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Berufsmatura: Anstrengungen fruchten im Kanton Luzern nicht

Im Kanton Luzern haben heuer weniger Jugendliche die Ausbildung zur Berufsmatura begonnen als im Vorjahr.
Matthias Stadler
Die Berufsmatura ist nicht mehr so beliebt wie auch schon. (Symbolbild: Gaetan Bally / Keystone)

Die Berufsmatura ist nicht mehr so beliebt wie auch schon. (Symbolbild: Gaetan Bally / Keystone)

Seit Jahren versuchen die nationalen und kantonalen Behörden, den Jugendlichen die Berufsmatura schmackhaft zu machen. Sie sei ein «Sprungbrett für deine Karriere» und der «Grundstein für gefragte Experten auf dem Arbeitsmarkt», wie es auf dem Portal www.berufsmaturitaet.ch heisst. Auch die Zentralschweizer Kantone bewerben die Ausbildung, vor einem Jahr lancierten sie eine weitere Kampagne, welche vor allem Lehrer und Eltern von Jugendlichen ansprechen sollte.

Nun zeigt sich, dass nicht so viele Junge anbeissen, wie es beispielsweise der Kanton Luzern gerne hätte. Mit 831 Personen haben heuer 23 Jugendliche weniger als vor einem Jahr im Kanton Luzern ihre BM-Ausbildung in Angriff genommen. Das teilte die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung vor Kurzem mit. Mit diesen Zahlen ist deren Leiter Christof Spöring nicht zufrieden: «Ich bedauere diesen Rückgang.»

So viele Personen haben die Berufsmatura-Ausbildung begonnen

Jahr Anzahl
2009 854
2010 850
2011 800
2012 679
2013 756
2014 783
2015 769
2016 796
2017 836
2018 854
2019 831

Erklären kann er ihn aber nicht wirklich, empirische Daten hierzu gebe es nicht. Im gewerblichen Bereich sei es aber sicher so, dass die Berufsmatura sehr anspruchsvoll sei und die Betriebe einen zusätzlichen Tag pro Woche auf die Lehrlinge verzichten müssten. Gerade bei Betrieben, die nur einen Lehrling haben – das ist bei 40 Prozent der Lehrbetriebe im Kanton der Fall – stelle diese Abwesenheit öfter ein Problem dar.

Spöring weist darauf hin, dass die Zahlen in den vergangenen Jahren «eigentlich in die richtige Richtung» gezeigt hätten, es habe einen leichte Steigerung der Anzahl Jugendlichen gegeben, die eine Berufsmaturaausbildung begonnen haben. Im aktuellen Jahr sei es so, dass es zwar mehr Jugendliche gebe, welche die BM parallel zur Lehre absolvieren (BM1), es aber einen Rückgang bei denjenigen Personen gegeben habe, welche die Berufsmatura nach der Lehre machen (BM2). «Das ist erstmals so, in den vergangenen Jahren hat die Anzahl der Jugendlichen, welche die BM2 in Angriff nehmen, zugenommen», erklärt Christof Spöring.

Neue Modelle sollen Attraktivität erhöhen

Wichtig sei nun, «dran zu bleiben» und die Bemühungen zu intensivieren. «Wir versuchen, mit neuen Modellen die Attraktivitäten zu erhöhen.» So gebe es etwa die Möglichkeit, bei einer vierjährigen Lehre das erste Lehrjahr «normal» zu absolvieren und erst im zweiten Lehrjahr mit der BM-Ausbildung zu beginnen. Nach dem Lehrabschluss müssen diese Absolventen dann noch einen Block von zehn Wochen hinter sich bringen. Heuer gab es im Kanton Luzern im Bereich Gesundheit und Soziales zudem zum ersten Mal das Angebot, bei einer dreijährigen Lehre das erste Lehrjahr ebenfalls normal zu absolvieren und danach mit der BM zu starten. Das Angebot fruchtete aber nicht, «wir hatten zu wenig Interessenten für eine Klasse. Möglicherweise schaffen wir es nächstes Jahr», sagt Spöring.

Der Kanton hat noch weitere Pfeile im Köcher, diese will er aber erst im kommenden Januar schiessen respektive darüber informieren. Klar ist für Spöring: «Wir müssen die Anstrengungen erhöhen, um die Vorteile der Berufsmatura bekannter zu machen. Dies sowohl bei den Jugendlichen, deren Eltern, den Lehrern und auch den Lehrbetrieben.» Denn langfristig zahle sich die Ausbildung aus, nicht nur für die Absolventen, sondern auch für die Betriebe.

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