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BOURBAKI-PANORAMA: Museum will Brücken schlagen

Der neue Stiftungsratspräsident möchte vermehrt Besucher dazu bewegen, sich aktiv mit dem Rundbild auseinanderzusetzen – und zwar in verschiedenen Disziplinen.
Isabelle Jost
Zwei Besucher testen die neue Tablet-App – und ihr eigenes Wissen. (Bild: PD)

Zwei Besucher testen die neue Tablet-App – und ihr eigenes Wissen. (Bild: PD)

Isabelle Jost

stadt@luzernerzeitung.ch

Wie lockt man mit einem einzigen Ausstellungsobjekt, einem Panoramabild, das ein längst vergangenes Ereignis zeigt, Besucher ins Museum? Mit dieser Frage darf sich Beat Bächler (66), neuer Präsident des Bourbaki-Panoramas Luzern, gemeinsam mit der Museumsleiterin Irène Cramm auseinandersetzen. Durch seinen Vorgänger Jost Zemp wurde er über den Berufungsweg ins Haus am Löwenplatz geholt. Mit seiner langjährigen Marketingerfahrung in der Luzerner und Schweizer Tourismusbranche will er das Museum und die Liegenschaft am Löwenplatz bei ihren kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufgaben unterstützen.

Drei Monate nach seiner Wahl Anfang April gewährt Bächler nun Einblick in die Zukunftsvisionen: Die nicht ganz einfache Ausgangslage sieht er als Chance für eine vertiefte Auseinandersetzung mit einem Geschichtsthema, das immer wieder zeitgenössische Bezüge zulässt. Das Museum will verstärkt darauf aufbauen, dass sich bei diesem Kulturobjekt verschiedene Disziplinen wie Geschichte, Medienentwicklung, Unterhaltungskultur, Kunst, Politik, Humanität und Ethik verbinden. Aktuell unterstützt das Bourbaki-Panorama beispielsweise die Aktionswoche Asyl und bietet am kommenden Freitag, 30. Juni, von 14 bis 15 Uhr eine kostenlose Spezialführung zum Thema «Geschichten von Internierung, Flucht und offenen Armen» an.

Fokus liegt auf der Tablet-App

Der multimediale und interdisziplinäre Einbezug des Besuchers ist zentral im bestehenden Angebot. Modernste Technik in der Museumsvermittlung, Führungen mit Verknüpfungen zu aktuellen Themen und offene Museumstüren für Anlässe sollen die Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Gegenwart bilden. Hauptaugenmerk gilt auch in Zukunft der Tablet-App «My Bourbaki-Panorama». Sie ermöglicht dem Besucher eine interaktive Auseinandersetzung mit dem Grosspanorama des Malers Edouard Castres über die Internierung der französischen Bourbaki-Armee im Jahr 1871. Die mit zwei Preisen ausgezeichnete Museumsinnovation soll weiterentwickelt und in den nächsten Jahren ständig aktualisiert werden. Überlegungen, dass der Besucher sein eigenes Smartphone für den Museumsbesuch nutzen kann, sind ebenfalls in Gang.

Individualtouristen als Zielgruppe

Die seit Jahren stabilen Besucherzahlen sind zwar durch die Einführung der App nicht gestiegen, aber mit 120 Klassenbesuchen im letzten Jahr hat sich das Interesse der Schulen deutlich gesteigert. «Auch für dieses Jahr zeichnet sich bereits jetzt dieselbe Tendenz ab», so Irène Cramm. Grundsätzlich will man weiterhin eng mit Schulen zusammenarbeiten und dadurch junge Menschen an künftige Besuche heranführen. «Die Schulkinder von heute sind die Besucher von morgen», so Beat Bächler. Auch von ausserhalb des deutschsprachigen Raums kommen laut Cramm sehr viele Besucher, insbesondere aus der Westschweiz und Frankreich. Weniger interessant seien die «Massentouristen», die mit Bussen kommen – diesen fehlt in den meisten Fällen die Zeit für eine tiefere Auseinandersetzung.

Zusammenarbeit zwischen Stiftungsrat und Museumsleitung wird beim Bourbaki-Panorama grossgeschrieben. Besonders wichtig ist Bächler die Auseinandersetzung mit Irène Cramm. «Wir beide scheuen es nicht, kontroverse Ansichten zuzulassen und so neue Ideen für das Haus zu entwickeln», sagt Bächler. Auch innerhalb der Bourbaki-Hausgemeinschaft sollen weitere Synergien mit Bar, Kino, Stadtbibliothek und Kunsthalle freigelegt werden.

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