BRAUCHTUM: Zwei Gänse verlieren traditionell den Kopf

In Sursee ist am Dienstag am Gansabhauet zwei toten Gänsen der Kopf vom Rumpf geschlagen worden. 3500 Personen verfolgten in der Altstadt das Spektakel, für das sich 69 Männer und sechs Frauen angemeldet hatten.

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Die Zünfter bringen zwei Gänse für die traditionelle Gansabhauet. (Bild: Keystone)

Die Zünfter bringen zwei Gänse für die traditionelle Gansabhauet. (Bild: Keystone)

Bei der ersten Gans gelang dem dritten Schläger, Daniel Sieger aus Schenkon, der entscheidende Hieb. Etwas länger dauerte es in der zweiten Runde: Der erfolgreiche Christian Fries aus Sursee war der Zehnte, der sich an der aufgehängten Gans versuchte. Für ihn war es in seiner vierten Teilnahme an einem Gansabhauet bereits der dritte erfolgreiche Hieb, wie Stadtarchivar Michael Blatter erklärte.

Beim Gansabhauet geht es darum, mit einem Säbelhieb den Hals einer leblosen, am Hinterkopf aufgehängten Gans mit einem einzigen Hieb zu durchtrennen. Dies ist schwieriger, als es auf den ersten Blick erscheint.

Die Wettstreiter in ihren roten Umhängen sehen hinter ihrer Sonnenmaske nichts. Zudem ist ihr Dragonersäbel stumpf. Vor dem Schlag trinken sie ein Glas Wein und drehen sich um die eigene Achse.

Die tote Gans wird zum Rathausplatz gebracht. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
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Die erste Gans wird aufgehängt. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Ein Schläger holt aus... (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
... und schlägt der Gans den Kopf ab. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Bei der ersten Gans gelang dem dritten Schläger, Daniel Sieger aus Schenkon, der entscheidende Hieb. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Daniel Sieger, der dritte Schläger, köpft die erste Gans. Bei der zweiten dauerte es zehn Schläge. (Bild: Keystone)
Ein weiterer Schläger versucht sich. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Abtasten des Halses (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Der erfolgreiche Christian Fries aus Sursee war der Zehnte, der sich an der aufgehängten Gans versuchte. Für ihn war es in seiner vierten Teilnahme an einem Gansabhauet bereits der dritte erfolgreiche Hieb, wie Stadtarchivar Michael Blatter erklärte. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Beim Gansabhauet geht es darum, mit einem Säbelhieb den Hals einer leblosen, am Hinterkopf aufgehängten Gans mit einem einzigen Hieb zu durchtrennen. Dies ist schwieriger, als es auf den ersten Blick erscheint. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Die Wettstreiter in ihren roten Umhängen sehen hinter ihrer Sonnenmaske nichts. Zudem ist ihr Dragonersäbel stumpf. Vor dem Schlag trinken sie ein Glas Wein und drehen sich um die eigene Achse. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Franziska Scholl werden die Augen zugebunden (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
3500 Personen verfolgten das Spektakel in Sursee (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Auslosung der Schläger (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Das Martinifest beschränkt sich in Sursee nicht nur auf den Gansabhauet. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Wer bis an die Spitze klettert, kann sich ein Geschenk ergattern. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Kinder können beim «Chäszänne» mit einer verrückten Grimasse ein Stück Käse verdienen. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Chääszänne (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Gansabhauet (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Gansabhauet (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Gansabhauet (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Gansabhauet (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Mit schwung, trotzdem hat es nicht gereicht. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Gansabhauet in Sursee Der Kopf der zweiten Gans ist ab. (neue LZ/roger gruetter) (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)
Der Schläger wird von Mitgliedern der Zunft "Heini von Uri" gefuehrt. (Bild: Keystone)
Traditionell mussten am Martinitag im Mittelalter die Bauern 10 Prozent ihrer Ernte als Steuern abliefern. (Bild: Keystone)
Die Martinsgans. (Bild: Keystone)
Zünfter hängen die Gans für die traditionelle Gansabhauet auf. (Bild: Keystone)
Der Kopf ist ab. (Bild: Keystone)

Die tote Gans wird zum Rathausplatz gebracht. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Losglück

Die Reihenfolge der Schläger für die zwei Gänse wird durch das Los bestimmt. Dem Erfolgreichen - der entscheidende Schlag ist bislang noch nie einer Frau geglückt - winkt neben Ruhm und Ehre auch ein Festmahl. Natürlich darf er auch die Gans mit nach Hause nehmen.

Die Ursprünge des Gansabhauet liegen im Dunkeln. Sicher ist einzig, dass Bräuche um das wertvolle Federvieh früher in ganz Europa verbreitet waren. 1820 verschwand der Brauch aus Sursee, vier Jahrzehnte später wurde er wieder zu neuem Leben erweckt.

Das Martinifest beschränkt sich in Sursee nicht auf den Gansabhauet. In den Pausen zwischen den Schlägen können Kinder beim «Stangechlädere» Geschenke ergattern oder beim «Chäszänne» mit einer verrückten Grimasse ein Stück Käse verdienen. Auch ein «Räbeliechtli»-Umzug fehlt nicht.

sda