BLUE BALLS: Soulstar zieht es in den Caritas-Laden

Auf der Bühne ist sie der grosse Star: Joss Stone. Vor ihrem Auftritt in Luzern zeigte sich die britische Soulsängerin von ihrer ganz anderen Seite.

Lena Berger
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Joss Stone besuchte mit ihren Hunden den Caritas-Laden in der Stadt Luzern. Tamara Riehemann (rechts) erklärte ihr die Aufgaben der sozialen Institution. (Bild Pius Amrein)

Joss Stone besuchte mit ihren Hunden den Caritas-Laden in der Stadt Luzern. Tamara Riehemann (rechts) erklärte ihr die Aufgaben der sozialen Institution. (Bild Pius Amrein)

Freitag, kurz vor zwölf Uhr: Ein kleiner roter Citroën von Mobility fährt vor den Caritas-Laden an der Bleicherstrasse. Ihm entsteigt die britische Soulsängerin Joss Stone zusammen mit ihren beiden Hunden. Würde nicht ein Plakat an der Ladentür auf den hohen Besuch aufmerksam machen – vermutlich wäre der Gast unbemerkt geblieben. Die 27-Jährige begrüsst gut gelaunt Daniel Furrer, Leiter des Caritas-Marktes.

Der Verkaufsladen bietet vergünstigte Lebensmittel und weitere Produkte des täglichen Bedarfs – ausschliesslich für Menschen mit knappem Budget. Der prominente Gast lässt sich alles erklären und will genau wissen, wie viel etwa Nudeln in einem herkömmlichen Geschäft kosten würden – und woher diese Produkte stammen. Sie erfährt: Die Caritas-Märkte beziehen ihre Lebensmittel von Verteilern, die Produkte nicht mehr auf dem üblichen Weg verkaufen können – zum Beispiel aus Überproduktionen. Die Grundnahrungsmittel jedoch kauft Caritas zu Marktpreisen ein und gibt sie vergünstigt an Arme weiter. Das Verkaufspersonal besteht aus Erwerbslosen, die so wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden. Die Grammy-Gewinnerin nickt.

«Ihr leistet tolle Arbeit»

Weiter geht es zu Caritas-Wohnen gleich nebenan. Hier wird Secondhand-Ware verkauft, die teilweise in den Werkstätten in Littau – die Joss Stone zuvor besucht hat – in Stand gesetzt wird. «Hier schliesst sich also der Kreislauf», sagt Stone. Ob der Erlös wieder in die Caritas-Projekte investiert werde, will sie wissen? Wird er. «Ihr leistet wirklich tolle Arbeit», findet die Sängerin.

Die Kamera ist mit dabei

Wenn möglich besucht Joss Stone karitative Organisatoren auf ihren Tourneen. «Sie wolle das wahre Leben sehen, wenn sie auf Reisen sei – deshalb haben wir die Führung organisiert», erklärt Tamara Riehemann, Fundraising-Verantwortliche bei Caritas Luzern. Begleiten lässt sich die Sängerin dabei von einer Kamera. Sie will die verschiedenen Stationen ihrer Tour in einem Dokumentarfilm festhalten. «Ich bin so viel unterwegs. Da möchte ich in der kurzen Zeit, in der ich mich in einer Stadt aufhalte, gute Menschen treffen, die sich für eine wichtige Sache einsetzen.» Dass es einigen der Kunden sichtlich unangenehm war, gefilmt zu werden, schien ihr zu entgehen.