Blue Balls Festival Luzern wehrt sich gegen «falsche Fakten»

Die jährliche Subvention von 130'000 Franken werde der Stadt in Form von Billettsteuern zurückbezahlt, teilen die Organisatoren des Blue Balls Festivals mit. Auch andere Leistungen der Stadt seien zu relativieren.

Hugo Bischof
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Im Zusammenhang mit dem Blue Balls Festival Luzern würden immer wieder «falsche Fakten» kommuniziert. Dies teilt der Verein Luzerner Blues Session als Organisator des Festivals mit. Seinem Vorstand gehört auch Festival-Leiter Urs Leierer an. Der Vorstand reagiert damit auf einen Stadtratsbeschluss vom 6. April. Gemäss diesem wird die Stadt Luzern zwar ihre bisherigen Leistungen gegenüber dem Blue Balls Festival weiter aufrecht erhalten, eine weitergehende finanzielle Unterstützung durch die Stadt sei jedoch nicht möglich (Ausgabe vom 7. April).

Es stimme zwar, dass die Stadt Luzern dem Blue Balls Festival eine jährliche Subvention von 130'000 Franken bezahle, hält der Trägerverein nun fest. Er betont aber gleichzeitig: «Dieser Betrag wird der Stadt Luzern in Form von Billettsteuern zurückbezahlt.» Das Ganze ist aus Sicht der Festivalleitung also ein Nullsummenspiel.

Vergünstigte Nutzungsrechte im KKL

Weiter stehen dem Blue Balls Festival eine bestimmte Anzahl vergünstigter Nutzungsrechte im KKL Luzern zu (zwei Nutzungstage im grossen Konzertsaal plus elf Nutzungstage im Luzerner Saal). Auch dies relativiert der Verein Blue Balls Session: «Die KKL-Nutzungsrechte sind für den Verein Blue Balls Session nicht relevant, da der Vertrag mit dem KKL Luzern auf einer pauschalen Abrechnung sämtlicher bezogenen beziehungsweise erbrachten Leistungen basiert.» Zusätzlich stellt die Stadt Luzern dem Festival den öffentlichen Raum am Seebecken unentgeltlich zur Nutzung zur Verfügung. Auch dies sei nicht die ganze Wahrheit, so der Verein Luzerner Blues Session:

«Dafür sind die Outdoor-Konzerte entlang des Seebeckens für Besucher kostenlos, und wir dürfen für sie keinen Eintritt verlangen.»

Besonders enttäuscht ist der Verein über das Nicht-Zustande-Kommen einer Trägerstiftung zur Unterstützung des Festivals, an der sich die Stadt als Stifterin und Beitrag-Geberin beteiligt hätte – zusammen mit Privaten. Total ging es um über 750'000 Franken für die nächsten vier Jahre, welche die Stadt dem Blue Balls Festival hätte überweisen sollen. Der Stadtrat lehnte dies nach ursprünglich positiven Gesprächen ab – «aus grundsätzlichen Überlegungen» und um «kein Präjudiz zu schaffen». Dazu schreibt der Verein Blue Balls Session nun:

«Der Verein Blues Session Luzern ist auf sämtliche Bedingungen der Stadt eingegangen. Auch wäre das Recht der Marke Stiftung Blue Balls Festival Luzern gratis an die Stadt respektive Stiftung übergegangen.»

Der Verein bedauere das Vorgehen und den Entscheid des Stadtrats sehr. Man werde «entsprechend handeln». Was dies genau bedeutet, wird nicht weiter ausgeführt.

KKL und Hotel Schweizerhof wären in der Stiftung dabei gewesen

Einer der Beitraggeber in der Trägerstiftung wäre das KKL Luzern gewesen. Das bestätigt auf Anfrage dessen CEO Philipp Keller: «Eine der Bedingungen wäre aber gewesen, dass die Stadt mitmacht; und das ist nun nicht mehr gegeben.» Ziel sei gewesen, «für das Festival eine langfristige tragfähige Lösung zu finden».

Ebenfalls an der Trägerstiftung beteiligen wollte sich das Hotel Schweizerhof, aber auch nur unter der Bedingung, dass die Stiftung unter Federführung der Stadt zustande kommt. «Wir unterstützen das Blue Balls Festival seit bald 20 Jahren», sagt Hotelier Mike Hauser. «Es ist eine Partnerschaft, die uns am Herzen liegt, auch weil sie die Offenheit unseres Hauses repräsentiert.» Das Blue Balls Festival sei für die Kulturstadt Luzern wichtig:

«Es ist inzwischen zu einem festen Bestandteil der Sommerferienzeit geworden, ein Treffen von jung und alt.»

Hauser betont: «Wir werden versuchen, den Organisatoren mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, damit das Festival für unsere Stadt und ihre Bevölkerung, den Schweizerhof und das KKL erhalten bleibt.»

Das diesjährige Blue Balls Festival ist vom 17. bis 25. Juli geplant. Erst vor wenigen Tagen wurde bekanntgegeben, dass zusätzlich zum bisherigen Line-up James Blunt verpflichtet werden konnte. Ob das Festival überhaupt stattfinden kann, ist wegen der Corona-Krise allerdings weiter ungewiss.

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