BUCHRAIN: «Wir wollten Egger nicht persönlich verletzen»

Nach dem Wirbel wegen den verschickten Briefen der FDP Buchrain-Perlen, in denen Zweifel wegen der Blindheit eines SP-Gemeinderatskandidaten gesät worden waren, folgt jetzt die Entschuldigung. Dennoch setzt die SP Fragezeichen.

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Hat die Entschuldigung der FDP angenommen: Ivo Egger. (Bild pd)

Hat die Entschuldigung der FDP angenommen: Ivo Egger. (Bild pd)

«Die FDP Buchrain-Perlen entschuldigt sich in aller Form bei Herrn Egger.» Diesen Satz hat die FDP-Ortspartei Buchrain-Perlen am Dienstagmittag via Medienmitteilung verbreiten lassen. Sie entschuldigt sich damit für einen Brief, der in rund 200 FDP-nahe Haushaltungen verschickt worden ist (siehe Artikelverlinkung). In diesem Brief hiess es: «Es sind ernsthafte Zweifel an der Amtsführung des blinden SP-Kandidaten angebracht.» Hintergrund des Briefes ist der zweite Wahlgang zu den Gemeinderatswahlen vom Sonntag in Buchrain, bei dem die FDP-Kandidatin Karin Lustenberger-Lang (40) gegen den blinden SP-Kandidaten Ivo Egger (46) antritt.

«Einfach falsch angekommen»
«Es ist ganz klar, dass wir uns entschuldigen mussten», sagt Tanja Di Berado, Präsidentin der FDP Buchrain-Perlen. Es sei der FDP nie darum gegangen, Ivo Egger wegen seiner Erblindung als Person in Frage zu stellen. Die Äusserungen im Brief seien «auf die operative Amtsführung bezogen» gewesen und hätten Ivo Egger «persönlich und in seinen Gefühlen in keiner Art und Weise verletzen» wollen. «Der Brief ist einfach falsch angekommen.» Die FDP hofft nun, «dass auch in den letzten Tagen noch ein fairer Wahlkampf stattfindet».

Egger reagierte zufrieden
Ivo Egger reagierte am Dienstag zufrieden: «Es freut mich, dass die FDP diese Entschuldigung gemacht hat. Das ist sehr positiv. Ich finde es aber schade, wie es gelaufen ist und hoffe, dass wir in Zukunft eine bessere Zusammenarbeit pflegen können geprägt von gegenseitigem Respekt.»

Trix Dettling, Co-Präsidentin der SP des Kanton Luzern und Vorstandsmitglied der SP Buchrain-Perlen, akzeptiert die Entschuldigung zwar, setzt aber ein Fragezeichen. «Die Entschuldigung kommt ein bisschen spät, und der Verdacht ist nicht von der Hand zu weisen, dass sie nur deshalb gemacht wurde, weil ein erheblicher Schaden entstanden ist.»

Benno Mattli

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.