Bildungsdirektor Wyss zum Lehrplan 21: «Die Vorbereitung hat sich gelohnt»

Regierungsrat Reto Wyss über die Erfahrung mit einem Jahr Lehrplan 21.

Interview: Martina Odermatt
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Regierungsrat Reto Wyss (Bild: Roger Grütter).

Regierungsrat Reto Wyss (Bild: Roger Grütter).

Vor gut einem Jahr wurden in den Primarschulen bei der 1. bis 5. Klasse der Lehrplan 21 eingeführt. Im kommenden Schuljahr werden die 6. Klasse und die Oberstufen folgen.

Reto Wyss, was ist Ihr Fazit nach einem Jahr Lehrplan 21?

Es ist noch zu früh, um ein Fazit zu ziehen. Die Lehrpersonen haben vier Jahre Zeit für die Einführung. Man kann jedoch sagen, dass wir den Lehrplan 21 weitestgehend problemlos umsetzen konnten. Wir haben viel Zeit in die Vorbereitungen investiert, das hat sich gelohnt.

Was meinen Sie mit weitestgehend?

Dank der guten Vorbereitung gemeinsam mit den Lehrpersonen gab es wenig Probleme bei der Einführung. Die Vorteile des gemeinsamen Lehrplans für die Deutschschweiz und die Kompetenzorientierung sind gut aufgenommen worden. Einige Schulen kämpften etwas mit dem Platz für den Schwimmunterricht, es gab nicht ausreichend Hallenbäder. Auch für das Fach Medien und Informatik standen nicht überall ausreichende Infrastrukturen zur Verfügung. Doch wir sind dran, Lösungen zu erarbeiten.

Es wurde der Vorwurf laut, nur noch kopflastige Fächer würden gefördert...

Das ist falsch. Sowohl in der alten Stundentafel als auch in der neuen werden beispielsweise von der 1. bis zur 6. Klasse wöchentlich sechs Stunden Gestalten und Musik unterrichtet. Wir müssen uns den sich verändernden Anforderungen anpassen und den Schülern vermitteln, was Gesellschaft und Wirtschaft brauchen.

Was muss man für die Einführung dieses Jahr verbessern?

Nichts. Die Einführung letztes Jahr lief dank der guten Vorbereitung sehr gut