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BLASMUSIK: Die Jungen sind ihm besonders wichtig

Daniel Elmiger ist Chef von 4500 Musikern. An der Delegiertenversammlung des Luzerner Kantonal-Blasmusikverbandes in Triengen gibt er sein Amt nun ab und stellt sich neuen Herausforderungen.
Monika Van De Giessen
Der oberste Blasmusikant im Kanton, Daniel Elmiger (52), tritt ab.Bild: Pius Amrein (Luzern, 8. März 2017)

Der oberste Blasmusikant im Kanton, Daniel Elmiger (52), tritt ab.Bild: Pius Amrein (Luzern, 8. März 2017)

Monika van de Giessen

kanton@luzernerzeitung.ch

Nach sechs Jahren als Präsident des Luzerner Kantonal-Blasmusikverbandes LKBV ist für Daniel Elmiger (52) aus Hitzkirch Schluss. Am nächsten Samstag, anlässlich der Delegiertenversammlung in Triengen, gibt er sein Amt ab. Der Rücktritt hat mehrere Gründe. Einerseits, so Elmiger, sei er seit seiner Amtszeit als LKBV-Präsident (seit 2011) nicht mehr aktiver Musikant. «Ich habe die Nähe zum Fundament der Luzerner Blasmusik schleichend verloren», argumentiert Elmiger. Andererseits orientiert sich Elmiger nun neu, um vermehrt das Leben zu geniessen und sich neuen Herausforderungen zu stellen (siehe Box). Mit Daniel Elmiger hat der Verband einen weiteren, gewichtigen Abgang im Vorstand zu verkraften. Peter Schmid, Präsident der Musikkommission, tritt ebenfalls zurück. Zufall oder Verschleisserscheinungen? «Eher Zufall», so Elmiger. Er verheimlicht indes nicht, dass zumindest bei ihm auch gewisse Ermüdungserscheinungen aufgetreten sind. Der LKBV zählt 117 Musikvereine, das entspricht 4500 aktiven Mitgliedern.

«Einzelne Vereine strotzen vor Jugendlichkeit»

In vielen traditionellen Vereinen, vor allem in urbanen Regionen, fehlt es an Nachwuchs. Bei einer näheren Betrachtung stellt man allerdings fest, dass die Blasmusikszene einen breiten Nährboden für den Nachwuchs bietet. Das trifft auch auf die Szene im Kanton Luzern zu. Ein leuchtendes Beispiel dafür sind die vielen Beginnerbands im Kanton. «Einzelne Vereine strotzen geradezu vor Jugendlichkeit», freut sich der scheidende Präsident. Das seien meistens diejenigen Vereine, die ihre Zukunft im Nachwuchs sehen und nicht nur auf die «Veteranen» abstellen. Jugendförderung ist für Elmiger sowieso eine Herzensangelegenheit. Während vier Jahren war er Präsident der Musikschulkommission Hitzkirch.

Das Image optimieren

Von grosser Bedeutung ist auch, dass sich Musikvereine mit ihrem oft etwas angestaubten Image als moderner Zusammenschluss präsentieren. «Es war immer mein Ziel, das Image zu optimieren», so Elmiger. Zudem war es ihm wichtig, dass sich die Vereine den fortlaufenden veränderten Bedingungen anpassen, sich auf den Nachwuchs ausrichten und beispielsweise moderne Literatur ins Programm aufnehmen, das vor allem auch die Jungen zu begeistern vermag. In der Tat, ältere Musikanten klagen oft, dass die heutige Blasmusikliteratur zu schwer sei. Viele trauern den guten alten Märschen, Mazurkas und Polkas nach. Dazu Daniel Elmiger: «Das Anforderungsniveau soll(te) so gestaltet werden, dass ältere Musikanten (die wirklich wollen) mithalten können und die jüngere Generation ihren Spass darin findet und nicht nur Polkas und Märsche «klopfen» muss, wobei diese auch sehr schön gespielt werden können.»

Ein guter Musikverein, das ist für Daniel Elmiger nicht nur einer, der Wettbewerbspreise und gute Klassierungen abholt. «Ein guter Musikverein spielt lässige, abwechslungsreiche Literatur, pflegt ein konstruktives Einvernehmen der musikalischen und organisatorischen Leitung und ein harmonisches Zusammenspiel der Alterssegmente.» Dabei sei es wichtig, den Nachwuchs aktiv und zukunftsgerichtet einzubinden. Natürlich sei es das Ziel eines Musikanten, sich immer mal wieder in Wettbewerben der Blasmusikszene der «Konkurrenz» zu stellen und sein musikalisches Können zu messen. Insider wissen es: Der Kanton Luzern ist eine Blasmusikhochburg. Das freut auch den Präsidenten: «Luzerner Vereine belegen bei den eidgenössischen Musikfesten oder auch am Schweizerischen Brass-Band-Wettbewerb in Montreux immer wieder Spitzenplätze», sagt Elmiger. Regional würden alle Gebiete des Kantons Luzern Top-Vereine stellen, also bei weitem nicht nur die Stadt Luzern. Auf die Frage, ob er es bedauere, dass dem Sport mehr finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt würden als den Musikvereinen, antwortet Elmiger. «Ja, klar! Sollte ich nicht?» Man kämpfe immer wieder aufs Neue, um eine gleichwertige Ausgangslage zu erzielen. «Anscheinend geniesst der Sport eine bessere Ausgangslage.»

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