BLEICHERGÄRTLI: Kinder planen ihren neuen Spielplatz

Die Stadt Luzern plant einen neuen Spielplatz und lädt dafür Kinder zu einem Workshop ein. Ein Gerät entpuppt sich als Hit.

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Ein Mädchen im gestrigen Workshop für die Gestaltung des Bleichergärtlis. (Bild: PD)

Ein Mädchen im gestrigen Workshop für die Gestaltung des Bleichergärtlis. (Bild: PD)

Für rund 20 Kinder aus dem Neustadtquartier und dem Kinderparlament stand am gestrigen schulfreien Nachmittag nicht Spielen im Vordergrund: Sie übten sich vielmehr als kleine Planer und nahmen an einem Workshop der Quartierarbeit und der Stadtgärtnerei teil. Sie durften ihre Ideen einbringen, wie der Spielplatz Bleichergärtli dereinst genutzt werden soll. Im Zusammenhang mit dem Bau der Siedlung Himmelreich III zwischen Bundes- und Bleicherstrasse wird die Stadt Luzern nämlich auch das Bleichergärtli und den dazugehörigen Spielplatz erneuern. Boris Pulfer und Tobias Naunheim von der Quartierarbeit und Claudio Läng von der Stadtgärtnerei sind für das Projekt zuständig. Mit dabei am Workshop war auch Judith Wyrsch vom Planungsbüro Koepfli Partner Landschaftsarchitekten.

Boris Pulfer begründet den Einbezug der Kinder: «Wir wollen nicht einfach etwas hinstellen. Die Kinder haben konkrete Erfahrung, was sie brauchen, wo es allenfalls Streit geben kann, weil etwas zu eng ist, etwas Wichtiges fehlt.» So hatte er im Vorfeld die Fünft- und die Sechstklässler im Schulhaus Moosmatt und im Säli-Schulhaus, die im Einzugsgebiet des Spielplatzes leben, besucht und Werbung für den Anlass gemacht. Neun Kinder aus dem Quartier sind gestern Nachmittag schliesslich gekommen, gleichzeitig haben zehn Mitglieder des Kinderpar­laments am Workshop mitgemacht.

Die beiden Gruppen haben sich die Aufgaben geteilt: Was spielen wir am liebsten, was braucht es für den neuen Spielplatz? Damit beschäftigten sich in einer Gruppenarbeit die Kinder aus dem Quartier. Die Kinderparlamentarier nahmen die benachbarten Spielplätze unter die Lupe: Was scheint uns ideal, was bemängeln wir, was heisst das für den neuen Spielplatz?

Beim Zusammentragen der Ergebnisse zeigte sich: Die Wünsche der Kinder wachsen nicht in den Himmel – den Traum von einer Skateanlage und gar einem Schwimmbecken einmal ausgenommen. Ganz profane Sachen wie etwa, «Fangis» und Verstecken spielen zu können, Klet- termöglichkeiten und mehrere Schaukeln zur Verfügung zu haben, standen auf der Wunschliste. Ein Baumhaus, ein Trampolin und ein kleiner Fussballplatz mit Toren gesellten sich dazu. Auch der Sinn für das Alltägliche fehlt den kleinen Planern nicht: Ein richtiges WC und Veloständer gehören auch auf einen neuen Spielplatz Bleichergärtli. Die Kinderparlamentarier bemängelten etwa fehlende Schattenplätze auf Spielanlagen, Spielgeräte in schlechtem Zustand, Schach- und Mühlefelder, welche nicht mehr richtig gezeichnet waren. Gut hingegen fanden sie Basketballkörbe, Fussballtore und auch Klettermöglichkeiten. Was sie besonders ärgerte: «Dass so vieles mit Graffiti verunstaltet ist.» Als Topwunsch verblieb eine «coole lange Rutschbahn», gefolgt von einer Skateanlage und Klettermöglichkeiten – dies ein spezieller Wunsch von Mädchenseite.

Neuer Spielplatz wird ab 2019 gebaut

Die Projektleiter machten die Kinder auf eine gute Art darauf aufmerksam, dass nicht alles «einfach so möglich ist». Gesetze und die Finanzen würden Grenzen setzen. Claudio Läng von der Stadtgärtnerei zeigte auf, dass gerade eine Skateanlage sehr viel Platz beanspruche und im Bleichergärtli wohl doch ein Traum bleiben müsse. Der Pool könnte schliesslich ein Brunnen sein. Die Kinder konnten dies nachvollziehen. «Eine tolle Sache, dass wir mitreden konnten», sagte der neunjährige Yves – auch wenn er weiterhin von einer Skate­anlage träumt.

Für die Kinder ist jetzt Warten angesagt: Es werde wohl Frühling 2019, bis der neue Spielplatz gebaut werden könne, im darauffolgenden Sommer sollte er zur Verfügung stehen, sagte Claudio Läng. «Weil bei solchen Sachen viele Leute mitreden und mitentscheiden.»

Hannes Bucher

stadt@luzernerzeitung.ch