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Blitzkasten in Reussbühl verärgert Autofahrer

An der Rothenstrasse in Reussbühl werden Autofahrer oft geblitzt, weil sie zu schnell fahren. Ein Grund dafür dürfte eine kürzlich erfolgte Signalisationsänderung sein – gemäss dem Kanton Luzern ist diese erst jetzt korrekt.
Beatrice Vogel
Der Blitzkasten an der Rothenstrasse auf Höhe der Avia-Tankstelle und des Viscosistegs. (Bild: Dominik Wunderli (Reussbühl, 10. Juli 2018))

Der Blitzkasten an der Rothenstrasse auf Höhe der Avia-Tankstelle und des Viscosistegs. (Bild: Dominik Wunderli (Reussbühl, 10. Juli 2018))

«Das ist eine Abzockerei des einfachen Fussvolks.» Es sind klare Worte, die ein Leser unserer Zeitung betreffend eines Blitzkastens findet. Der Leser – er möchte anonym bleiben – ist Chauffeur und fährt nach eigenen Angaben täglich viermal zwischen Malters und Emmenbrücke hin und her. Auf der Strecke wurde er selbst schon geblitzt, und auch wenn er daraus gelernt hat, sieht er regelmässig, wie andere Autofahrer in die Falle tappen. «Auch meine Tochter und meinen Sohn hat es schon erwischt.»

Konkret handelt es sich um einen Blitzkasten an der Rothenstrasse in Reussbühl. Wenn man vom Seetalplatz über die Obere Zollhausbrücke fährt und dort an der Ampel rechts auf die Rothenstrasse in Richtung Malters abbiegt, folgt ein Strassenabschnitt, auf dem keine Temposignalisation angebracht ist. Rechts befindet sich die Kleine Emmen, links der Strasse sind Häuser. Auf Höhe der Avia-Tankstelle bei der Bushaltestelle Rothenhalde befindet sich ein Fussgängerstreifen. Bei diesem steht der fest installierte Blitzkasten. Nur etwa fünfzig Meter weiter Richtung Malters wird das Tempolimit 50 aufgehoben und es gilt die Ausserortsgeschwindigkeit 80.

Radar auf der Rothenstrasse

Ein Augenschein vor Ort zeigt: Es blitzt tatsächlich oft – innerhalb von nur fünf Minuten gleich zweimal. «Es ist eine Ortsausfahrt, jeder erwartet dort Tempo 60», sagt der Chauffeur. Da man zuvor mehrere Lichtanlagen überquere, sei nicht klar, welches Tempo gelte. «Es braucht dort eine Tafel, welche die Höchstgeschwindigkeit anzeigt», findet er.

Häuser geben Ausschlag für Signalisation

Tatsächlich galt auf dieser Strecke bis vor zirka einem Jahr Tempo 60. «Die Signalisation wurde im Rahmen des Strassenbauprojekts am Seetalplatz angepasst», sagt Andreas Heller, Leiter Verkehrstechnik bei der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur. Der Abschnitt sei in Bezug auf die Signalisationsverordnung (SSV) «bereinigt» worden. Darin steht in Artikel 22, der Beginn von Tempo 50 werde dort angezeigt, wo die dichte Überbauung auf einer der beiden Strassenseiten beginnt, das Signal für das Ende dieser Geschwindigkeit stehe dort, wo keine Strassenseite mehr dicht bebaut ist. «Auf diesem Abschnitt befindet sich auf einer Seite eine dichte Überbauung, weshalb dort Tempo 50 gilt», so Heller. Zudem strebe der Kanton Luzern an, wo möglich die ordentlichen Höchstgeschwindigkeiten 50 innerorts und 80 ausserorts zu signalisieren.

Als noch Tempo 60 galt, gab es auf dem Abschnitt zwischen Oberer Zollhausbrücke und Fussgängerstreifen beim Viscosisteg eine Geschwindigkeitstafel. Diese wurde bei der Signalisationsänderung entfernt – und nicht ersetzt. «Generell 50 gilt auch nach einem Knoten, da ‹Generell 50› wie eine Tempo-30-Zone eine Zonensignalisation ist», begründet Andreas Heller. Die Tafel war zuvor nötig, weil Tempo 60 eine Streckensignalisation ist und jeweils nur bis zum nächsten Verkehrsknoten gilt. «Da der Seetalplatz im Innerortsbereich liegt, gilt auf den Strassen, die von ihm abgehen, Tempo 50, bis dieses aufgehoben wird.»

Kasten ist nicht ständig in Betrieb

Gemäss Urs Wigger, Sprecher der Luzerner Polizei, wurde der besagte Blitzkasten im Januar 2018 in Betrieb genommen. Dass er dort aufgestellt wurde, habe mit der Verkehrssicherheit zu tun. «Im vorliegenden Fall spielten die Verkehrsführung, der Fussgängerstreifen, das erhöhte Unfallrisiko allgemein, Reklamationen von Anwohnern und die eigenen Feststellungen, dass an diesem Ort die Geschwindigkeiten nicht eingehalten werden, eine Rolle bei der Auswahl des Standortes.»

Zum Vorwurf der Abzockerei sagt Wigger, der Blitzkasten sei sehr gut sichtbar und nicht immer in Betrieb. «Die Luzerner Polizei hat insgesamt 22 Standorte für festinstallierte Radar- und Rotlichtanlagen. Zu diesen stehen sieben Wechseleinschübe zur Verfügung. Ohne die Einschübe können keine Messungen vorgenommen werden. Es sind also maximal sieben Anlagen in Betrieb.» Da keine Auswertungen zu einzelnen Standorten gemacht werden – weder von der Einsatzzeit noch von der Anzahl der registrierten Übertretungen – kann Wigger keine Angaben dazu machen, wie viele Bussen der Kasten an der Rothenstrasse generiert.

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