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BLUE BALLS FESTIVAL: «Das Ganze könnte recht anspruchsvoll werden»

Am Blue-Balls-Eröffnungsabend wird die Indie-Pop-Sängerin Anna Calvi mit Streichern und Sängerinnen des 21st Century Orchestra & Chorus auftreten. Wie das geht, schildert Dirigent Ludwig Wicki.
Die englische Sängerin Anna Calvi mag es gerne düster. (Bild: Roger Deckker/PD)

Die englische Sängerin Anna Calvi mag es gerne düster. (Bild: Roger Deckker/PD)

Ludwig Wicki, wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen?

Ludwig Wicki: Es war eine Anfrage des Blue Balls. Wir haben schon früher für das Festival gearbeitet. 2010 machten wir beim Projekt «Mono Cane» des Sängers Mike Patton und seiner Band mit. 2012 bereiteten wir ein Konzert vor mit Antony and the Johnsons. Leider hatte dann Antony eine Magenvergiftung, und das Konzert musste abgesagt werden. Anna Calvi werden wir mit Streichern und 12 Sängerinnen unseres Chors unterstützen.

Wie muss man sich die Vorbereitung vorstellen? Hat Ihnen Anna Calvi die Noten geschickt, und Sie haben arrangiert?

Wicki: (lacht) Wir haben noch keine Noten und fragen jeden Tag danach. Ich habe bis jetzt erst die Chorstimmen gesehen, aufgrund derer ich dann den Chor zusammengestellt habe. Ich werde die Streicher und den Chor auch dirigieren. Mehr weiss ich eigentlich noch nicht.

Ist das nicht ein bisschen schwierig?

Wicki: Solche Zusammenarbeiten sind in der Regel etwas verrückt. Oft passiert erst ganz am Schluss etwas, und alles ist zeitlich sehr eng. Die Informationen fliessen ohnehin sehr spärlich. Das scheint etwas mühsam, aber ich kann damit leben.

Also haben Sie noch gar keinen Austausch mit Anna Calvi gehabt?

Wicki: Nein. Ich beginne erst jetzt, sie zu recherchieren und mir ihre Musik anzuhören. So weiss ich dann auch, womit ich es zu tun habe. Sehen werden wir uns wohl am Tag der Aufführung.

Welchen Eindruck haben Sie bis jetzt bekommen? Was zeichnet Anna Calvi aus?

Wicki:Ich finde sie sehr kreativ, wie sie die Songs gestaltet und ihre Stimme einsetzt. Die Musik ist teilweise schön dunkel und sphärisch. Anna Calvi verwendet auch sehr moderne Klänge, das ist ganz toll. Es ist etwa das, was ich aufgrund von Leuten, die sie kennen, erwartet habe.

Falls die Noten dann doch noch rechtzeitig eintreffen sollten: Wie gross ist der Aufwand?

Wicki: Geplant sind drei Proben mit dem Chor sowie zwei Proben mit dem Orchester, davon eine mit Chor. Wir haben im Orchester viele Crossover-Musiker, die auch Jazz oder mit Pop-Bands spielen. Sie sind mit dieser Sprache vertraut.

Rechnen Sie musikalisch mit einer vergleichsweise einfachen Kost für das 21st Century Orchestra? Worin besteht die Herausforderung?

Wicki: Darauf bin ich sehr gespannt, hat doch Anna Calvi auch gewisse Avantgarde-Motive in ihrer Musik. Ich weiss, dass sie unter anderem Olivier Messiaen inspirierend findet. Sie arbeitet ja mit Klangfarben und Klangschichtungen. Das Ganze könnte doch recht anspruchsvoll werden.

Was für Pläne haben Sie mit dem Orchester? Gibt es schon neue Projekte?

Wicki: Im Herbst machen wir eine weitere Radio Pilatus Music Night, diesmal mit Stefanie Heinzmann. Als Filmmusikabende stehen im November «Ratatouille» und im Dezember «Indiana Jones» auf dem Programm. Im Oktober treten wir mit dem Komponisten David Arnold auf. Er hat unter anderem die Soundtracks für «Independent Day», einige der neueren James-Bond-Filme sowie für die TV-Serie «Sherlock Holmes» geschrieben.

Wird «Ratatouille» eine Urauf­führung sein?

Wicki: Nein, diese findet einige Wochen vorher in Paris mit einem französischen Orchester statt, das ich dirigiere. Aber von «Indiana Jones» wird im Dezember in Luzern die Weltpremiere statt­finden.

