Blick an unseren Sternenhimmel: Fünf Planeten und Sternschnuppenregen

Marc Horat, Leiter des Planetariums im Verkehrshaus Luzern, erklärt unseren Lesern, welche Besonderheiten wir im August am Sternenhimmel über der Zentralschweiz sehen können.

Marc Horat*  
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Beobachten Sie an einem schönen Sommerabend auch manchmal den Sternenhimmel? Und fragen Sie sich, welche Ereignisse wir sehen können. Am 27. Juli war es die Mondfinsternis. Was erwartet uns aber im August. Einer, der sich damit bestens auskennt, ist der Krienser Marc Horat. Er leitet das Planetarium im Verkehrshaus Luzern und erklärt unseren Leserinnen und Lesern an dieser Stelle, welche Besonderheiten wir über der Zentralschweiz sehen können.

So präsentiert sich der Astrohimmel am 15. August 2018 um Mitternacht vom Verkehrshaus mit Blickrichtung Süden. Links das Stanserhorn, rechts der Pilatus. (Bild: Illustration: Verkehrshaus der Schweiz. Panorama: Marc Blaser.)

So präsentiert sich der Astrohimmel am 15. August 2018 um Mitternacht vom Verkehrshaus mit Blickrichtung Süden. Links das Stanserhorn, rechts der Pilatus. (Bild: Illustration: Verkehrshaus der Schweiz. Panorama: Marc Blaser.)

Der rötliche Mars ist nach wie vor noch das auffälligste Gestirn in den August-Nächten. Im Laufe des Monats sind jedoch auch einige andere Planeten am Himmel gut von blossem Auge zu beobachten. An den Abenden zwischen dem 15. und dem 20. August sind etwa um 21 Uhr vier helle Planeten gleichzeitig über dem westlichen bis süd-östlichen Horizont zu erkennen: Von rechts gesehen sind das die Venus, der Jupiter, der Saturn und der Mars. Und der zunehmende Mond zieht in dieser Zeit über sie hinweg in Richtung Osten.

Während des Sonnenuntergangs sieht man in der westlichen Dämmerung einen auffälligen hellen Punkt am Himmel. Es handelt sich dabei um die Venus, welche im August ihren grössten Winkelabstand zur Sonne erreicht und daher bis in die späten Abendstunden zu sehen ist. Oberhalb der Venus wird dann etwas später auch der helle Riesenplanet Jupiter sehr deutlich sichtbar. Dieser geht nun im Laufe des Monats allmählich immer früher unter. Zu Beginn des Monats um Mitternacht, Ende August schon um 22 Uhr.

Helligkeit des Mars nimmt ab

Über dem Südhorizont zeigt sich schliesslich der Ringplanet Saturn – bald ist er nur noch in der ersten Nachthälfte präsent, denn auch er geht Ende Monat bereits nach Mitternacht im Südwesten unter. Am Monatsanfang etwa um 3 Uhr, gegen Ende bereits um 1 Uhr.

Das auffälligste Gestirn am August-Himmel bleibt jedoch – abgesehen vom Mond – der rötliche Mars, welcher bei Einbruch der Nacht im Südosten steht. Seine Helligkeit nimmt nun aber rasch ab und sinkt im Verlauf des Monats etwa um die Hälfte.

Der flinke sonnennächste Planet Merkur ist in den letzten Tagen des Monats zu sehen. Er ist in der Morgendämmerung kurz vor Sonnenaufgang tief am Osthorizont mittels Feldstecher zu finden.

Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde

Der August bietet, wie jedes Jahr, ein spezielles Ereignis am Himmel: Der Sternschnuppenstrom der Perseiden. Am 13. wird der Strom sein Maximum erreichen. Man bezeichnet dieses Ereignis auch als Laurentius-Tränen. Dieses Jahr ist der Sternschnuppenstrom kurz nach dem Neumond – eben so, dass der helle Mond nicht stört. Es bieten sich daher ideale Bedingungen für die Sternschnuppenjagd.

Bei guten Bedingungen können nach Mitternacht bis kurz vor der Dämmerung bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde gesehen werden! Sternschnuppen, beziehungsweise Meteore, sind winzige Staubteilchen aus dem Weltraum, welche in der Erdatmosphäre verglühen. Meteorströme haben ihren Ursprung in Kometen, welche auf ihrer Bahn um die Sonne grosse Staubspuren zurücklassen, durch welche die Erde Jahr für Jahr auf ihrer eigenen Bahn fliegt. Die Perseiden stammen beispielsweise vom Kometen 109P/Swift-Tuttle.

* Marc Horat ist Leiter Planetarium im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. 
Hinweis:
Im einzigen Grossplanetarium der Schweiz im Verkehrshaus erleben Sie neben dem Sternenhimmel auch einmalige Ausflüge in die Weiten des Weltraums. Die täglichen Vorführungen enthalten einen live kommentierten Teil zu den aktuellen Sichtbarkeiten am Himmel.

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