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BRAUCHTUM: Luciafest: Das schwedische Fest des Lichts

Das Luciafest am 13. Dezember ist eine der wichtigsten Feiern in Schweden. Auch in Luzern wird es begangen – etwas früher zwar, dafür mit ebenso viel Pfefferkuchen, Glühwein und einem kleinen Umzug.
Natalie Ehrenzweig
In selbstgemachten Kostümen feiern die jungen Schweden das Luciafest. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 10. Dezember 2017))

In selbstgemachten Kostümen feiern die jungen Schweden das Luciafest. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 10. Dezember 2017))

Natalie Ehrenzweig

stadt@luzernerzeitung.ch

Die Kinder verschwinden im Ne­benraum, man hört es rascheln, noch schnell die Generalprobe durchgespielt – dann ist es so weit: Mit weissen Gewändern, meist mit rotem Band um die Taille, und Lametta-Girlanden in den Haaren präsentieren sich die Mädchen. Die Buben mit weissem Hemd, spitzem weissem Hut mit goldenen Sternen und einem Sternenstab und einer als Lebkuchen-Mann. Gemeinsam schreiten sie gestern andächtig um den langen Tisch im Barfüsser-Pfarreiheim in Luzern und singen. Der kleine Umzug ist einer der Höhepunkte des Luciafestes des Luzerner Schwedenvereins.

Den Verein gibt es seit 21 Jahren in der Zentralschweiz. Er umfasst rund hundert Mitglieder und organisiert neben dem monatlichen Stamm im Hotel Schweizerhof auch Anlässe wie Filmabende, Ausflüge. Oder eben traditionelle Feste wie Midsomar zur Sommersonnenwende und das Luciafest am 13. Dezember. «Wir feiern das Luciafest heute, weil am kommenden Mittwoch alle arbeiten», so Maria Spörri-Hedberg, Präsidentin. Mit kratziger Stimme sagt sie bei der Begrüssung auch, dass leider viele krankheitshalber verhindert seien.

Die Anwesenden jedoch geniessen den gemütlichen Nachmittag bei Glühwein, Pfefferkuchen, Lussekatter – eine Art Gritibänz-Gebäck mit Safran. «Das Luciafest ist neben dem Midsomar die wichtigste Tradition in Schweden. Dort ist das Luciafest eine grosse Sache, wie auch in Norwegen und Dänemark. Vom Kindergarten bis zum Arbeitsplatz. Der Ursprung ist eine Vermischung verschiedener Feste, wie die Wintersonnenwende und zum Beispiel der Ehrung der Lucia – einer katholischen Heiligen. Es ist heute ein Fest des Lichts», erklärt die Schwedin, die der Liebe wegen in die Schweiz kam.

Der Luciaumzug wird in der Regel von einem hochgewachsenen Mädchen angeführt, die dabei eben besagte Lucia darstellt. Neben dem weissen Gewand trägt sie auch noch einen Kerzenkranz auf dem Kopf. «Da aber niemand von uns so einen Kranz hat, gibt es bei unserem kleinen Umzug keine Lucia», erklärt Maria Spörri-Hedberg, die selber nie Lucia, sondern lieber ein Wichtel sein wollte.

Wachs in den Haaren und eine gelungene Premiere

Anna Bergstrand hingegen war schon mal die Lucia – als Erwachsene an einem Umzug in Dublin. «Lucia sein ist schwer, denn der Kerzenkranz hat ein rechtes Gewicht. Ausserdem hat man noch Tage danach Wachs in den Haaren», erinnert sie sich lachend.

Zum ersten Mal beim Umzug machen Louis und Malin Keller mit. Der fünfjährige Louis hat sogar gebastelt: «Zusammen mit meinem Vater habe ich den spitzen Hut und den Sternenstab selber gemacht», erzählt er stolz. Seine Zwillingsschwester und er sprechen daheim Deutsch, Schwedisch, Spanisch und sogar ein bisschen Englisch. «Die schwedischen Weihnachtslieder üben wir mit einer CD», verrät er.

Die Vorweihnachtsfeier der Schweden beinhaltet noch eine Tombola, Geschenkefischen und das traditionelle Weihnachtsliedersingen im Kreis. «Normalerweise geht man dabei um den Weihnachtsbaum, hält sich an den Händen und singt. Aber hier machen wir es halt ohne Baum», sagt die Präsidentin pragmatisch.

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