BREM-KUNSTRAUB: «Diebe rennen nicht zum Auktionshaus»

Die gestohlenen Plastiken von Brem könnten an Wert zulegen. Den Dieben wird das aber kaum etwas nützen, sagt ein Kunstauktionär.

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Kuno Fischer. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Kuno Fischer. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Die Kunstwerke des Megger Bildhauers Rolf Brem werden vorab in der Luzerner Galerie Fischer versteigert. In den letzten zehn Jahren kamen dort 30 seiner Plastiken unter den Hammer. Geschäftsführer Kuno Fischer kann nicht verstehen, wieso Diebe 50 Plastiken von Brem (siehe Artikelverweis) aus dessen Megger Atelier gestohlen haben.

Kuno Fischer, wie wirkt sich der Raub der 50 Brem-Skulpturen auf Ihr Auktionshaus aus?

Kuno Fischer: Wir sind im Moment vorsichtiger bei der Annahme von Brem-Skulpturen. Ich glaube aber nicht, dass die Diebe jetzt zu einem Auktionshaus rennen und die Werke verkaufen wollen. Da wären sie schon recht dumm.

Wieso?

Fischer:Wir erstellen einen Katalog von all unseren Objekten und verschicken diesen in die ganze Welt. Auch Brem bekommt einen. Das Diebesgut würde also sehr schnell erkannt.

Was macht man mit gestohlener Kunst?

Fischer: Ich weiss von vielen Experten: Den wohlhabenden Mann, der Kunst stehlen lässt und diese danach in einem abgeschlossenen Zimmer aufhängt, gibt es nicht. Kunst will man immer zeigen und mit anderen Menschen teilen.

Also wollen die Diebe die Werke wohl schnell verkaufen?

Fischer: Das Problem ist folgendes: Wer solche Kunstgegenstände klaut, wird es schwer haben, diese in Geld umzuwandeln. Eine Versicherungserpressung, wie vermutlich beim Kunstraub in Zürich, wäre bei den Brem-Plastiken kein Geschäft. Dafür ist der Wert zu tief. Keine Versicherung würde darauf eingehen.

Stefan Roschi

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung.