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BREITBAND: Luzern hofft bei Internet-Offensive auf Bundesbern

Auf dem Land wird die rechtlich verankerte Mindestgeschwindigkeit für die Datenübertragung oft nicht erreicht. Politiker erhöhen nun auf nationaler und kantonaler Ebene den Druck für schnellere Verbindungen.
Evelyne Fischer
Die Swisscom baut das Glasfasernetz aus. Der Nationalrat befürchtet aber, dass die ländlichen Gebiete bei der Internet-Grundversorgung zu kurz kommen könnten. Er verlangt daher eine höhere Mindestgeschwindigkeit. (Archivbild) (Bild: KEYSTONE/TI-PRESS/CARLO REGUZZI)

Die Swisscom baut das Glasfasernetz aus. Der Nationalrat befürchtet aber, dass die ländlichen Gebiete bei der Internet-Grundversorgung zu kurz kommen könnten. Er verlangt daher eine höhere Mindestgeschwindigkeit. (Archivbild) (Bild: KEYSTONE/TI-PRESS/CARLO REGUZZI)

Wer oft Daten vom Internet herunterlädt, dürfte es bemerkt haben: Seit Anfang Jahr geht dies vielerorts etwas zackiger. Per 2018 bietet Swisscom, die für die Grundversorgung zuständig ist, der Bevölkerung schnelleren Breitband-Internetzugang. Das heisst in Zahlen: mindestens eine Download-Geschwindigkeit von 3 Mbit/s und 0,3 Mbit/s Upload. Zuvor wurde eine Übertragungsrate von 2/0,2 Mbit/s garantiert.

Das Problem ist: In weiten Teilen des Entlebuchs und des Hinterlands war selbst die bis­herige Mindestleistung Wunschdenken. Daher hat die Unesco-Biosphäre Entlebuch zusammen mit dem regionalen Entwicklungsträger Region Luzern West letzten Frühling betroffene Haushalte aufgefordert, die Breitbandrate zu überprüfen. Das Resultat: In den sieben Gemeinden des Entlebuchs verfügen von knapp 6400 Haushalten mindestens 100 Adressen nicht über das rechtlich verankerte Minimum. Von den gut 5300 Haushalten in Hergiswil, Luthern, Menznau und Willisau dürften es gegen 60 sein (Ausgabe vom 24. April 2017).

Dank Faktenblatt ­Mindestleistung einfordern

Inzwischen wurden die Verant­wortlichen bei Swisscom vorstellig. «Wir haben unser Anliegen deponiert», sagt Christian Ineichen, Regionalmanager der Biosphäre und Präsident der CVP-Kantonalpartei. «Verbessert hat sich die ­Situation in den Problemregionen aber noch nicht.» Ineichen und Guido Roos, Geschäftsführer von Region Luzern West und CVP-Kantonsrat aus Wolhusen, treiben die Internet-Offensive parallel anderweitig voran: Sie haben ein Faktenblatt zur Breitbandversorgung erstellt und in den Gemeinden gestreut. «Damit die Leute wissen, was sie einfordern können», so Ineichen. Auch hat die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete letztes Jahr eine Resolution zum Ausbau der Breitbandinfrastruktur im ländlichen Raum zuhanden des Bundes verabschiedet.

Schützenhilfe könnte es zudem aus Bundesbern geben: Hängig ist eine Motion des Bündner CVP-Nationalrats Martin Candinas, der eine Erhöhung der Mindestgeschwindigkeit in der Grundversorgung auf 10 Mbit/s fordert. Wie Swisscom auf An­frage mitteilt, besitzen bereits über 95 Prozent aller Wohnungen und Geschäfte einen Festnetz-Breitbandanschluss mit dieser Leistung. Entgegen dem Ansinnen des Bundesrates hat die Grosse Kammer die Motion gutgeheissen (wir berichteten). Als Nächstes hat der Ständerat darüber zu befinden.

CVP-Kantonsrat Roos reicht Vorstoss ein

Auch auf kantonaler Ebene kommt Bewegung in die Sache: Guido Roos reicht nächste Woche an der Kantonsratssession einen Vorstoss zur Breitbandstrategie ein. «Nebst dem Bund muss auch der Kanton in diesem wichtigen Zukunftsthema aktiv werden. Es braucht einen Masterplan.» Um die Chancen der Digitalisierung für alle nutzbar zu machen, sei eine entsprechende Infrastruktur nötig. «Die Breitband-Versorgung ist ein wichtiger Teil davon.»

Die Swisscom pocht derweil auf die Eigenverantwortung der Betroffenen: «Was die Grundversorgung angeht, so sichert Swisscom diese jedem Kunden zu, der Anspruch darauf erhebt», sagt Mediensprecher Armin Schädeli. Reiche die Leistung des Fest­netzes am Standort nicht aus, kämen alternative Erschliessungstechnologien zum Zug. «Entweder erhält der Kunde einen Mobilfunkrouter, der eine Breitbandverbindung über das Mobilfunknetz herstellt, oder eine Breitband-Satellitenanlage.»

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

Hinweis Auf www.swisscom.ch/checker können Sie überprüfen, wie hoch Ihre Breitbandrate ist.

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