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Der gigantische Blech-Max zieht von Huttwil ins Luzerner Hinterland

Drei Männer aus der Region Willisau retten das Wahrzeichen der Berner Gemeinde Huttwil vor dem Verschrotten.

Roger Rüegger
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Hier wird der Blech-Max demontiert und verladen.

Hier wird der Blech-Max demontiert und verladen.

Bild: Roger Rüegger

Die acht Meter hohe Stahlfigur mit dem mächtigen Hammer ist nicht zu übersehen. Eingangs Huttwil an der Luzernstrasse hatte der Blech-Max während 24 Jahren seinen Platz. Seit dem 22. Februar ist das inoffizielle Wahrzeichen der Berner Gemeinde aber verschwunden. Drei Männer aus dem Luzerner Hinterland haben die Skulptur vor dem Verschrotten gerettet, sie innerhalb von fünf Stunden demontiert und mit einem Tieflader abtransportiert.

«So einen imposanten Gartenzwerg hat nicht jeder vor seinem Haus. Ich wollte ihn haben», sagt Fabio Bossard aus Willisau, der den Koloss aus Chromstahl auf der Internetplattform Ricardo von der Flyer AG Huttwil ersteigerte. Der neue Besitzer sagt, er habe sich schon immer zum Blech-Max hingezogen gefühlt. «Wenn ich mit meinem Vater früher hier vorbeigefahren bin, musste er immer anhalten, damit ich mir den Mann mit dem Hammer genau anschauen konnte. Er faszinierte mich jedes Mal von neuem und das ist bis heute so geblieben», sagt Bosshard.

Bild: Ursula Peter (Huttwil, 22. Februar 2020)

An der Online-Auktion mitgeboten und gewonnen

Als der Hammermann vor rund zwei Monaten tatsächlich unter den Hammer kam, zögerte der Willisauer keine Sekunde und bot an der Online-Auktion mit. Seine Kollegen Reto Duss und Kilian Kurmann unterstützten ihn bei seinem Vorhaben. «Wir haben uns an den Kosten beteiligt», erklärt Duss. Wie viel sie für das Metall bezahlt haben, spiele für die drei keine Rolle.

Der grösste Posten bei der Aktion Blech-Max war ohnehin nicht der Kaufpreis. Mit dem Erwerb verpflichteten sich die Luzerner nämlich, die Skulptur zeitnah zu demontieren und zu entfernen. Die knifflige Aufgabe dabei war einerseits, die rund drei Tonnen schwere Figur mit einigermassen vernünftigem Aufwand auf ein Fahrzeug zu verladen – und dann stellte sich auch noch die Frage, wo ein Teil in dieser Grösse einfach so hingestellt werden kann.

Was scheinbar eine grössere Operation werden könnte, entwickelte sich bald als ein durchaus machbares Unterfangen. Denn der Lastwagenchauffeur Kilian Kurmann hatte am Samstagmorgen bei minus drei Grad das notwendige Equipment mit nach Huttwil gebracht: Ein Lastwagen, der mit einem Kran versehen ist und dazu ein Tieflader-Anhänger, auf den die Blechfigur einwandfrei verladen werden konnte und nur noch abtransportiert werden musste. Als die Männer dem Blech-Max mit Schraubenschlüssel, Winkelschleifer und Hammer zu Leibe rückten, interessierten sich auch Zaungäste für die Aktion. Fragende Blicke aus vorbeifahrenden Autos blieben unbeantwortet, Schaulustige vor Ort aber wurden gerne mit Informationen versorgt.

Beat Minder, einer der es ganz genau wissen wollte, erkundigte sich, was mit der Figur geschehen sollte. Als die drei Männer ihm erklärten, dass der Blech-Max irgendwo im Luzerner Hinterland aufgestellt werden würde, war der Mann sichtlich erleichtert. «Es hätte mich sehr geschmerzt, wenn die Skulptur verschrottet worden wäre», sagt Minder. Dieser hat durchaus eine emotionale Bindung zu der Blechstatue. Er war es nämlich, der sie vor 25 Jahren als Geschäftsführer der damaligen Minder Blech-Tech AG gebaut hatte.

«Haben ihn gekauft, weil er zu kaufen war»

Das Schicksal des grossen Blech-Max ist noch nicht ganz klar. «Er wird ganz sicher modifiziert, damit wir ihn ohne grossen Aufwand transportieren können. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass man ihn nicht nur im Hinterland zu Gesicht bekommen soll, sondern dass die Skulptur zum Beispiel für Events mieten kann. Sie ist ein Blickfang mit garantiertem Werbeeffekt», sagt Kurmann.

Auf die Frage, wer denn überhaupt so eine gewaltige Statue braucht, meinte der Gettnauer: «Wir haben den Blech-Max in erster Linie gekauft, weil wir ihn kaufen konnten, nicht weil wir ihn brauchen. Bei einem Bier oder zwei haben wir entschieden, dass diese Figur unbedingt erhalten bleiben soll. Sie ist ein Stück Kulturgut.»

Bild: Roger Rüegger