Blockierte Dokumentationen: Diese Ausgrabungen in der Zentralschweiz sind betroffen

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Archäologie Kirchenarchäologe Hans Rudolf Sennhauser leitete zahlreiche Grabungen, deren Dokumentationen in seiner «Stiftung für Forschung in Spätantike und Mittelalter» liegen. Folgende Dokumentationen aus dem Kanton Luzern sind betroffen:

Johanniterkommende Hohenrain: Als Kommende bezeichnet man Niederlassungen von Ritterorden. 2015 hat eine Untersuchung den Nachweis erbracht, dass Teile des Komplexes ins 12. Jahrhundert zu datieren sind. «Hier haben wir die älteste integral erhaltene profane Bausubstanz des Kantons Luzern vor uns», sagt der Luzerner Kantonsarchäologe Jürg Manser. Hohenrains Geschichte reicht aber weiter zurück. Spätestens seit dem 9. Jahrhundert befand sich hier ein Friedhof mit Kirche, was Grabungen von 1970 belegen. Die Dokumentationen dazu liegen in Zurzach.

Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Grossdietwil: Eine im 19. Jahrhundert entdeckte Ringkrypta wurde 1982/83 bei Aus­grabungen durch Sennhauser ins 9. bis 10. Jahrhundert datiert. Manser: «Im Archiv der Kantonsarchäologie Luzern ist lediglich ein grober Übersichtsplan. Der Rest liegt in Zurzach.»

Die alte Pfarrkirche St. Pank­ratius in Oberkirch wurde 1974 ille­gal abgerissen. Grabungen an den Fundamenten leitete Sennhauser. Ebenfalls betroffen sind zudem Dokumentationen zur Kirche St. Jakob in Uffikon und zur Kirche St. Martin in Bertiswil bei Rothenburg.

Ausserdem werden drei Dokumentationen aus Nidwalden im Archiv der Stiftung vermutet (Pfarrkirche St. Martin in Buochs; Kapelle St. Jost in Ennetbürgen; Pfarrkirche St. Peter in Stans. Eine Dokumentation betrifft Schwyz (Stiftskirche Einsiedeln), mindestens zwei betreffen Uri (Pfarrkirche Seedorf und Pfarrkirche Altdorf). (sb)