BRUSTKREBS: Luzern legt Brustkrebs-Programm auf Eis

Die systematische Brustkrebsvorsorge bringe mehr Schaden als Nutzen, sagen Experten. In Luzern wurde das Projekt auf Eis gelegt – aus anderen Gründen.

Luzia Mattmann
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Röntgenaufnahmen einer Frau erscheinen auf einem Bildschirm. (Bild: Keystone)

Röntgenaufnahmen einer Frau erscheinen auf einem Bildschirm. (Bild: Keystone)

Reihenuntersuche zur Brustkrebs-Prävention bringen viel Verunsicherung, weil auch falsche Diagnosen gestellt werden. Dies hält das Swiss Medical Board fest, ein Gremium von Gesundheitsfachleuten. Es rät von Reihenuntersuchungen ab, wie sie schon in verschiedenen Kantonen praktiziert werden.

Im Kanton Luzern wurde im Juni letzten Jahres ein solches Programm im Kantonsrat mit grossen Mehrheit beschlossen: Frauen zwischen 50 und 69 sollen sich systematisch und kostenlos auf Brustkrebs testen lassen können. Alle zwei Jahre würden die Frauen zu einem Untersuch eingeladen. Tatsächlich eingeführt werden diese Reihenuntersuche aber dennoch in der nächsten Zeit nicht.

Zuerst kommt Sparpaket

Der Grund: Der Kantonsrat hat die 1,2 Millionen für den Aufbau des Programmes im Budget 2014 zwar bewilligt. Die finanzielle Langfristplanung von 2015-17, welche unter anderem das Geld für den Betrieb des Brustkrebs-Vorsorge-Programms vorgesehen hätte, wurde vom Kantonsrat aber abgelehnt. Ob und wann das Mammografie-Programm unter diesen Umständen umgesetzt wird, wird mit der nächsten finanziellen Langfristplanung entschieden.