen geschlossen wird (Ausgabe vom 13. Juni).

«Wir ziehen uns nicht einfach aus Luzern zurück, sondern werden die in Luzern wohnhaften internationalen Schüler künftig per Bus an unsere Standorte im Kanton Zug befördern», sagt Laura Schoepfer, Kommunikationsverantwortliche der ISZL. Der längere Schulweg dürfte für die 60 bis 70 Schüler keine gänzlich neue Erfahrung sein. Schliesslich sind die meisten von ihnen Kinder von Expats, also von hoch qualifizierten Fachkräften, die für international tätige Unternehmen von einem Land ins andere ziehen. Damit die Kinder nicht mit ständig wechselnden Schulsystemen überfordert werden, werden sie teils in englischsprachige Schulen mit internationalem Lehrplan geschickt.

Zwei englischsprachige Schulen

In Luzern hat man die Wahl zwischen der ISZL und der Four-Forest Bilingual International School an der Maihofstrasse. Four-Forest richtet sich nicht primär an Expats. «Etwa die Hälfte unserer Schüler sind Kinder von Schweizer Eltern», erklärt Herbert Jurt, Verwaltungsratspräsident der Four-Forest-Schule. Der Unterricht erfolge in kleinen Klassen und nicht ausschliesslich auf Englisch, sondern zweisprachig auf Englisch und Deutsch.

220 Schüler besuchen die Four-Forest Schulen in Luzern und Zug, davon 130 jene in Luzern. Das Angebot soll weiter ausgebaut werden. «Ab 2016 werden wir auch eine zweisprachige Sekundarschule anbieten», sagt Herbert Jurt. Die Four-Forest-Schule überlegt sich nun, auf den Wegzug der ISZL zu reagieren: «Wir prüfen in Absprache mit der Wirtschaftsförderung Luzern, ob wir zusätzlich rein englischsprachige Schulklassen anbieten werden.»

Ein Ausbildungsplatz an der Schule kostet zwischen 15 000 und 21 000 Franken pro Kind und Jahr. Für diese Kosten müssen die Eltern aufkommen, teilweise werden sie jedoch vom Arbeitgeber der Eltern übernommen.

Nachfrage bei Montessori steigt

Nicht nur internationale Schulen sind bei ausländischen Fachkräften gefragt, sondern auch Privatschulen mit Deutsch als Unterrichtssprache. «Seit einem Jahr haben wir deutlich mehr Anfragen von Eltern, die vom Ausland nach Luzern ziehen», sagt Gaby Schwarz, die Leiterin der Montessori-Schule in Luzern. Speziell an der Schule sei, dass ab der ersten Primarklasse Englisch und Französisch unterrichtet werde. «In erster Linie stösst aber das reformpädagogische Konzept der Schule auf Interesse, das von den individuellen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler ausgeht», sagt Schwarz. Das ab 1907 von der italienischen Pädagogin Maria Montessori entwickelte Schulkonzept sei zudem vielen Eltern ein Begriff: «Montessori-Schulen gibt es auf der ganzen Welt.» Die Montessori-Schule in Luzern bietet Betreuungsplätze für Kinder ab 18 Monaten, einen Kindergarten, eine Primarschule und eine integrierte Sekundarschule (1. bis 3. Klasse werden gemeinsam unterrichtet) für 220 Schüler. Ein Ausbildungsplatz kostet je nach Schulstufe und Einkommen der Eltern zwischen 5200 und 20 000 Franken.

Der Campus der ISZL in der Villa Krämerstein in Horw zählte schon wenige Jahre nach Eröffnung 2006 mehr als 100 Primarschüler. «Doch in diesem Schuljahr besuchten bloss noch 80 Schüler den Unterricht, für das nächste Jahr haben sich gar nur 55 Schüler angemeldet», sagt Laura Schoepfer.

Mehr Expats-Kinder in Volksschulen

Den Rückgang führt sie auf mehrere Gründe zurück. «International tätige Unternehmen sind immer weniger bereit, die Kosten für die Ausbildung der Kinder von Mitarbeitern zu übernehmen», stellt Schoepfer fest. Dies bekomme die als gemeinnützige Stiftung geführte ISZL, wo ein Ausbildungsplatz pro Schuljahr und Kind zwischen 20 000 und 32 000 Franken kostet, zu spüren. Expats würden vermehrt Kita-Plätze und familienergänzende Strukturen an Volksschulen in Anspruch nehmen. Schoepfer beobachtet einen Mentalitätswandel: «Expats schicken vor allem ihre jüngeren Kinder vermehrt in die Volksschule, damit sie die hiesige Kultur kennen lernen.»

Hinzu kommt, dass auch an den Volksschulen ein internationaler Wind weht. Die Kantonsschule Alpenquai in Luzern bietet seit 2002 zweisprachige, englisch-deutsche Maturaklassen an. In diesem Schuljahr wurde auch an der Kantonsschule Willisau die bilinguale Matura eingeführt. Und seit 2007 wird an den Luzerner Primarschulen Frühenglisch ab der 3. Klasse unterrichtet.

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