Bruderschaften fehlt Nachwuchs

Nachgefragt

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Eva Passarge ist Oberassistentin am Soziologischen Seminar der Universität Luzern. Sie hat sich wissenschaftlich mit dem Druidenordnen und den Freimaurern beschäftigt.

Eva Passarge, mit welchen Problemen ringen die Freimaurer und Druiden?

Sie sind, zumindest in der Schweiz, mehrheitlich reine Männerbünde. Wie zeitgemäss das im 21. Jahrhundert ist, kann man diskutieren. Klar ist: Reine Bruderschaften haben Nachwuchsprobleme, kombiniert mit tendenzieller Überalterung. Das Problem ist, dass man eigentlich sehr viel mehr in die Öffentlichkeitsarbeit investieren müsste, aber wenn man nicht genau sagen will, was man in der Organisation macht beziehungsweise was eine Mitgliedschaft attraktiv macht, wird das schwierig.

Welchen Einfluss haben die Organisationen?

Der Einfluss auf die Politik seitens der Organisation ist eher gering und wird von den Statuten quasi auch ausgeschlossen. Einzelne Mitglieder können schon einflussreich sein, viele Mitglieder arbeiten im Privaten in Führungspositionen, und die Treffen in den Logen sind so gesehen eine elitäre Veranstaltung.

Haben die Bruderschaften sektiererische Züge?

Nein. Religion ist per Definition kein Thema. Und es gibt keinen Zwang, mitzumachen, und keine Sanktionen beim Austritt. (chh)