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BRAUCHTUM: Sennenchilbi Weggis: «Alles muss weg»

Die Sennenchilbi ging am Dienstag mit der Versteigerung der Festutensilien zu Ende. Hunderte rangen um Andenken, wobei nicht immer der Höchstbietende erfolgreich war.
Stephan Santschi
Gantrufer Xaver Stalder (hinten) und Sennenammann Mischa Hasler versteigern Chilbi-Utensilien. Bild: Dominik Wunderli (Weggis, 15. November 2016)

Gantrufer Xaver Stalder (hinten) und Sennenammann Mischa Hasler versteigern Chilbi-Utensilien. Bild: Dominik Wunderli (Weggis, 15. November 2016)

Sie hat Tradition, die Versteigerung der Festutensilien am Schlusstag der Sennenchilbi. 150 bis 200 Artikel standen am Dienstag bereit, Überbleibsel oder Liegengelassenes der fünftägigen Party in Weggis. «Alles muss weg», lautete das Motto, und so ging es kurz nach 14 Uhr los mit einer Harasse Weisswein. Den Zuschlag bekam ein gewisser Hans, 90 Franken liess er sich den Rebensaft kosten, um sich damit sogleich beim Kassentisch zu positionieren. Jeder, der fortan sein Souvenir bar bezahlte oder den Einzahlungsschein abholte, konnte sich von ihm zu einem Becherchen Weisswein einladen lassen. Als der Vorrat zur Neige ging, ersteigerte Hans die nächste Harasse.

120 Franken für Schnaps – «die spinnen, hey!»

So gesellig der Auftakt war, so bunt ging das Treiben weiter. Zwei Gantrufer traten abwechselnd vor die mehreren hundert Anwesenden, um garniert mit lockeren Sprüchen all das anzupreisen, was verkauft werden sollte. Vom Blumengesteck über Kaffeetassen und Schweineköpfe bis hin zum Holzbrunnen fand alles einen Abnehmer, zwischen 20 und 3000 Franken bewegten sich die Preise. Wer besonders aktiv mitbot, dem warf der Gantrufer zum Dank einen Stumpen zu.

Ein paar junge Männer liessen sich, von den Festivitäten wohl noch leicht benebelt, eine Flasche Vieille Prune stolze 120 Franken kosten. Ihr Inhalt wurde sofort einverleibt, ebenso wie kurz darauf die Cervelats und der Laib Brot, erworben für 40 Franken. «Die spinnen, hey!», tönte es aus der Menschenmenge.

Wer nur einem Bekannten zuwinkte, wurde ungewollt zum Mitbieter. «Vorsicht, sonst habt ihr plötzlich einen Brunnen zu Hause», mahnte der Gantrufer. Wer dann doch für etwas den Zuschlag bekam, das er gar nicht wollte, gab es einfach an den Zweitbietenden weiter. Macht ja auch wenig Sinn, den Schlüssel einer Holztruhe zu behalten, die ein anderer erworben hat. Einen besonderen Fang machte jener Franz, der sich das Waldbett der Tschämeler sicherte – ohne Fabelwesen zwar, aber immerhin mit einer dunkelhäutigen Gummipuppe, die sich darin räkelte.

Veräussert wurde am Ende auch noch der Umzugswagen, auf dem die Versteigerung durchgeführt wurde – für 350 Franken an Regula Stalder. Wozu sie ihn braucht? «Als Partyraum für Apéros», antwortete die Mitinhaberin einer Weggiser Brennerei.

Nicht immer reizte man es dabei bis zum Höchstgebot aus, «möglichst viele sollen nämlich ein Erinnerungsstück erhalten. Wir wollen die Leute nicht abzocken», erklärte Sennenammann Mischa Hasler. Auch so kam man am Ende auf einen stattlichen Batzen im fünfstelligen Bereich, den das Organisationskomitee für die nächste Austragung in fünf Jahren zur Seite legt. Vor dem Blick Richtung 2021 gilt es aber die letzten Tage zu bilanzieren. «Überwältigend», hielt Hasler fest. «Ich werde zwei bis drei Wochen brauchen, um zu verarbeiten, was wir hier auf die Beine gestellt haben. Für all die ehrenamtliche Arbeit kann ich gar nicht genug danken.»

Stephan Santschi

Familie Winter scheut keinen Aufwand. (Bild: Roger Grütter (LZ))Familie Winter scheut keinen Aufwand. (Bild: Roger Grütter (LZ))
Sie sind überall: die Muotithaler Wetterschmöcker. (Bild: Roger Grütter (LZ))Sie sind überall: die Muotithaler Wetterschmöcker. (Bild: Roger Grütter (LZ))
Die Familien Appert und Schmid am Festumzug. (Bild: Roger Grütter (LZ))Die Familien Appert und Schmid am Festumzug. (Bild: Roger Grütter (LZ))
Kinder von der Kindertrachtengruppe Weggis bei er Vorführung in der vollen Turnhalle. (Bild: Roger Grütter (LZ))Kinder von der Kindertrachtengruppe Weggis bei er Vorführung in der vollen Turnhalle. (Bild: Roger Grütter (LZ))
Familie Winter zeigt viel Käse. (Bild: Roger Grütter (LZ))Familie Winter zeigt viel Käse. (Bild: Roger Grütter (LZ))
Die Familien Appert und Schmid in traditioneller Kleidung; die Herren rauchen wie üblich 'Krumme'. (Bild: Roger Grütter (LZ))Die Familien Appert und Schmid in traditioneller Kleidung; die Herren rauchen wie üblich 'Krumme'. (Bild: Roger Grütter (LZ))
Familie von Rickenbach brachte Schafe ins Dorfzenturm mit. (Bild: Roger Grütter (LZ))Familie von Rickenbach brachte Schafe ins Dorfzenturm mit. (Bild: Roger Grütter (LZ))
Am Festumzug wurden die Zuschauer beschenkt. (Bild: Roger Grütter (LZ))Am Festumzug wurden die Zuschauer beschenkt. (Bild: Roger Grütter (LZ))
Junge Frauen zeigen stolz die traditionelle Tracht. (Bild: Roger Grütter (LZ))Junge Frauen zeigen stolz die traditionelle Tracht. (Bild: Roger Grütter (LZ))
An der Weggiser Sennenchilbi gibts allerhand Traditionelles zu sehen. (Bild: Roger Grütter (LZ))An der Weggiser Sennenchilbi gibts allerhand Traditionelles zu sehen. (Bild: Roger Grütter (LZ))
Die Familie Mathis am Umzug. (Bild: Roger Grütter (LZ))Die Familie Mathis am Umzug. (Bild: Roger Grütter (LZ))
Im Bild die Muotithaler Wetterschmöcker. (Bild: Roger Grütter (LZ))Im Bild die Muotithaler Wetterschmöcker. (Bild: Roger Grütter (LZ))
Familie Hofmann vom Riedtli bringt ihr Vieh mit an den Umzug. (Bild: Roger Grütter (LZ))Familie Hofmann vom Riedtli bringt ihr Vieh mit an den Umzug. (Bild: Roger Grütter (LZ))
Kinder von der Kindertrachtengruppe Weggis tanzen vor vollen Rängen in der Turnhalle. (Bild: Roger Grütter (LZ))Kinder von der Kindertrachtengruppe Weggis tanzen vor vollen Rängen in der Turnhalle. (Bild: Roger Grütter (LZ))
Im Bild Roger Niederberger aus Merlischachen, der als erster Kletterer die 40 Meter hohe Tanne hochgeklettert ist. (Bild: Roger Grütter (LZ))Im Bild Roger Niederberger aus Merlischachen, der als erster Kletterer die 40 Meter hohe Tanne hochgeklettert ist. (Bild: Roger Grütter (LZ))
Familie von Rickenbach brachte Schafe ins Dorfzenturm mit. (Bild: Roger Grütter (LZ))Familie von Rickenbach brachte Schafe ins Dorfzenturm mit. (Bild: Roger Grütter (LZ))
Roger Niederberger aus Merlischachen ist als erster Kletterer oben. (Bild: Roger Grütter (LZ))Roger Niederberger aus Merlischachen ist als erster Kletterer oben. (Bild: Roger Grütter (LZ))
Roger Niederberger beim Klettern. (Bild: Roger Grütter (LZ))Roger Niederberger beim Klettern. (Bild: Roger Grütter (LZ))
Kinder von der Kindertrachtengruppe Weggis bei er Vorführung in der vollen Turnhalle. (Bild: Roger Grütter (LZ))Kinder von der Kindertrachtengruppe Weggis bei er Vorführung in der vollen Turnhalle. (Bild: Roger Grütter (LZ))
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Sennechilbi in Weggis

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