BUCHRAIN: Stau-Chaos: Planer haben sich verschätzt

Der Autobahnanschluss muss für 2 Millionen Franken erweitert werden. Nun stellt sich heraus: Die Projektverantwortlichen haben absichtlich zu tiefe Kapazitäten eingeplant.

Rainer Rickenbach
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Der Verkehr staut sich (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Der Verkehr staut sich (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Dem Bundesamt für Strassen (Astra) ist es bei der Aussage offenbar überhaupt nicht wohl. Doch sie ist schwarz auf weiss auf einem Flyer nachzulesen, der vermutlich vor der Volksabstimmung 2005 über den Zubringer Rontal im Umlauf war. Der heute chronisch überlastete Anschluss Buchrain war ein Teil des Zubringerprojektes, das am Ende 165 Millionen Franken kostete. Dazu war auf dem Flyer zu lesen: «Der Anschluss Buchrain bietet dem motorisierten Individualverkehr gezielt ein beschränktes Verkehrsangebot an.»

Verkehrsentwicklung unterschätzt?

Gezielt ein beschränktes Verkehrsangebot? Das bedeutet dann wohl: Die Planer haben tägliche Staus schon kurz nach Eröffnung des Strassenbauwerks in Kauf genommen. Was hat man sich dabei gedacht? War man sich nicht bewusst, dass neue Strassenprojekte Mehrverkehr anziehen? Blendeten die Planer aus, dass das Rontal als «Entwicklungsschwerpunkt» in der Regionalplanung figuriert und die angestrebten Firmenansiedlungen zwangsläufig mehr Verkehr mit sich bringen?

Bund und Kanton schweigen

Gerne hätte unsere Zeitung diese Fragen dem Bundesamt für Strassen gestellt. Doch trotz wiederholter Anfrage über mehrere Tage fand sich dort niemand, der bereit war, auf diese Fragen zu antworten. Das Bundesamt ist freilich auch nicht für die Planung und den Flyer-Text verantwortlich. Dafür lag die Federführung beim Kanton, genauer: bei der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur. Doch auch dort herrscht Schweigen.

Wie immer sich die Planung auch erklären lässt: Der Flyer-Text legt die Vermutung nahe, dass die Planer die Situation falsch eingeschätzt haben. Denn im weiteren Text loben sie ihr Konzept in den höchsten Tönen. Sie preisen die weiträumige Verkehrssteuerung als geeignet an, «im Normalbetrieb und in Spitzenstunden einen Rückstau auf die Autobahn und in den Tunnel Buchrain zu verhindern». Das alles funktioniert in den Stosszeiten beschränkt bis gar nicht. Das ist auch dem Bundesamt für Strassen bewusst, sonst würde es die Anlage nicht bereits in diesem Herbst für 2 Millionen Franken nachbessern. Die Begründung des Amtes, «das Verkehrsaufkommen ist grösser als angenommen», wirkt indes ziemlich hilflos, wenn sich dann herausstellt, dass den Planern ein «gezielt beschränktes Angebot» vorschwebte.

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