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BUCHPROJEKT: Ein ganzes Dorf kann mitschreiben

Die Ruswiler Gemeindebibliothek setzt sich ein ehrgeiziges Ziel: Am nächsten Neujahrsapéro will sie ein Buch voller Dorfgeschichten präsentieren. Der Briefkasten steht jetzt bereit.
Das Projektteam in der Gemeindebibliothek, von links: Regina Kohler, Pia Helfenstein, Benita Ruckli und Projektleiterin Beatrice Fuchs. Mit dem «Hallo Ruswil»-Briefkasten sammeln sie Geschichten über das Dorfleben. (Bild: Manuela Jans-Koch (Ruswil, 26. Januar 2018))

Das Projektteam in der Gemeindebibliothek, von links: Regina Kohler, Pia Helfenstein, Benita Ruckli und Projektleiterin Beatrice Fuchs. Mit dem «Hallo Ruswil»-Briefkasten sammeln sie Geschichten über das Dorfleben. (Bild: Manuela Jans-Koch (Ruswil, 26. Januar 2018))

«Hallo Ruswil, ich muss dir eine tolle Geschichte erzählen.» Mit diesen Zeilen wirbt die Gemeindebibliothek für ihr neues Buchprojekt. Geschäftsleiterin Pia Helfenstein, Benita Ruckli, Regina Kohler und Projektleiterin Beatrice Fuchs wollen mit der Bevölkerung zu neuen Ufern aufbrechen. Gemeinsam soll ein Werk entstehen, das ein breites Spektrum an Ruswiler Dorfgeschichten lebendig vor Augen führt.

Geboren wurde die Idee vor einem Jahr an einem zur Institution gewordenen Neujahrsapéro der Gemeindebibliothek. Ein ehemaliger Gemeinderat hat laut Pia Helfenstein in diesem Rahmen Geschichten erzählt, welche das Projektteam zu einem eher ungewöhnlichen Schritt animierte und motivierte. Bis die ursprüngliche Idee aber tatsächlich spruchreif war, hätten sie einige Stunden dar ob gebrütet, gesteht die Geschäftsleiterin.

Mosaik des Dorfes zwischen zwei Buchdeckeln

Wie viele Seiten das Buch umfassen wird, hat das Projektteam noch nicht entschieden. «Wir setzen den Arbeiten bewusst keine Grenzen», sagt Pia Helfenstein. Das Ziel jedoch ist: Zwischen den Buchdeckeln soll ein Mosaik des Dorfes entstehen – einerseits mit handschriftlichen und getippten Briefen, andererseits mit «Ruswiler Huusgschichte».

Die Briefe können mit Anreden wie «Hallo Dorf», «Grüess di Lieblingsbeiz», «Geschätztes Ruhebänkli» oder gar «Lieber Fussballplatz» beginnen. Die Erlebnisse sollen breit gefächert von Vereinen, Personen, Schule, Kultur, Örtlichkeiten oder Begegnungen stammen und mit dem Namen oder einem Pseudonym unterzeichnet sein. «Selbstverständlich sind auch Werke von Heimweh-Ruswilern willkommen», sagt Projektleiterin Beatrice Fuchs. Bei den Hausgeschichten wollte das Projektteam Käthy Lütolf gewinnen. Die 76-Jährige schöpfte aus einem breiten Fundus vergangener Zeiten. Die eine oder andere Geschichte hatte sie bereits erzählt, bis sie vor einigen Tagen verstarb. Umso mehr sagt die Projektleiterin: «Diesen Texten würden wir gerne einen Platz im Buch geben und deshalb unser Anliegen mit der Trauerfamilie besprechen. Es wäre schön, zehn solcher Geschichten ins Buch einbinden zu können.»

Bereits ist klar, dass jedes Kind zweier Oberstufenklassen im Rahmen des Projekts ein Bild zu Ruswil gestaltet. Daraus wird auch das Buch-Cover ausgewählt. Einige weitere Zeichnungen sollen ebenfalls mit ins gebundene Werk einfliessen. Weil das Echo in der Schule laut Fuchs gross ist, ist es möglich, die Projektarbeit in den Deutschunterricht integriert wird. Zudem will man Personen direkt ansprechen, sie dazu animieren, Geschichten zu verfassen. «Dass Menschen tatsächlich schreiben», ortet Pia Helfenstein «als wohl grösste Schwierigkeit». Sie sagt jedoch: «Sollte jemand Hilfe benötigen, kann man sich an uns wenden.»

«Wir werden permanent am Ball bleiben müssen»

Mit dem Buch will das Projektteam zurück zu den Wurzeln des Dorfes, ja der Gemeinde, gehen. Es habe Mut gebraucht, diese Idee umzusetzen, sagt Fuchs. Und obwohl einige Punkte noch nicht zu Ende definiert sind, versprühen die Frauen viel Optimismus. «Wir geben dem Projekt den Raum, sich entwickeln zu können», so die Projektleiterin. Unsere Bibliothek leiht nicht nur aus, sie lässt auch schreiben», sagt Pia Helfenstein schmunzelnd. Um gleichzeitig die Projektgruppe «als bestes Frauenteam, das so viele belebende Ideen einbringt», zu loben. Sie ist sich aber bewusst: «Wir werden permanent am Ball bleiben müssen. Zu einem Selbstläufer wird dieses Buch nicht.» Der Einsendeschluss der Werke ist auf Ende November terminiert. Beim nächsten Neujahrsapéro soll es präsentiert werden.

Die Kosten sind noch nicht komplett ermittelt. Doch Pia Helfenstein sagt: «Wir sind dabei, Sponsoren zu gewinnen.» Und sollte letztlich der eine oder andere Franken doch fehlen, bleibt die Hoffnung auf finanzielle Hilfe durch die Gemeinde Ruswil als Eigentümerin der Bibliothek. Dort steht neuerdings auch der Briefkasten mit der Aufschrift «Hallo Ruswil» unübersehbar bereit. Jetzt gilt es nur noch, ihn zu füttern.

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Beiträge kann man auch an bibliothek@ruswil.lu.ch schicken.

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