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Brändi-Unterführung droht Teilsperrung – Kriens reagiert mit Sicherheitsmassnahmen

Die Gleis-Unterführung bei der Stiftung Brändi ist für Velofahrer und Fussgänger zu eng. Zu diesem Schluss kommt die Beratungsstelle für Unfallverhütung. Sie führt gar eine Teilsperrung ins Feld. Das will die Stadt Kriens verhindern.
Stefan Dähler
Velofahrer müssen in der Brändi-Unterführung zwischen Kriens und Horw langsam und vorsichtig fahren. Die Stadt Kriens hat die Markierungen angepasst. (Bild: Pius Amrein, 3. September 2019)

Velofahrer müssen in der Brändi-Unterführung zwischen Kriens und Horw langsam und vorsichtig fahren. Die Stadt Kriens hat die Markierungen angepasst. (Bild: Pius Amrein, 3. September 2019)

Ihre Bedeutung ist seit der Schliessung zweier Bahnübergänge zwischen Kriens und Horw im Frühling gestiegen: Die Rede ist von der Unterführung Brändi zwischen der Horwerstrasse in Kriens und der Kantonsstrasse in Horw. Doch: Sie ist mit einer Breite von rund 4 Metern eigentlich zu eng für eine Nutzung von Fussgängern und Velofahrern. Nötig wären mindestens 5 Meter. Hinzu kommt, dass sie unübersichtlich ist und seitliche Zugänge die Situation weiter verkomplizieren. Das schreibt die Beratungsstelle für Unfallverhütung in einer von der Stadt Kriens in Auftrag gegebenen Analyse. Auch die SP hat in einer Interpellation bereits Sicherheitsbedenken geäussert.

Zwar habe die Polizei in den letzten fünf Jahren dort keinen Unfall registriert. Dennoch empfiehlt die BfU mehrere Massnahmen. Einige davon hat die Stadt Kriens bereits umgesetzt, wie sie mitteilt. So wurden der Velostreifen und die Fussgängersymbole am Rand entfernt. Stattdessen wird die Unterführung im Mischverkehr geführt und die Velofahrer sind aufgefordert, rücksichtsvoll zu fahren. Die Markierung wurde entsprechend angepasst. Weiter sollen für eine bessere Sicht Pflanzen zurückgeschnitten werden. Das BfU geht aber noch einen Schritt weiter und empfiehlt als langfristige Massnahme, eine Teilsperrung der Unterführung zu prüfen. Das würde bedeuten, dass nur noch entweder Velofahrer oder Fussgänger diese benützen dürften.

Für die Luzerner Sektion des Verkehrsclubs der Schweiz (VCS) zeigt der BfU-Bericht einmal mehr auf, «dass die Brändi-Unterführung nicht normgerecht ist», sagt Präsident Michael Töngi. «Die Sofortmassnahmen sind auch ein Ausdruck von Hilflosigkeit.» Er fügt an:

«Eine Schikane für Velofahrer oder eine Sperrung für eine Verkehrsgruppe wäre inakzeptabel.»

Es handle sich um eine wichtige regionale Veloroute «und der Zugang ins Quartier ist für Velo und Fussgänger durch die Schliessung der Bahnübergänge Krienser-/Horwerstrasse und Wegmattstrasse schon schlechter geworden», so Töngi. Für den VCS ist daher klar: «Die einfachste Lösung wäre, diese Übergänge wieder in Betrieb zu nehmen, denn eine Verbreiterung der Unterführung Brändi wäre sehr teuer.»

Kriens wartet auf Gerichtsentscheid

Zu einer Sperrung für Velos oder Fussgänger soll es aber nicht kommen, wie der Krienser Bauvorsteher Matthias Senn (FDP) sagt. «Eine Schikane wäre allenfalls denkbar, falls die Situation kritisch ist. Eine Sperre wollen wir aber vermeiden, es braucht eine andere Lösung.» So prüft die Stadt derzeit mehrere Optionen: Den Bau einer neuen Unterführung oder Passerelle am Standort Krienser-/Horwerstrasse oder die Verbreiterung der Brändi-Unterführung. «Allerdings müssen wir den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts noch abwarten», sagt Senn. Die Stadt Kriens, der VCS und eine Privatperson haben Beschwerde gegen den geplanten Rückbau der beiden Bahnübergänge Krienser-/Horwerstrasse und Wegmattstrasse eingereicht. Falls die Übergänge wieder aufgehen, würde die Unterführung Brändi entlastet. Dann müsste die Stadt die Situation neu beurteilen.

Hier sehen Sie die Standorte der Gleisquerungen:

Die Situation dürfte sich aber entschärfen, wenn diesen Donnerstag die neue Unterführung Wegmatt in Horw sowie voraussichtlich im November die beiden Querungen beim Bahnhof Mattenhof eröffnet werden – wobei beim Mattenhof eine Querung auch mit dem Velo befahrbar sein wird.

Wie viele Leute aktuell die die Unterführung Brändi nutzen, ist nicht bekannt. Eine Zählung vor der Schliessung der Übergänge Krienser-/Horwerstrasse und Wegmattstrasse ergab 1150 Personen pro Tag. Derzeit dürften es mehr sein. Die Stadt Kriens wird voraussichtlich erst wieder zählen, wenn die Unterführungen Wegmatt und Mattenhof in Betrieb sind.

Der Streit um die Bahnübergänge

Die Zentralbahn und die Gemeinde Horw wollen die Bahnübergänge Krienser-/Horwerstrasse und Wegmattstrasse aus Sicherheitsgründen aufheben. Als Ersatz soll die neue Unterführung Wegmatt dienen. Das Bundesamt für Verkehr hat dieses Vorhaben Ende 2018 bewilligt. Die Stadt Kriens, der VCS und Anwohner wollen jedoch an den Übergängen festhalten und haben den Entscheid an das Bundesverwaltungsgericht weitergezogen, wo er noch hängig ist.

Dennoch wurden die Übergänge bereits im vergangenen Frühling geschlossen, aber noch nicht abgebrochen. Dies, weil die Übergänge im Stellwerk des neuen Bahnhofs Horw nicht ein eingeplant sind. Falls das Gericht die Schliessung ablehnt, müsste die Zentralbahn das Stellwerk nachträglich aufrüsten.

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