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Blockiertes Hochwasserprojekt in Dierikon: Gemeinde wünscht sich schrittweise Umsetzung

Das kantonale Hochwasserschutzprojekt am Götzentalbach kann aufgrund eines Rechtsstreits derzeit nicht realisiert werden. Die Gemeinde erhofft sich aber dennoch die schnellere Realisierung einiger Massnahmen.
Ines Häfliger
Das Unwetter vom Juni 2015 verursachte im Quartier Dörfli in Dierikon grosse Schäden. Bild: Corinne Glanzmann (8. Juni 2015)

Das Unwetter vom Juni 2015 verursachte im Quartier Dörfli in Dierikon grosse Schäden. Bild: Corinne Glanzmann (8. Juni 2015)

Für 4,6 Millionen Franken will der Kanton Luzern den Götzentalbach in Dierikon verbreitern – und so die Bevölkerung vor Hochwasser besser schützen. Doch nun hat das Kantonsgericht eine Beschwerde gegen das Projekt gutgeheissen (wir berichteten).

«Das Urteil kam überraschend. Ich hätte nicht erwartet, dass der Kanton gegen seine eigenen Ämter entscheidet», sagt der Beschwerdeführer, der anonym bleiben will, nun zu unserer Zeitung. Grund für den Einwand war die Ausklammerung seiner Liegenschaft aus dem Projekt. Da der Dorfbach seine Liegenschaft schon mehrmals überschwemmt habe, fühlte er sich ungerecht behandelt: «Zweimal im Jahr den Keller zu putzen, ist nicht sonderlich lustig.»

Regierungsrat ging nicht auf Einsprache ein

Übrigens versuchte der Mann bereits vor dem Gang ans Gericht, sich mit einer Einsprache Gehör zu verschaffen. Der Regierungsrat trat jedoch nicht auf diese ein. Da sein Grundstück nicht von der Bachsanierung betroffen sei, hätte der Mann gar kein Einspracherecht. Das Kantonsgericht akzeptierte diese Begründung nicht – auch, weil das Grundstück einer mittleren Hochwassergefährdung ausgesetzt sei.

Die Gutheissung der Beschwerde hat eine Verzögerung des Projekts zur Folge. Doch die Zeit drängt, der Götzentalbach ist unberechenbar. Das machte die Überschwemmung im Sommer 2015 deutlich. Nach sintflutartigen Regenfällen verwandelte sich der Dorfbach in einen reissenden Fluss. Das Hochwasser kostete zwei Menschen das Leben.

Der Ball liegt wieder bei der Kantonsregierung

Doch wie geht es jetzt mit dem Hochwasserschutzprojekt am Götzentalbach weiter? Der Ball liegt nun wieder bei der Kantonsregierung. «Der Regierungsrat wird einen neuen Entscheid erlassen, in welchem die Einsprache inhaltlich behandelt wird. Gegen diesen Entscheid kann wiederum Beschwerde beim Kantonsgericht eingereicht werden», so Judith Setz, Fachspezialistin Kommunikation beim Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement des Kantons. Ob die Parzellen des Anwohners nun in das überarbeitete Projekt mit einbezogen werden, lässt Setz offen. Das sei Gegenstand des laufenden Verfahrens.

Weniger bedeckt hält sich der Dierikoner Gemeindepräsident Max Hess (CVP). Er spricht sich für eine sukzessive Projektdurchführung aus: «Eine zügige Umsetzung des Hochwasserschutzprogramms im Dorf macht Sinn. Das Gefahrenpotenzial für Leib und Leben ist dort viel grösser als im Götzental.» Die weiteren hochwassergefährdeten Grundstücke im Götzental sollten mit der geplanten Strassensanierung zusätzlich geschützt werden.

«Eine zügige Umsetzung des Hochwasserschutzprogramms im Dorf macht Sinn. Das Gefahrenpotenzial für Leib und Leben ist dort viel grösser als im Götzental.»

Max Hess, Gemeindepräsident Dierikon

Für den Beschwerdeführer spielt es eine untergeordnete Rolle, wie er letztendlich ins Projekt mit einbezogen wird. Was er sich hingegen wünscht, ist eine Blickfelderweiterung auf Seite der Behörden: «Die Problematik entsteht weiter oben – nicht erst im Dorf. Nicht die Symptome müssen bekämpft werden, sondern die Ursache.»

Trotz blockiertem Projekt: Einige Sofortmassnahmen am Götzentalbach hat der Kanton bereits umgesetzt. So wurde beispielsweise ein Geschiebe- und Schwemmholzsammler oberhalb des Siedlungsgebiets realisiert. Dieser soll verhindern, dass der Götzentalbach im Dorfgebiet aufgrund verstopfter Durchlässe über die Ufer tritt. Trotzdem: Langfristig könne nur eine umfassende Bachsanierung das Gefahrenpotenzial reduzieren, sagt Max Hess. Gänzlich beseitigen könne man das Risiko aber nicht, so der Gemeindepräsident: «Ein Jahrtausendunwetter wird durch keine Bachverbauung gestoppt.»

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