BRUTERFOLG: Hoffnungsschimmer für die Luzerner Kiebitze

34 junge Kiebitze wurden 2009 im luzernischen Wauwilermoos flügge – so viele wie seit Jahren nicht mehr. Möglich wurde dieser Bruterfolg durch zwei Massnahmen.

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Ein Kiebitz. (Bild Matthias Kestenholz/pd)

Ein Kiebitz. (Bild Matthias Kestenholz/pd)

«Die vielen jungen Kiebitze sind der Lohn unserer Arbeit», wird Luc Schifferli von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach in einer Medienmitteilung zitiert. Der Ornithologe betreut im luzernischen Wauwilermoos ein Projekt zur Rettung des bedrohten Watvogels. Nur noch knapp hundert Brutpaare des Kiebitzes gibt es in der ganzen Schweiz. Die Art ist stark gefährdet. Die grösste Kolonie lebt im Wauwilermoos. 27 Paare zählten die Sempacher Forscher diesen Frühling. Aus 25 Gelegen wurden insgesamt 34 Küken flügge, das sind 1,26 Junge pro Paar. Um den lokalen Bestand langfristig stabil zu halten, braucht es 0,7 Junge pro Paar. Jetzt wurde dieser Wert erstmals seit Jahren übertroffen, so dass der kleine Bestand wieder etwas wachsen kann.

Nesträuber mit Elektrozäunen abgeschirmt
Möglich wurde dieser Bruterfolg des Kiebitz durch eine Kombination von zwei Schutzmassnahmen, wie es weiter heisst. Einerseits wurden zwei Äcker, die seit der Ernte im Vorjahr brach lagen, von der Bewirtschaftung ausgenommen, so dass die Kiebitze von Landwirtschaftsmaschinen unbehelligt brüten konnten. Andererseits wurde das ganze Brutgebiet mit Elektrozäunen grossräumig abgesperrt, um Füchse, Katzen und andere Räuber von den Nestern fernzuhalten. Da Kiebitze am Boden brüten, sind sie Feinden besonders ausgesetzt.

Am Boden brütende Vogelarten gehören zu den grössten Sorgenkindern im Vogelschutz. Ihre Förderung ist sehr aufwändig und schwierig, da die Bruten vielen Gefahren ausgesetzt sind. Die jetzt erfolgreich eingesetzten Schutzmassnahmen wurden wissenschaftlich geprüft.

scd