Blue Balls Festival in Luzern ist wegen Coronavirus abgesagt

Das Festival fällt dem Coronavirus zum Opfer. Damit tangiert dieser nur auch Veranstaltungen im Juli.

Arno Renggli
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James Blunt wäre wohl einer der Höhepunkte des Blue Balls geworden. Doch in diesem Jahr wird nichts mehr daraus

James Blunt wäre wohl einer der Höhepunkte des Blue Balls geworden. Doch in diesem Jahr wird nichts mehr daraus

Bild: PD

In all den letzten Wochen mit vielen Absagen von Kulturveranstaltungen wirkten die Mitteilungen des Blue Balls Festival immer wie kleine Lichter am Ende des Tunnels: Regelmässig wurden neue Acts bekannt gegeben, zuletzt etwa die Superstars James Blunt und Emeli Sandé. Das Blue Balls stand für die Hoffnung, dass im Juli, ab der zweiten Jahreshälfte, vielleicht wieder so etwas wie Normalität eintreten würde. Doch nun musste auch das Blue Balls für dieses Jahr die Segel streichen, am Donnerstagabend kam die Absage.

«Wir bedauern sehr, dass es nicht mehr in unserer Macht steht, das Blue Balls Festival 2020 stattfinden zu lassen», steht in der Mitteilung. Und weiter: «Der Verein Luzerner Blues Session muss aufgrund der Covid-19-Situation und des weltweiten Ausnahmezustandes das Festival basierend auf höherer Gewalt absagen.»

Tickets und Gutscheine werden rückerstattet

Alle bereits gekauften Tickets werden vom 1. Mai bis 30. Juni rückerstattet, heisst es auch. Dafür melde man sich bei der Stelle, wo das jeweilige Ticket gekauft worden ist. Gleiches gilt auch für Gutscheine sowie die Supporterbeiträge. Das Festival weist ebenfalls darauf hin, dass man für Verzichte auf solche Rückerstattungen dankbar sei.

Was die Absage für das Festival generell bedeutet, ist noch unklar. Letzte Woche wurde bekannt, dass der Luzerner Stadtrat ein Stiftungsmodell und ein weitergehendes Engagement ablehnt, was Festivalchef Urs Leierer mit Enttäuschung quittiert hat. Wiederholt hatte er die seiner Ansicht mangelnde finanzielle Unterstützung des Blue Balls kritisiert. Dabei verwies er auf die Wertschöpfung und die Imagegewinne, die man der Stadt ermögliche.

Diese zahlt heute pro Jahr 130'000 Franken ans Blue Balls. Hinzu kommen vergünstigte Nutzungen des KKL und die kostenlose Nutzung des öffentlichen Grundes. Im Stiftungsmodell hätte die Stadt als Stifterin und Beitragsgeberin mitwirken und dem Festival für die nächsten vier Jahre total über 750'000 Franken überweisen sollen. Ob die Absage das Blue Balls nun existenziell gefährdet und die Stadt allenfalls eine höhere Unterstützung für sinnvoll erachtet, wird sich zeigen.