BLAUZUNGENKRANKHEIT: «Wir impfen täglich 300 Tiere»

Die Luzerner Tierärzte sind am Anschlag: 165'000 Rinder, Ziegen und Schafe müssen geimpft werden. Jetzt wird Personal gesucht.

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Der Tierarzt Jürg Häller impft bei einem Bauern in Grosswangen Kühe. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Der Tierarzt Jürg Häller impft bei einem Bauern in Grosswangen Kühe. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Mit einer Impfspritze in der Hand betritt Tierarzt Jürg Häller den Stall von Alois Müller in Grosswangen. 16 Kühe und 4 Kälber kauen friedlich frisch gemähtes Gras. Dann setzt Häller beim ersten Tier die Spritze an. Die Kuh schreckt kurz hoch, widmet sich aber bald wieder ihrem Futter. Bauer Müller zuckt die Schultern: «Da müssen wir durch, wenn nur eine Kuh erkrankte, wäre dies natürlich ein Verlust.» Ein krankes Tier kann nämlich nicht mehr verkauft, und muss im schlimmsten Fall gar getötet werden. Wobei die Versicherung nur 80 Prozent des Schadens ersetzt.

Derzeit gehört die Impfprozedur zum Tagesgeschäft vieler Tierärzte im Kanton Luzern und der übrigen Schweiz. Häller und seine Assistentin müssen bis Ende Juli über 6000 Tiere behandeln. «Wir impfen täglich 300 Stück. Unsere Arbeitstage dauern oft 12 Stunden und mehr», sagt der Tierarzt aus Buttisholz. Im Rahmen einer europaweiten Kampagne wird in der Schweiz seit dem 1. Juni das gesamte Rindvieh, alle Schafe und Ziegen gegen die Blauzungenkrankheit geimpft.

6000 Bauernhöfe
Die kantonalen Veterinärämter organisieren den Ablauf der zwei Monate dauernden Impfkampagne. Sie teilen den Tierärzten die Betriebe zu. Die Zahl ist beträchtlich. «In den 6000 Bauernhöfen im Kanton Luzern müssen 165'000 Tiere geimpft werden», sagt Kantonstierarzt Josef Stirnimann. Geimpft werden 140'000 Rinder, 20'000 Schafe und 5000 Ziegen.

Weil die Nachfrage nach qualifiziertem Impfpersonal so gross ist, hat die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte auf ihrer Website nun eine Stellenbörse eingerichtet.

Roger Rüegger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung.