Billettsteuer in Ebikon: Gleich lange Spiesse – aber nur in der Region Luzern

Christian Glaus, Redaktor Ressort Stadt / Luzern, zur Erhebung von Billettsteuern in Ebikon.

Drucken
Teilen
Redaktor Christian Glaus von der Neuen Zuger Zeitung.
1. März 2013
(Neue ZZ/Werner Schelbert) (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ) (Neue Zuger Zeitung))

Redaktor Christian Glaus von der Neuen Zuger Zeitung. 1. März 2013 (Neue ZZ/Werner Schelbert) (Bild: Werner Schelbert (Neue ZZ) (Neue Zuger Zeitung))

Kommerzielle Veranstalter müssen künftig in Ebikon einen Teil ihrer Einnahmen abliefern. Das Stimmvolk hat deutlich Ja gesagt zum Reglement über die Billettsteuer – oder einer «Lex Mall», wie man dieses auch bezeichnen könnte. Denn die Steuer wird im Hinblick auf die Eröffnung der Mall of Switzerland mit einem Multiplexkino wieder aktuell. Bereits früher hat die Gemeinde bei Veranstaltern oder Kinobetreibern eine Billettsteuer erhoben. Nun schafft sie die rechtliche Grundlage dazu.

Die Billettsteuer ist ein willkommener finanzieller Zustupf für die Gemeinde. Dass sie diese Geldquelle anzapft, ist legitim. Immerhin sieht das kantonale Gesetz vor, dass die Gemeinden eine solche Steuer für kommerzielle Veranstalter erheben können. Auch gelten nun für alle Kinos in Stadt und Agglomeration Luzern die gleichen Bedingungen. Denn die Kinostandorte Luzern und Emmen verlangen bereits eine Billettsteuer.

Doch die Spiesse sind nur bei regionaler Betrachtung gleich lang. Die meisten Schweizer Städte und Kantone haben die Billettsteuer, die ihren Ursprung im 19. Jahrhundert hat, seit den 1980er-Jahren abgeschafft. Dies ist mit ein Grund, weshalb Luzern etwa von Veranstaltern von grossen Rockkonzerten gemieden wird. Die Billettsteuer bleibt daher unter Druck. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auf kantonaler Ebene eine Grundsatzdebatte entsteht.

Christian Glaus, Redaktor Ressort Stadt/Region Luzern

christian.glaus@luzernerzeitung.ch