Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BUCHRAIN: Zerwürfnis im Gemeinderat: Sandra Gerber tritt zurück

Sozialvorsteherin Sandra Gerber (CVP) tritt zurück und kritisiert ihre Gemeinderatskollegen. Deren Retourkutsche fällt heftig aus.
Sandra Monika Ziegler
Sandra Gerber vor dem Buchrainer Gemeindehaus. (Bild: Philipp Schmidli (1. Februar 2018))

Sandra Gerber vor dem Buchrainer Gemeindehaus. (Bild: Philipp Schmidli (1. Februar 2018))

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Am 1. Mai 2016 war Sandra Gerber (49) noch hoch motiviert. Sie wurde als offizielle Kandidatin der CVP auf Anhieb in den Buchrainer Gemeinderat gewählt. Das freute sie ungemein. Angesprochen auf die neue Aufgabe, sagte sie, dass sie viel Elan, Motivation, Optimismus und Tatendrang mitbringe. Ihr Amt als Sozialvorsteherin trat sie am 1. September 2016 an. Knapp 16 Monate später kündigt sie überraschend ihren Rücktritt per Ende Juni 2018 an.

«Ich habe mir die Entscheidung nicht einfach gemacht», sagt Gerber auf Anfrage. Sie ­betont denn auch explizit, dass diese Entscheidung unabhängig vom Stopp des Projekts «Neubau Alterszentrum Tschann» gefallen sei (Artikel vom 27. Januar). Sie stehe hinter diesem Entscheid des Gemeinderats.

Sonst lässt die Einigkeit innerhalb der Exekutive aber offenbar zu wünschen übrig. Dies ­legen das Rücktrittsschreiben Gerbers sowie die Antwort des Gemeinderates nahe. Sandra Gerber begründet ihren Abgang unter anderem damit, dass sie in der aktuellen Gemeinderatskonstellation ihre Vorstellungen für das Ressort Soziales nicht vorantreiben konnte.

«Ablehnung ohne alternative Lösungsansätze»

Gerber wollte die Zusammenarbeit im Gemeinderat verbessern, wie sie sagt. «Nicht nur ­innerhalb des Gemeinderates auf diversen Ebenen wollte ich konstruktive Diskussionen. Ich machte übrigens, und das nicht alleine, den Vorschlag, einen externen Coach beizuziehen. Doch auch das wurde mehrmals durch Gemeinderatsmitglieder abgelehnt, ohne einen alternativen Lösungsvorschlag zu präsentieren.»

Der Gemeinderat reagierte auf die Rücktrittsankündigung Gerbers mit einem Schreiben, das es in sich hat. Darin heisst es, dass «die Dossierführung der ­Sozialvorsteherin den gestellten Qualitätsansprüchen nicht genügte, um strategische Entscheide herbeizuführen und umzusetzen». Das sieht die scheidende Sozialvorsteherin anders. Sie ist überzeugt, dass sie die gewünschte Qualität erbracht hat: «Der oben genannte Vorwurf ­widerspricht einem professionellen Umgang bei Differenzen. Ich bin nicht an einer Schlammschlacht interessiert.»

Mit schwerem Geschütz fährt der Gemeinderat in seinem Schreiben fort. Er habe sich «schwerwiegende Sorgen um die sachgerechte und kompetente Führung einzelner Dossiers» ­gemacht. Gerber ihrerseits führt in ihrem Rücktrittsschreiben aus, dass die «Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Wechsel von der operativen zur strategischen Sozialvorsteherin nicht gewürdigt wurden».

Gemeindepräsidentin Käthy Ruckli (CVP) wiederum wertet die implizit von Gerber erhobenen Vorwürfe als haltlos, bestätigt jedoch, dass die Arbeit im ­Gemeinderat sich zunehmend als schwierig erwies. Konkreter wollen sich die Parteien aufgrund der Schweigepflicht nicht äussern.

Ehemaliger Kontrahent winkt ab

Der Gemeinderat sieht sich nun in der Pflicht, schnellstmöglich die Ersatzwahl zu organisieren. Bei der Wahl 2016 hatte Gerber einen Kontrahenten: Peter Rüfenacht (FDP). Doch dieser winkt auf Anfrage ab: «Eine Kandidatur zum jetzigen Zeitpunkt ist kein Thema. Die Rück­meldungen nach der letzten ­Gemeinderatswahl haben gezeigt, dass die Bevölkerung einen parteipolitisch ausgewogenen Gemeinderat wünscht. Was ich persönlich bei einer valablen Auswahl auch unterstütze. Wenn sich die richtige Situation ergibt, könnte ich mir aber nach wie vor vorstellen, mich für unsere ­Gemeinde als Gemeinderat aktiv einzubringen.»

Eine Ersatzwahl wird diesen Sommer laut Gemeindepräsidentin Käthy Ruckli gemäss Wahlanordnung angesetzt. Falls sich bis dahin nur eine Person fürs Amt zur Verfügung stellt, kommt es zu einer stillen Wahl. Sind es zwei, wird es zur Gemeindeabstimmung kommen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.