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Kolumne

Bräteln statt Grillieren

Redaktorin Beatrice Vogel über neue und alte Schweizer Fleisch-Gewohnheiten.
Beatrice Vogel

Der Geruch von gebratenem Fleisch liegt in der Luft. Den ganzen Sommer über heisst es «Tsch-tsch». Grillieren ist zu einer Art Schweizer Volkssport geworden. Nicht nur in Privatgärten, auch in der Luzerner Ufschötti steigen die Rauch- und Fleischdämpfe empor.

Die eigentliche Schweizer Tradition in Sachen Fleischbraten ist aber eine andere. Darauf machte mich kürzlich ausgerechnet meine deutsche Schwägerin aufmerksam. Wir unternahmen einen Ausflug mit der Familie – im Gepäck unter anderem Sackmesser und Cervelats.

Dass man während einer Wanderung bei einer Grillstelle rastet und Würste brätelt, ist offenbar ein schweizerisches Phänomen. In Wäldern und an Wanderwegen Deutschlands, so meine Schwägerin, gebe es nie so viele Feuerstellen wie in der Schweiz und «gegrillt» werde fast ausschliesslich im Garten.

Beatrice Vogel.

Beatrice Vogel.

Tatsächlich gehört die Cervelat am selbst geschnitzten Stecken, geschnitten zu einem «Krebs» (mit je vier Beinchen an den Enden), zu meinen liebsten Kindheitserinnerungen. So liess ich es mir nicht nehmen, auf besagtem Familienausflug meine Cervelat am Stecken zu bräteln, obwohl die meisten ihre Würste auf den Grill legten. Die Cervelat schmeckt einfach am besten, wenn man sie direkt vom Stecken, Bein für Bein abbeissen kann.

Diese Erkenntnis hatte offenbar auch mein dreijähriger Göttibub: Von den Beinchen meiner Cervelat landeten die meisten in seinem Magen, die anderen Würste liess er links liegen. Ich hoffe deshalb, lieber Noah, wir unternehmen noch viele Cervelat-Ausflüge, damit auch du so manche schöne – echt schweizerische – Kindheitserinnerung sammeln kannst (natürlich erst, wenn das Feuerverbot aufgehoben worden ist). Denn: auch wenn grillieren echt gut ist, am Stecken bräteln ist einfach noch viel besser.

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