Als Dirigent sind Sie auf Filmmusik-Liveaufführungen spezialisiert. Wie viel sind Sie unterwegs?

Wicki: Sehr viel, und das in der ganzen Welt. Vor vier Wochen war ich in Krakau, vor drei Wochen in Australien, letzte Woche in Paris, diese Woche habe ich in London zwei Konzerte, und in drei Wochen dirigiere ich das Philadelphia Symphony Orchestra in Philadelphia.

Pirmin Bossart

Die KKL-Konzerte

Freitag, 17. Juli
Konzertsaal Anna Calvi & Orchestra: Die britische Indie-Musikerin tritt zum ersten Mal in der Schweiz mit Orchester und Chor auf (siehe Haupttext).
Luzerner Saal James Bay– The Mispers (ausverkauft): Der Brite James Bay, das Blue Balls Face 15, eröffnet das Festival im Luzerner Saal.

Samstag, 18. Juli
Konzertsaal Melody Gardot: US-Jazz-Star Melody Gardot schreibt und komponiert viele ihrer von Folk und Pop inspirierten Songs selbst.
Luzerner Saal ZAZ & Big Band (Support: Théodore, Paul &
Gabriel): ZAZ kehrt zusammen
mit der Big Band der Hochschule Luzern ans Blue Balls zurück.

Sonntag, 19. Juli
Konzertsaal Lambchop
Die Alternative-Country-Band aus Nashville um Kurt Wagner gibt es schon über 20 Jahre.
Luzerner Saal Asaf Avidan (Support: Benjamin Clementine)
Die unverkennbare Falsettstimme und seine folkigen Songs sind das Markenzeichen des Israeli.

Montag, 20. Juli
Konzertsaal Jamie Cullum
Der englische Singer-Songwriter und Multiinstrumentalist ist zum ersten Mal am Blue Balls und spielt eine exklusive Deutschschweizer Show.
Luzerner Saal Lianne La Havas – The Dø
Ebenfalls Multiinstrumentalistin ist die junge Londoner Soulsängerin Lianne La Havas.

Dienstag, 21. Juli
Konzertsaal Rodrigo y Gabriela
In der Salle blanche kann das Saitenspiel des Gitarrenduos seinen optimalen Klang entfalten.
Luzerner Saal Aloe Blacc (Support: Curtis Harding)
Mit dem Hit «I Need A Dollar» lancierte er 2010 seine Karriere, in Luzern zeigt er nun seine Performerqualitäten.

Mittwoch, 22. Juli
Konzertsaal Damien Rice (ausverkauft)
Der Singer-Songwriter hat sein neues Album «My Favourite Faded Fantasy» im Gepäck.
Luzerner Saal Söhne Mannheims (ausverkauft)
20-jährige Bandgeschichte: Die Schweizer Jubiläumsparty steigt im KKL Luzern.

Donnerstag, 23. Juli
Konzertsaal David Gray
Der 47-Jährige ist bekannt für seine Liveshows, wofür der Konzertsaal des KKL wiederum den idealen Rahmen bietet.
Luzerner Saal Angus & Julia Stone (Support: Rhodes)
Das australische Geschwisterduo trägt seine Folksongs vor.

Freitag, 24. Juli
Konzertsaal Element of Crime
Seit 30 Jahren macht die Band um Sven Regener wunderschöne Musik, jetzt sind sie zum ersten Mal am Blue Balls.
Luzerner Saal Mando Diao (Support: Gary Clark Jr.)
In Europa liebt man die Schweden, die kommen, um den Luzerner Saal zu rocken.

Samstag, 25. Juli
Konzertsaal James Vincent McMorrow
Der 32-jährige irische Folkpopmusiker, der als Schlagzeuger in Heavy-Metal-Bands begonnen hat, darf auf die grosse Bühne.

Luzerner Saal Sophie Hunger (Support: Nick Mulvey)
«Unsere» Sophie Hunger stellt ihre beachtliche Bühnenpräsenz unter Beweis, mit dabei hat sie das neue Album «Supermoon».

red


Blue Balls Festival, 17. bis 25. Juli
VV/Infos: Tel. 041 226 77 77,
www.kkl-luzern.ch; www.blueballs.ch;
für ausverkaufte Konzerte gibts evtl. noch Spezialtickets auf www.ticketcorner.ch.

Zum Rahmenprogramm erscheint eine Sonderseite in unserer Tagesausgabe.

Sophie Hunger. (Bild: PD)

Sophie Hunger. (Bild: PD)

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