Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Bis 2040 sollen nur noch Elektro-Busse in Luzern verkehren

Der Verkehrsverbund will sich laufend von Bussen mit Dieselantrieb verabschieden. Und auch die Stadt Luzern hat das Ziel, ihre Fahrzeugflotte zu «ökologisieren». Vollständig wird dies vorerst aber nicht möglich sein.
Stefan Dähler
Testfahrt eines Batterie-Trolleybusses in Luzern, hier im Bild die Langensandbrücke. (Bild: Boris Bürgisser, 14. März 2018)

Testfahrt eines Batterie-Trolleybusses in Luzern, hier im Bild die Langensandbrücke. (Bild: Boris Bürgisser, 14. März 2018)

Der Verkehrsverbund Luzern (VVL) erarbeitet derzeit eine E-Bus-Strategie. Diese sieht vor, dass bis etwa 2040 im Kanton Luzern nur noch mit erneuerbarer Energie betriebene Busse unterwegs sind. Das schreibt der Luzerner Stadtrat in seiner Antwort auf eine Interpellation der SP/Juso-Fraktion.

Veröffentlicht wird die Strategie erst in den nächsten Monaten, der Verbundrat müsse diese zuerst noch besprechen. Gemäss der stadträtlichen Stellungnahme wird der Trolleybus aber weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Es handle sich in vielen Fällen um «die effizienteste Art von Elektrobus, weil er eine bestehende Ladeinfrastruktur mitnutzen kann, durch die kontinuierliche Energieversorgung ein geringeres Batteriegewicht mitschleppen muss und der Ladevorgang fahrend geschieht», schreibt der Stadtrat. Sprich: Der Bus muss für's Laden nicht anhalten.

Trolleybus hat bessere Ökobilanz

Trolleybusse sind zwar aufgrund der Fahrleitungen, die einen Eingriff ins Stadtbild darstellen, umstritten. Die Ökobilanz sei aber besser als jene eines reinen Batteriebusses, da die Herstellung der Batterie die Umwelt stark belaste. Gemäss einer Studie im Auftrag des Bundesamts für Verkehr verursacht eine 600-Kilogramm-Batterie, wie sie beim Tesla Model S eingesetzt wird, einen CO2-Ausstoss von rund 9 Tonnen. Bei einer 150-Kilogramm-Batterie sind es zirka 2,3 Tonnen.

Zudem wären neue Ladestationen entlang der Strecke nötig, die ebenfalls das Stadtbild beeinträchtigten und zusätzliche Kosten verursachten. Hier eine Batteriebus-Ladestation in Genf:

(Bild: PD)

(Bild: PD)

Stattdessen sei vorgesehen, Dieselbus-Linien auf Batterie- und Trolleybusbetrieb umzurüsten. Das heisst, einzelne Abschnitte werden im Batteriebetrieb gefahren, andere mit der klassischen Trolleybus-Fahrleitung. Bei der Neubeschaffung von Trolleybussen achte man darauf, dass die Batterie stark genug ist, um Abschnitte ohne Leitung zu bewältigen. Am weitesten fortgeschritten ist dieses Vorhaben bei der geplanten neuen Linie 3 Littau-Würzenbach. Wahrscheinlich sei, dass auf dem steilen Abschnitt an der Bernstrasse Fahrleitungen errichtet werden, während auf dem flacheren Abschnitt an der Luzernerstrasse auf Batteriebetrieb gesetzt wird (wir berichteten).

Die Umstellung wird Mehrkosten zur Folge haben, so der Stadtrat. Elektrobusse seien im Betrachtungshorizont 2030 um 15 bis 25 Prozent teurer als jene mit Dieselantrieb. Dafür profitiere die Umwelt, sofern der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt.

Stadt testet Elektro-Güselwagen

Nicht nur beim ÖV, sondern auch bei den städtischen Fahrzeugen soll allmählich auf Elektromobile umgestellt werden. Das schreibt der Luzerner Stadtrat in seiner Antwort auf ein Postulat, das ebenfalls von der SP/Juso-Fraktion eingereicht wurde. Dieses fordert eine ökologische Fahrzeugflotte, die Exekutive nimmt den Vorstoss entgegen. Ab Herbst wird ein Güselwagen mit Elektromotor unterwegs sein, das Strasseninspektorat will in einer ersten Phase dessen «Praxistauglichkeit» testen. Bewährt sich das Modell, sollen weitere Güselwagen auf Elektroantrieb umgestellt werden.

Weiter habe die Stadt Luzern letztes Jahr Elektro-Roller beschafft, demnächst sollen elektronische Reinigungsmaschinen getestet werden, schreibt der Stadtrat. Zudem prüfe man den Bau einer Fotovoltaikanlage auf dem Werkhof Ibach. Mit einer solchen könnte man die Elektrofahrzeuge gleich mit Naturstrom aufladen.

Trotzdem ist die «Ökologisierung» der städtischen Fahrzeugflotte, die vorwiegend beim Strasseninspektorat, der Stadtgärtnerei und der Feuerwehr im Einsatz ist, bis jetzt nicht besonders weit fortgeschritten, wie diese Tabelle zeigt:

Fahrzeugflotte der Stadt Luzern

Lastfahrzeuge Leichte Wagen Roller/Töffs
Diesel 47 63 -
Benzin - 35 10
Elektro 1 6 8

15 elektrische stehen also 155 Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor gegenüber. Künftig soll sich das Verhältnis ändern. Der Stadtrat hat das Ziel, «zweckmässige und praxiserprobte Fahrzeuge mit alternativen Antriebsarten rasch zu beschaffen», wie er schreibt. Dies habe zwar höhere Investitionskosten zur Folge, dafür seien Elektrofahrzeuge im Unterhalt günstiger. Weiter will der Stadtrat auf die ausgegliederten Betriebe wie Viva oder EWL «einwirken», damit auch diese vermehrt auf Elektrofahrzeuge setzen.

Ein konkretes Ziel, wie viele E-Fahrzeuge es dereinst sein sollen, nennt der Stadtrat aber nicht. Diese seien zudem nicht für jeden Zweck geeignet. Bei Pikett-, Feuerwehr- oder Winterdienst-Fahrzeugen werde die Stadt kurz- bis mittelfristig weiter auf Verbrennungsmotoren setzen. Dies, weil «die Verfügbarkeit von Elektrofahrzeugen aufgrund der Ladezeiten eingeschränkt ist», schreibt der Stadtrat.

Postulant ist zufrieden, sieht aber Luft nach oben

SP-Grossstadtrat Cyrill Studer Korevaar, der beide Vorstösse mitunterzeichnet hat, ist zufrieden mit den Stadtrats-Antworten: «Spannend ist vor allem die Fotovoltaik-Anlage im Ibach, mit der die eigenen Fahrzeuge aufgeladen werden sollen.» Dass Notfall- und Pikettfahrzeuge noch nicht elektrifiziert werden, sei wegen der Batterie-Ladezeiten nachvollziehbar. «Jedoch spricht bereits heute nichts dagegen, bei Neuanschaffungen von Personenwagen konsequent auf Elektromotoren zu setzen.» Auch die E-Bus-Strategie beurteilt Studer im Grundsatz positiv:

«Aber das Ziel, bis 2040 umzustellen, ist viel zu zaghaft angesichts der rasanten technischen Entwicklungen bei Batterien.»

Die Einschätzung, dass 2030 E-Busse immer noch bis zu 25 Prozent teurer sein werden, sei daher wohl auch zu pessimistisch, so Studer.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.