Kommentar

Bistrotische statt Parkplätze: Die «Notlösung» sollte zum Normalfall werden

Luzerner Restaurants und Cafés können ihre Aussensitzplätze bis Ende 2021 grosszügig und unkompliziert erweitern. Der Entscheid ist gut.

Cyrill Aregger
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Cyril Aregger

Cyril Aregger

Trotz Pandemie: In der Stadt Luzern herrscht seit einigen Monaten noch regeres Treiben auf den Strassen und Plätzen als in früheren Jahren. Es herrscht ein fast mediterranes Lebensgefühl – zumindest wenn das Wetter mitspielt. Möglich machte dies auch der Entscheid der Behörden, dass Restaurants, Beizen und Bars unkompliziert mehr öffentlichen Raum benutzen können – eine Massnahme, die auch in anderen Zentralschweizer Gemeinden ergriffen wurde. In der Stadt Luzern profitieren über 100 Betriebe seit Mai von diesem Angebot, für das auch gut 30 Parkplätze in der Innenstadt umgewidmet wurden.

Bistrotische statt Parkplätze. Nach fast fünf Monaten darf man sagen: Die Massnahme hat sich bewährt. Die Bevölkerung nimmt das Angebot dankend an – und belastet die Anwohner nicht mit übermässigem Zusatzlärm, wie die Erfahrungen zeigen. Nun hat der Luzerner Stadtrat beschlossen, die Belebung des Boulevards bis Ende 2021 weiterzuführen – unabhängig von kommenden Coronamassnahmen. Dies geht aus Antworten auf zwei entsprechende Postulate der CVP- und der SP/Juso-Fraktion hervor.

Dieser Entscheid ist gut. Er hilft den Gastronomen unbürokratisch, die schwierigen Zeiten zu überstehen, und bietet der Bevölkerung ein willkommenes Angebot. Es stellt sich nach den bislang guten Erfahrungen eigentlich bloss eine Frage: Was kommt nach der Verlängerung? Eine Weiterführung der aktuellen «Notlösung» täte dem Stadtleben auf jeden Fall gut.

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