Bischof Felix Gmür ist Gast beim Ur-Knall

Den Umzug in der Stadt Luzern am Schmutzigen Donnerstag wird der Bischof hautnah erleben. Er ist seit Jahren Zunftpfarrer bei der Zunft zu Safran.

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Bischof Felix Gmür, hier während seiner Prdigt in der Jesuitenkirche in Luzern, ist ein begeisterter Fasnächtler. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Bischof Felix Gmür, hier während seiner Prdigt in der Jesuitenkirche in Luzern, ist ein begeisterter Fasnächtler. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Gleichbedeutend wie für die katholische Kirche die Ostern, ist für die Fasnächtler der Schmutzige Donnerstag der wichtigste Tag des Jahres. Für Luzerner ist der Urknall und der Moment, wenn der Nauen mit dem Fritschipaar landet, ja geradezu heilig.

Dieses Jahr wird beim Urknall um 5 Uhr früh aber auch die Kirche prominent vertreten sein. Der Luzerner Bischof Felix Gmür (43) wird als Oberhaupt des Bistums Basel den Moment, den tausende Fasnächtler seit Monaten herbeisehnen, aus nächster Nähe miterleben. Die Zunft zu Safran hat den Bischof eingeladen. «Er ist bei uns Ehrengast. Zusammen mit dem holländischen Botschafter, einem Zunftmeister aus Schaffhausen und Regierungsrat Guido Graf wird der Bischof unseren Umzug aus warmer Warte aus verfolgen», sagt Martin Schmidli, Zeugherr A der Zunft zu Safran.

Begeisterter Fasnächtler

Felix Gmür wird man an der Fasnacht aber ohnehin antreffen. Dies hat er am letzten Sonntag nach dem Gottesdienst, den er in der Jesuitenkirche in Luzern feierte, gegenüber unserer Zeitung versichert. Er ist ein begeisterter Fasnächtler und er ist auch seit Jahren mit der Zunft zu Safran verbunden. Wenn auch nicht als Mitglied.

Stubenrecht, aber kein Wahlrecht

Gemäss Recherchen unserer Zeitung geniesst Bischof Felix Gmür aber bei der Zunft zu Safran das Stubenrecht. Er kann also an Anlässen der Zunft teilnehmen und ihm wird der Zutritt zum Zunftlokal gewährt - ohne dass er dafür einen Mitgliederbeitrag zahlen muss notabene. Dafür hat er aber auch kein Wahlrecht. Daran ändert auch sein hohes Amt in der Kirche nichts.

Der Bischof hat aber dennoch eine wichtige Funktion in der Zunft. Er ist seit einigen Jahren Zunftpfarrer. Zusammen mit einem reformierten Pfarrer hält er jeweils einmal im Jahr, im November, bei der Jahrzeit einen ökumenischen Gottesdienst zu Gedenken der verstorbenen Mitglieder der Zunft zu Safran. Eine wohl einmalige Gegebenheit. Welche Zunft kann schon behaupten, einen Bischof als Zunftpfarrer zu haben.

Auf schriftliche Anfrage, ob und wie er sich an der Fasnacht kostümiere, liess der Bischof lediglich ausrichten, er werde sich vorerst auf seine Arbeit konzentrieren und das Bistum kennen lernen. Martin Schmidli konnte die Frage ebenfalls nicht beantworten. «Unsere Gäste erscheinen immer so, wie ihnen beliebt», sagt er.

Früher ein Clown

Felix Gmürs Bruder Thomas, Luzerner Grossstadtrat (CVP) und Mitglied der Zunft zu Safran sagt, dass sie als Buben oft zusammen an der Fasnacht waren. Damals hätten sie sich meistens als Cowboys oder oder als Indianer verkleidet. Nur an ein Jahr erinnert er sich mit Bestimmtheit: «1982 war unser Vater Zunftmeister. Damals gingen wir als Clowns, sagt Thomas Gmür.

Roger Rüegger