BRAUCHTUM: Sechs Luzerner und ihre Dreikönigswünsche

Das demokratische System der Schweiz ist heute im Ausnahmezustand: Schätzungsweise 1,5 Millionen Könige regieren unser Land. Sechs Luzerner Persönlichkeiten geben ihre Wünsche als Könige preis.

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Die Geschwister :Lena (8), Vincent (3) und Ursin (6) Sidler, von links, essen einen Dreikönigskuchen. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Die Geschwister :Lena (8), Vincent (3) und Ursin (6) Sidler, von links, essen einen Dreikönigskuchen. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Rund 1,5 Millionen Stück des Gebäcks Dreikönigskuchen werden nämlich laut Bäcker-Confiseur-Verband jeweils am 6. Januar in der Schweiz gegessen. Die Tradition des süssen Hefekranzes mit eingebackenem Königsfigürchen ist in kaum einem anderen Land so verbreitet wie bei uns. Aber auch Frankreich, Spanien, Holland und England kennen eine Art Dreikönigskuchen. In Frankreich etwa isst man einen Blätterteigkuchen gefüllt mit Marzipan, das versteckte Figürchen besteht aus Porzellan.

Genussvolles Spiel

Die Chancen, einen Königswunsch zu äussern und einen Tag lang zu regieren, sind unterschiedlich gut – je nachdem, ob der Kuchen sechs, acht oder gar zehn Stücke umfasst.

Angesichts der millionenschweren schweizweiten Backtradition ist klar: Das genussvolle Spiel um den Biss in den Plastikkönig ist nicht nur bei Kindern (siehe Bild) beliebt. Auch darum haben wir bei sechs Luzerner Persönlichkeiten betreffend ihrer Dreikönigswünsche nachgefragt. Klicken Sie sich durch die Bildserie:

Beat Leu (50), Stadtpräsident Sursee (CVP): «Ich wünsche mir sowohl im privaten wie im auch beruflichen Bereich, dass ich Stolpersteine erkenne, bevor diese eine grosse Lawine auslösen. Dies in der Funktion als Stadtpräsident aber auch als Swiss-Airbus-Pilot. Nur wer die Probleme rechtzeitig erkennt, kann auch adäquat agieren.» (Bild: Archiv Neue LZ)
6 Bilder
Stefan Roth (54), Luzerner Stadtpräsident (CVP): «Als König darf man auch Unwahrscheinliches wünschen, oder? Dann möchte ich, dass alle hier ansässigen Firmen ihren Gewinn um mindestens 20 Prozent steigern und so mit höheren Steuereinnahmen ein weiteres Sparpaket unnötig machen.»
Stephan Furrer (51), Präsident Lozärner Fasnachtskomitee LFK: «Mein Wunsch: Petrus soll es mit den Fasnächtlern gut meinen. Konkret: trockenes Wetter und sonnige Momente. Zu Hause wünsche ich mir als Menü Polenta und Kalbshaxen. Deshalb hoffen meine Kinder, dass nicht ich König werde.» (Bild: Archiv Neue LZ)
Ramona Bachmann (24), Luzerner Fussballerin: «Ein Wunsch geht schon mal in Erfüllung: Ich erhalte morgen vor dem Abflug nach Schweden zu meinem Team FC Rosengård noch ein Stück des leckeren Dreikönigs¬kuchens. Zudem wünsche ich mir eine verletzungsfreie Zeit und dass meine Familie und Freunde gesund bleiben.» (Bild: Archiv Neue LZ)
Erna Bieri (56), Stadtpräsidentin Willisau (FDP): «Ich wünsche mir einerseits Zeit für bereichernde Begegnungen mit Bürgern. Andererseits wünsche ich dem Stadtrat die nötige Gesundheit, Kraft, Kreativität und den Mut, spannende neue Projekte gemeinsam anzupacken.» (Bild: Archiv Neue LZ)
Iva Boutellier (56), Präsidentin der römisch-katholischen Synode, Luzerner Landeskirche: «Mein Wunsch ist, dass wir lernen, im Staat, in der Gesellschaft und in der Kirche all das Gute und Schöne zu sehen, das es neben den schlimmen Dingen auch gibt. Und dass wir so eine Haltung der Dankbarkeit entwickeln, uns dadurch öffnen und daraus fähig werden, Gutes weiterzugeben.» (Bild: Archiv Neue LZ)

Beat Leu (50), Stadtpräsident Sursee (CVP): «Ich wünsche mir sowohl im privaten wie im auch beruflichen Bereich, dass ich Stolpersteine erkenne, bevor diese eine grosse Lawine auslösen. Dies in der Funktion als Stadtpräsident aber auch als Swiss-Airbus-Pilot. Nur wer die Probleme rechtzeitig erkennt, kann auch adäquat agieren.» (Bild: Archiv Neue LZ)

Yasmin Kunz