Kanton Luzern
Der Booster boomt: Pünktlichkeit soll Wartezeiten verhindern – auch jüngere Personen können sich schon registrieren

Eine Auffrischung der Coronaimpfung ist in Luzern beliebt. Bis Ende November könnte der Booster bereits auf jüngere Personen unter 65 Jahren ausgeweitet werden. Um Wartezeiten zu umgehen, appelliert der Kanton an die Menschen, pünktlich zu sein.

Janick Wetterwald
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Die Booster-Impfung ist da, und die Nachfrage im Kanton Luzern auch. In den Impfzentren in Hochdorf, Willisau und Luzern haben sich bereits fast 15'000 Personen für eine Auffrischung der Coronaimpfung angemeldet. David Dürr, Leiter Dienststelle Gesundheit und Sport, teilt mit: «Bis am Mittwochvormittag, 17. November 2021, wurden im Kanton Luzern 5126 Booster-Impfungen verabreicht. 9566 Personen haben einen Termin.» Diese Zahlen beziehen sich auf alle Impfmöglichkeiten, also inklusive Luzerner Kantonsspital, Impfschiff, Impftruck sowie die dezentralen Standorte.

Alleine am Dienstag erhielten gemäss Dürr 1788 Personen die Booster-Impfung. Beim Impfzentrum bei der Allmend in Luzern kam es sogar zu einer längeren Warteschlange. Dies belegt ein Bild, das uns eine Leserin zukommen liess:

Die Warteschlange vor dem Impfzentrum in Luzern.

Die Warteschlange vor dem Impfzentrum in Luzern.

Bild: Leserreporterin

Die Leserin schreibt dazu: «85-Jährige dürfen mit Impftermin draussen 30 Minuten warten. Das geht gar nicht! Die Betagten sind total konsterniert und frieren.» Damit konfrontiert sagt David Dürr: «Oftmals erscheinen die impfwilligen Personen 30–60 Minuten zu früh zum Impftermin. Um die Wartezeit möglichst kurz zu halten, bitten wir alle impfwilligen Personen, nicht zu früh zum Impftermin zu erscheinen, damit auch Wartezeiten draussen vermieden werden können.»

Der Kanton weise darauf hin, dass der Wartebereich beschränkt sei. Dürr konkretisiert für den Standort Luzern: «Dadurch, dass die Messehallen nun für Ausstellungen genutzt werden, ist nur ein kleiner Wartebereich im Innern verfügbar.» Er fügt zudem an:

«Wir werden die aktuelle Situation im Wartebereich so gut als möglich verbessern.»

Gemäss der Leserin gab es auch ein «Durcheinander» bei der Vergabe der Impftermine. Vor Ort habe sich niemand für die Situation verantwortlich gefühlt, «so wird Sympathie verspielt». Dürr entgegnet: «Uns ist nicht bekannt, dass es gestern Probleme bei der Terminvergabe mittels der Bundessoftware gab.»

Ein Besuch vor Ort am Mittwochnachmittag zeigt: Reger Betrieb rund um den Eingang zum Impfzentrum auf der Luzerner Allmend – aber keine lange Schlange.

Diese ältere Frau ist auf dem Weg zur Impfung.

Diese ältere Frau ist auf dem Weg zur Impfung.

Bild: Janick Wetterwald (Luzern, 17. November 2021)
Jüngere Personen suchen ebenfalls das Impfzentrum auf.

Jüngere Personen suchen ebenfalls das Impfzentrum auf.

Bild: Janick Wetterwald (Luzern, 17. November 2021)

Übrigens: Wer eine Booster-Impfung will, der muss einen amtlichen Ausweis, ein gültiges Covid-Zertifikat, und, falls vorhanden, die Krankenkassenkarte, vorweisen können.

News zum Zertifikat

Genesenenzertifikat
Der Bundesrat hat am 3. November 2021 entschieden, dass die Gültigkeit der Genesenenzertifikate in der Schweiz von 180 Tagen auf 360 Tage verlängert wird. Der Kanton Luzern teilt mit: «Personen, die ein Genesenenzertifikat besitzen, müssen nichts unternehmen, damit ihr Zertifikat über die aufgedruckten 180 Tage hinaus gültig bleibt.» Der Bund habe die Prüfsoftware angepasst. Diese ignoriere das aufgedruckte Gültigkeitsdatum. Das bedeute, dass das Genesenenzertifikat auch nach 180 Tagen weiterhin gültig sei. «Der Kanton Luzern stellt keine neuen Genesenenzertifikate aus.»

Zertifikate nach Antikörpertest
Seit dem 16. November 2021 können Covid-Zertifikate auch für Personen ausgestellt werden, die mit einem aktuellen positiven Antikörpertest (serologischer Test) belegen können, dass sie genesen und über ausreichend Antikörper verfügen. Zertifikate nach einem Antikörpertest sind nur möglich, wenn der Test nach dem 16. November 2021 vorgenommen wurde. Der Kanton Luzern schreibt: «Personen, die einen kostenpflichtigen Antikörpertest machen, erhalten das Zertifikat direkt vom Labor zugestellt. Der Kanton Luzern kann keine Zertifikate nach einem Antikörpertest ausstellen.»

Es geht vorwärts und Luzern ist bereit

Bisher stehen die Booster-Impfungen für Personen ab 65 Jahren zur Verfügung. Dies könnte sich aber schon bald ändern. Dürr sagt: «Der Bund hat am Dienstag informiert, dass Booster-Impfungen für Personen unter 65 Jahren voraussichtlich gegen Ende November erhältlich sein werden.» Sobald erlaubt, werde der Kanton Luzern so schnell als möglich auch damit beginnen.

Die Priorisierung werde «wahrscheinlich» nach Altersgruppen sein. Dieses Thema sei von den zuständigen Gremien aber noch nicht abschliessend besprochen worden. Der Kanton informiere dazu anschliessend «so rasch wie möglich».

Ab wann konkret jüngere Personen den Booster erhalten können, ist also noch nicht klar. Eine Registrierung ist allerdings für alle bereits möglich. Die nötigen Angaben dafür sind das Alter, ob man gemäss BAG besonders gefährdet ist, ob es einen positiven Coronatest gab und das Datum der letzten Coronaimpfung. Wer danach noch nicht für die Auffrisch-Impfung zugelassen ist, der kann sich registrieren und wird gemäss Website per SMS benachrichtigt, «wenn eine Impfung möglich ist».

Was heisst das genau? Dürr erklärt: «Diese Anmeldung bietet den Vorteil, dass man ein definiertes Zeitfenster für die Booster-Impfung erhält und allfällige Wartezeiten, die bei Walk-in-Angeboten (ohne Voranmeldung) auftreten können, vermeiden kann.» Registrierte Personen erhalten per SMS eine Meldung, dass sie an der Reihe sind und es freie Termine gibt.

Genügend Stoff vorhanden

Auf die Frage, ob der Kanton Luzern genügend Impfdosen zur Verfügung hat, teilt Dürr mit: «Es ist Stand heute davon auszugehen, dass dem Kanton Luzern genügend Impfdosen zur Verfügung stehen werden, um die Booster-Impfungen für alle Personengruppen bereitstellen zu können.» Allerdings sei die Beschaffung der Impfdosen Sache des Bundes.

Das Lager scheint also voll. Wie viele Dosen mussten schon weggeworfen respektive entsorgt, werden? «Je mehr Impfmöglichkeiten wir haben, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch Impfstoff vernichtet werden muss.» Der Kanton führe aber keine Statistik zur Menge des entsorgten Impfstoffes.

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