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BORDELLE: Luzerner Polizei führt Kontrollen im Milieu durch

Die Luzerner Polizei hat Prostituierte überprüft und so eine Sexarbeiterin mit falschem Pass erwischt.
Urs-Ueli Schorno
Das Logo der Luzerner Polizei auf der Uniform eines Polizisten. (Symbolbild) (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Hitzkirch, 20. Mai 2017))

Das Logo der Luzerner Polizei auf der Uniform eines Polizisten. (Symbolbild) (Bild: Urs Flüeler / Keystone (Hitzkirch, 20. Mai 2017))

Anfang des Jahres hat die Luzerner Polizei nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwei Bordelle überprüft. Bis auf eine Prostituierte hätten alle Personen über die notwendigen Bewilligungen und Ausweisdokumente verfügt, heisst es in einer Mitteilung von gestern Donnerstag.

Die Kontrollen seien in zwei Bordellen in der Stadt Luzern und in Rickenbach durchgeführt worden. Dabei wurden insgesamt fünf Frauen überprüft. Eine Person habe sich mit einem falschen Pass ausgewiesen.

Vorwurf: Ermittlungsstopp aus Kostengründen

Die aktuelle Mitteilung ist deshalb bemerkenswert, weil Polizei und Staatsanwaltschaft letzten Herbst dem Vorwurf ausgesetzt waren, aus Kostengründen nicht mehr gegen Menschenhandel im Sexmilieu zu ermitteln (Ausgabe vom 5. Oktober 2017).

Die Stadtluzerner SP-Kantons­rätin Ylfete Fanaj reichte dazu im Oktober ein Postulat ein. Justiz- und Sicherheitsdirektor Paul ­Winiker (SVP) bestätigte, dass bei Sexbetrieben seit 2015 keine Kontrollen mehr stattfanden. Grund seien fehlende gesetzliche Grundlagen: Heute kann die ­Po­lizei ein Bordell nur kontrollieren, wenn die Staatsanwaltschaft eine Hausdurchsuchung anordnet. Das hat sie nun getan, wie ­Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft, bestätigt.

SP-Kantonsrätin Ylfete Fanaj reagiert auf Anfrage verhalten: «Es stellt sich die Frage, ob nun regelmässig kontrolliert und ­ermittelt wird. ‹Kontrollen› überprüfen in der Regel nur die ­Aufenthaltspapiere. Das alleine schützt die Frauen nicht vor Ausbeutungssituationen.»

Urs-Ueli Schorno

ursueli.schorno@luzernerzeitung.ch

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