BUCHRAIN: Schlagfertig und sehr gesellig – das geht auch mit 103

Er ist einer der ältesten Luzerner Männer. Alois Kochs Gesundheitsrezept: Turnen bis ins hohe Alter.

Roger Rüegger
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Alois Koch mit seinen Gästen Margrit Bircher (Mitte) und Tochter Annemarie Küffer an seinem 103. Geburtstag in Buchrain. (Bild Philipp Schmidli)

Alois Koch mit seinen Gästen Margrit Bircher (Mitte) und Tochter Annemarie Küffer an seinem 103. Geburtstag in Buchrain. (Bild Philipp Schmidli)

Sein bestes Hemd hat Alois Koch gestern aus dem Schrank geholt. Denn an seinem Geburtstag erwartet der Senior stets viele Besucher. Seinen 103. feiert er zu Hause in Buchrain, wo er in seiner eigenen Wohnung lebt, im Kreise seiner Freunde und der Familie. Im Viertelstundentakt klingelt die Türglocke. «Du bis hübsch gekleidet», sagt seine frühere Altersturnkameradin Margrit Bircher, die am Nachmittag die Erste ist, die ihm gratuliert. «Natürlich, wenn noch mehr Frauen kommen, muss ich nach etwas aussehen», entgegnet der Senior lächelnd.

«Chlöpfts no mängisch?»

«Den Humor hat er behalten, und schlagfertig ist er auch noch», sagt seine Tochter Annemarie Küffer-Koch (66). Den Beweis liefert ihr Vater sogleich. Als der Fotograf seine Bilder machte, fragte ihn Alois Koch: «Chlöpfts no mängisch? Das tönt ja wie en Geisle.» Gemeint war der Ton des Auslösers. Abermals klingelt es an der Haustür. Hedy und Hans Egli gesellen sich zur Runde, und wenig später betritt ein weiteres Paar und später noch zwei Frauen den Wintergarten. Alle wissen etwas über den Gastgeber zu erzählen. Margrit Bircher erinnert sich gerne an die Geschichte, als Alois Koch zu seinem 95. Geburtstag seinen Kameraden vom Altersturnen ein blaues Shirt mit dem Vereinslogo schenkte. Koch lächelt: «Damit haben wir doch flott ausgesehen.» Sogleich bringt Tochter Annemarie Küffer ein eingerahmtes Foto, das die Turnkameraden zeigt.

Rat des älteren Bruders hilft

Turnen bis ins hohe Alter hat ihn also fit gehalten. Und worin liegt sonst das Geheimnis seiner Gesundheit? Koch überlegt: «Haferflocken! Mein älterer Bruder, der vor zwei Jahren gestorben ist, sagte: ‹Alois, wenn du jeden Tag einen Löffel Haferflocken zum Zmorge nimmst, wird dein Blutdruck nie zu hoch sein.›» Diesen Tipp habe er lange befolgt. Heute gönnt er sich morgens eine Tasse Ovomaltine und zum Znacht Milchkaffee und Käse. Auch regelmässig bereitet er mit einer Saftpresse Rüebli- und Selleriesaft zu. Nur das Putzen, Wäschewaschen und das Mittagessen überlässt er Sohn Alois (65) oder Tochter Annemarie mit ihren Ehepartnern.

Koch hat sich zudem viel bewegt im Leben. Und natürlich immer gearbeitet, «was ja auch Bewegung bedeutet und gesund ist». Mit 17 verliess Alois Koch den elterlichen Bauernhof in Ebnet und arbeitete auf dem Betrieb seines Onkels in Buchrain. Später übernahm er selber einen Hof. Doch nach einem Arbeitsunfall musste er das Bauern aufgeben. Zum Glück habe er bis zur Pensionierung eine Arbeit bei Schindler gefunden. Heute geht er täglich spazieren, giesst die Blumen, liest unsere Zeitung und freut sich über jeden Besuch. Kurz bevor wir uns verabschieden, klingelt es erneut. Alois Kochs Schwester Martha (95) betritt die Wohnung. Er lächelt.