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BUCHRAIN: Das Rontal hat jetzt eine «Oase»

In welche Richtung soll sich Buchrain entwickeln? Der Gemeinderat hat erstmals eine Strategie erarbeitet. Demnach will er das Ländliche bewahren und gleichzeitig das Städtische fördern.
Buchrain. (Bild: PD)

Buchrain. (Bild: PD)

Eine Oase ist im übertragenen Sinn ein Ort der Erholung, per Definition aber jener kleine Teil der Wüste, wo Wasser sprudelt und bestenfalls Bäume wachsen. Als «Oase über dem pulsierenden Rontal» bezeichnet der Gemeinderat von Buchrain sein Dorf in der am Montag präsentierten Gemeindestrategie 2018–2030. «Das soll natürlich nicht heissen, dass rund um Buchrain nur Wüste besteht», sagte Gemeindepräsidentin Kä­thy Ruckli (CVP) schmunzelnd. «Vielmehr wollen wir damit aufzeigen, dass im Rontal zwar die Post abgeht, aber unser Dorf dennoch ein ruhiger Ort zum Wohnen, Arbeiten und Leben ist.»

Dabei ist auch Buchrain in den vergangenen 50 Jahren stark gewachsen: Die Einwohnerzahl schnellte von 2300 auf über 6100. Und ein Ende des Baubooms ist nicht in Sicht. Dank neuer Siedlungen etwa im Gebiet Feld und Fahr dürften bald gegen 6700 Menschen hier leben. Das hat Folgen für die Infrastruktur: Weil Buchrain laut Ruckli eine «typische Familiengemeinde» ist, braucht es dringend mehr Schulräume. «Wir leben im Spagat zwischen Stadt und Land, das ist uns bewusst», sagte sie. «Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir definieren, in welche Richtung das Wachstum gehen soll.»

Dorfzentrum soll gestärkt werden

Die Strategie ist in vier Bereiche unterteilt:

- Gestalten: Buchrain will das Ländliche schützen und pflegen, gleichzeitig aber das Städtische fördern, etwa mittels verdichtetem Bauen. Zudem soll das Dorfzentrum rund um den Tschannhof gestärkt werden.
- Motivieren:Die Einwohner sollen sich am Dorfleben beteiligen. Zudem sollen die Grün- und Freiräume aufgewertet werden.
- Vorausschauen: Der Gemeinderat will den Austausch mit der Bevölkerung intensivieren.
- Vernetzen: Gute ÖV-Verbindungen oder auch ein attraktives Fusswegnetz sollen Buchrain auszeichnen. Zudem ist die Gemeinde offen für die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden.

Für die Strategie hatte der Gemeinderat zunächst 54 Einwohnerinnen und Einwohner befragt – Alteingesessene, Zuzüger, Jüngere, Ältere. «Wir wollten von ihnen beispielsweise wissen, was ihnen an ‹Bueri› gefällt», so Ruckli. Aus den Antworten habe sich herauskristallisiert, dass Buchrain eine Identität brauche. In der Klausur definierte der Gemeinderat zehn Schwerpunktthemen. Schliesslich folgte ein Ideenabend mit der Bevölkerung, an dem sich rund 50 Personen einbringen konnten.

Für die Strategie hatte der Gemeinderat zunächst 54 Einwohnerinnen und Einwohner befragt – Alteingesessene, Zuzüger, Jüngere, Ältere. «Wir wollten von ­ihnen beispielsweise wissen, was ihnen an ‹Bueri› gefällt», so ­Ruckli. Aus den Antworten habe sich herauskristallisiert, dass Buchrain eine Identität brauche. In der Klausur definierte der Gemeinderat zehn Schwerpunkt­themen. Schliesslich folgte ein Ideenabend mit der Bevölkerung, an dem sich rund 50 Personen einbringen konnten.

Kein Wort zu den Finanzen in der Strategie

Nun kann man einwenden, dass mit der Strategie das Rad nicht neu erfunden wurde – bislang hiess ein solches Papier einfach Leitbild. Oder man kann monieren, dass sie vage formuliert ist und auch auf andere Agglo­gemeinden zutreffen könnte. «Gewiss gibt es Gemeinden mit einem ähnlichen Anspruch», sagte Ruckli. «Trotzdem bleibt die Lage von Buchrain im Rontal einzigartig.» Zwischen den bisherigen Leitbildern und der Gemeindestrategie gebe es einen wichtigen Unterschied: «Letztere ist verbindlich – sie wird nicht einfach in der Schublade verschwinden.» Grund: Künftig ist das Legislaturprogramm des Gemeinderats an die Strategie geknüpft. So will es das neue kantonale Finanzhaushaltsgesetz. Buchrain ist eine der Testgemeinden.

Auffallend ist, dass in der Strategie kein Wort zu den Finanzen steht. «Strategische Finanzziele sind vielfach abstrakt und lassen sich in der Realität kaum beeinflussen», so Ruckli. «Unsere Strategie soll helfen, die vorhandenen finanziellen Mittel den relevanten Themen zuzuweisen, um mittelfristig den finanziellen Turnaround zu schaffen.» Denn: Buchrain leidet nach wie vor an unterdurchschnittlicher Steuerkraft und einem strukturellen Defizit.

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch

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