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BRANDSTIFTUNG: Der Doppelbrand von Escholzmatt: Zurück auf Feld eins

Während Monaten ermittelten die Behörden gegen einen Mann aus dem Amt Entlebuch. Aber zur Anklage wird es – vorläufig – nicht kommen.
Thomas Heer
Der Brandstifter hat in Escholzmatt zwei Mal Feuer gelegt. (Bild: Archiv Neue LZ)

Der Brandstifter hat in Escholzmatt zwei Mal Feuer gelegt. (Bild: Archiv Neue LZ)

Eine Nachfrage bei der Luzerner Staatsanwaltschaft zum Stand der Ermittlungen im Fall des Escholzmatter Doppelbrandes vom April 2014 ergab dies: Das Verfahren gegen einen lange Zeit Verdächtigten sei mit dem Entscheid vom vergangenen 12. Februar eingestellt worden. Weiter teilte Simon Kopp, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft mit, die Untersuchung gegen Unbekannt laufe weiter. Das heisst auch: Es ist keine bestimmte Person mehr im Visier der Ermittler.

Lange Zeit war das anders. Die Behörden ermittelten ganz konkret gegen einen Mann, der noch heute im Amt Entlebuch wohnt. Aus dem Kreis der Brandopfer wurden der «Zentralschweiz am Sonntag» einige Dokumente übergeben, die aufzeigen, welchen Indizien die Ermittler gegen den Verdächtigen ins Feld führten.

Rückblick: In der Nacht zwischen zirka 1.25 und 2.10 Uhr vom 23. April 2014 kam es in der Gemeinde Escholzmatt zu zwei Bränden. Zum einen fing im Gebiet Chräbeli ein Wagenschopf Feuer, wenig später brannte zum anderen im Escholzmatter Ried-Quartier eine Scheune lichterloh. Nur mit viel Glück konnte dort der Viehbestand bis auf eine trächtige Kuh in Sicherheit gebracht werden. Beim Chräbeli-Brand fehlte nur wenig, und das benachbarte Wohnhaus hätte ebenfalls Feuer gefangen.

Und nun zurück zu den Indizien: Wo war der Verdächtigte in der besagten Nacht? Gegenüber der Kriminalpolizei gab er bei einer ersten Befragung an, er sei zu Hause gewesen. Bestätigen kann das niemand. Auch der Vater nicht. Denn dieser behauptete, er habe tief geschlafen und könne daher keine Angaben dazu machen, ob sein Sohn das Haus möglicherweise verlassen habe.

Handy-Daten ausgewertet

Nun aber hat ein Augenzeuge gesehen, dass während der Nacht in der Scheune des lange Zeit Verdächtigten Licht brannte. Dieser gab an, das Licht habe gebrannt, weil sein Vater damals an starkem Husten litt und er sich in der Scheune ausgehustet habe. Was stimmt nun? Hat der Vater durchgeschlafen, oder aber ist er nachts aufgestanden und hat sich aus gesundheitlichen Gründen in die Scheune verzogen? Zu weiteren Aussagen der beiden kam es in dieser Angelegenheit nicht. Niemand ist verpflichtet, sich selber oder einen engen Verwandten durch Aussagen zu belasten.

Die Ermittler werteten auch die Handy-Daten des Verdächtigten aus. Die Faktenlage dazu ist folgende: Checks ergaben, dass das Handy des Mannes in der Zeit, als die Brände ausbrachen, zwei verschiedene Swisscom-Antennen anwählte. Einerseits jene in Voglisbergegg, zum anderen jene in Aebnit. Dies ist ein Hinweis dafür, dass der Verdächtigte in der fraglichen Nacht vom Gebiet Chräbeli in den Ortsteil Ried gewechselt hat. Der Wagenschopf im Chräbeli liegt nämlich nahe der Antenne von Voglisbergegg, die Antenne von Aebnit hingegen befindet sich im Umfeld der Ried-Scheune.

Aber auch dieser Verdachtsmoment reichte nicht aus, um den Mann anzuklagen. Denn gemäss Telekommunikationsanbieter ist nicht auszuschliessen, dass ein Handy – auch wenn dessen Besitzer nicht herumfährt – unterschiedliche Antennen anwählen kann.

Freundin wurde befragt

Erst viele Wochen nach den Bränden wurde in der Nähe des Chräbeli-Schopfes ein leerer Benzinkanister gefunden. Wem dieser Behälter ursprünglich gehörte und wann er am Fundort deponiert wurde, ist bis heute unklar. Die Ermittler befragten auch den Arbeitgeber und die damalige Freundin der Verdächtigten. Beide Personen sagten aus, der Angestellte respektive der Lebenspartner habe sich nach den Brandvorfällen in keiner Art und Weise auffällig verhalten.

Das vorläufige Fazit dieser Feuersbrunsten: Die Täterschaft ist nach wie vor auf freiem Fuss. Der Ermittler werden aber nicht locker lassen und auch künftig alles daran setzen, dieses Verbrechen dereinst doch noch zu klären.

thomas heer

Die Feuerwehr im Einsatz. (Bild: Archiv Neue LZ)

Die Feuerwehr im Einsatz. (Bild: Archiv Neue LZ)

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