BLUTTAT: «Wir wussten nichts von Drohungen»

Was lief am Mittwoch in Menznau ab? Die Polizei tappt im Dunklen. Fragen wirft auch die persönliche Situation des Täters auf.

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Das Gelände der Firma Krono Swiss in Menznau. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Das Gelände der Firma Krono Swiss in Menznau. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

red. Vier Tage nach der Bluttat in der Kronospan in Menznau sind nach wie vor viele Fragen offen. So ist laut Polizeiangaben noch immer ungeklärt, wie der Täter ums Leben kam. Um in dieser Frage weiterzukommen, müssen die verletzten Zeugen befragt werden. Das war bis gestern nicht möglich. Nach wie vor befinden sich fünf Personen in Spitalpflege. Zwei der Opfer befinden sich in einem sehr kritischen Zustand. Sie weisen Schussverletzungen im Oberkörper und Kopf auf.

Unklar ist auch, wieso der Todesschützen den Schweizer Pass erhielt, obwohl er im Jahr 1998 wegen Raubes zu einer zwölfmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Der frühere Zuger Regierungsrat, Hanspeter Uster, wundert sich über diesen Vorgang. «Ich frage mich, weshalb das Strafverfahren nicht zu einem Stopp des Einbürgerungsprozesses geführt hat», sagt er.

«Haben Freunde verloren»

Der Geschäftsführer der Kronospan, Mauro Capozzo, betont derweil gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag»: «Dass der Täter gegenüber Kollegen Drohungen ausgesprochen und psychische Probleme gehabt haben soll, war seinem Vorgesetzten und der Geschäftsleitung zu keinem Zeitpunkt bekannt. Wir wussten auch nichts von seiner Vorstrafe.» Es auch falsch, dass der Täter in die Zwangsferien geschickt worden sei.

Die Kronospan hat am Wochenende ihren Betrieb wieder aufgenommen. Die Produktion ist laut Mauro Capozzo ruhig angelaufen. «Es war der Wunsch vieler Mitarbeiter, dass der Betrieb schnell wieder aufgenommen wird, um die schlimmen Tage zu vergessen und in die Normalität zurückkehren zu können.» Weiter betont Carpozzo: «Wir haben am Mittwoch nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Freunde verloren.»

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