BLUES-SÄNGERIN: Glen-Konzert: Erinnerung an WC-Skandälchen

Marla Glen weilt im November für zwei Konzerte in der Stadt Luzern. Nach wie vor hallt die unangenehme Geschichte vor zehn Jahren nach, die im Blätterwald durch den ganzen Globus rauschte.

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Marla Glen bei dem Konzert nach ihrer Verhaftung im Juli 1999. (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

Marla Glen bei dem Konzert nach ihrer Verhaftung im Juli 1999. (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

Weil die damals 39-jährige amerikanische Blues-Sängerin am 2. Juli 1999 wegen fehlenden Kleingelds auf der McClean-Toilette im Bahnhof mit der Toilettenfrau aneinandergeriet und etwas lauter wurde, als es sich an einem stillen Örtchen geziemt, wurde sie von Beamten der Kantonspolizei in Gewahrsam genommen.

In den Arm gebissen
Als die Beamten Glen, die sich nicht ausweisen konnte, nämlich aufforderten, auf den Polizeiposten zu kommen, traktierte sie diese mit den Fäusten und Füssen und biss einen Beamten in den Arm. Auch der einmalige Einsatz eines Pfeffersprays brachte die Sängerin nicht zur Ruhe, sodass sie schliesslich in Handschellen abgeführt und in eine Arrestzelle gebracht wurde. Nach rund zwei Stunden wurde Marla Glen wieder auf freien Fuss gesetzt und konnte den Konzertauftritt im KKL wie geplant durchführen.

Als die Kantonspolizei vier Tage nach dem Vorfall irrtümlicherweise auch noch verkündete, die Sängerin sei laut Pass ein Mann, war die Peinlichkeit perfekt. Medien in aller Welt berichteten, wie es auf Luzerns öffentlichen Toiletten zugehe. Glen wurde wegen Gewalt und Drohung sowie Tätlichkeiten gegen Beamte mit 700 Franken gebüsst – die Souldiva hat die Strafe akzeptiert.

red/ap

HINWEIS
Die Konzerte finden am 2. und 3. November im «Stadtkeller» statt. Zu hören gibt es Songs des neuen Albums «Humanology», das auf das Frühjahr 2010 angekündigt ist.