BMI-Sommer-Umstellung

Einblicke

Maria Winter, Sprachdozentin
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Maria Winter. (Bild: Pius Amrein)

Maria Winter. (Bild: Pius Amrein)

Die Sommerzeit ist da. Unser Biorhythmus humpelt noch ein bisschen müde und niedergeschlagen hinterher, kann die verlorene Stunde aber nicht mehr einholen. Nach einer Woche ist die Umstellung für unseren Rhythmus kein Thema mehr. Wenn Sie noch leben und diesen Artikel lesen, ist schon Sonntag und Sie haben ohnehin alles gut überstanden.

In zwei Jahren wird die Diskussion sowieso überflüssig, da das EU-Parlament mehrheitlich für die Abschaffung der Zeitumstellung gestimmt hat. Ob die Sommerzeit fest eta­bliert wird oder die Winterzeit, bleibt abzuwarten. Wobei die Schweiz sich überlegen kann, wofür sie sich entscheidet. Verpflichtet wäre sie eigentlich zu keiner.

Wessen Lebensvorgänge durch die Umstellung beeinflusst werden, zeigt uns die Chronobiologie. Die Chronobiologie, laut Wörterbuch das Fachgebiet der Biologie, auf dem die zeitlichen Gesetzmässigkeiten im Ablauf von Lebensvorgängen erforscht werden, unterscheidet zwei Chronotypen. Zu welchem Typ Sie gehören, ist genetisch festgelegt und Sie daran unschuldig.

Da sind auf der einen Seite die Eulen, Nachtschwärmer und Spätaufsteher. Solche, die ohnehin weder abends den Weg ins Bett noch morgens da wieder raus finden. Sie denken jetzt spontan an Ihren Nachwuchs. Das ist auch nicht von ungefähr, denn 70-80 Prozent der Jugendlichen sind tatsächlich Eulen, nur chronotypisch betrachtet. Eulen verlieren in der ersten Woche nach Umstellung den Weg zu ihrer Schlafstätte gänzlich.

Auf der anderen Seite sind die Lerchen. Das sind jene Zeitgenossen, die abends noch früher ins Bett gehen und am nächsten Morgen ohne Wecker noch wacher werden und fröhlich trällernd in der Küche stehen und motiviert ein noch ausgewogeneres Frühstück zubereiten. Auch diese Menschen sind letztlich nicht schuld an ihrer guten Laune.

Auf welche Jahreszeit die EU in Zukunft umstellt, ob man gar Frühlings- und Herbstzeit zusätzlich einfügt, kann man dann gespannt verfolgen. Neulich fragte mich ein Freund aus Deutschland, wie ich das mit der Umstellung finde und fragte noch, ob wir in der Schweiz auch auf Sommerzeit umgestellt haben.

Grundsätzlich wäre ich für ein Sommergewicht, das, im Vergleich zum Wintergewicht, 2–3 Body-Mass-Index-Werte (BMI) darunter liegt.