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Neuer Buchrainer Sozialvorsteher hat «schwierige Zustände» angetroffen

In den ersten viereinhalb Monaten als Gemeinderat von Buchrain hatte Stephan Betschen alle Hände voll zu tun – insbesondere in seiner Sozialabteilung. Wegen mehrerer personeller Abgänge war dort viel Arbeit liegengeblieben.
Roman Hodel
Stephan Betschen ist seit vier Monaten als Sozialvorsteher von Buchrain im Amt. (Bild: PD)

Stephan Betschen ist seit vier Monaten als Sozialvorsteher von Buchrain im Amt. (Bild: PD)

Nicht gleich mit dem Kopf durch die Wand, zuerst die Argumente der anderen anhören, hart diskutierten, durchaus Dinge hinterfragen - sich am Schluss aber zusammenraufen und eine Entscheidung gemeinsam tragen. So beschreibt Stephan Betschen seine Vorgehensweise als Politiker. Eigenschaften natürlich, die jedem Exekutivmitglied gut anstehen. Und ein solches ist der 58-jährige FDPler seit dem 1. Juli. Seine Zwischenbilanz nach vier Monaten als Sozialvorsteher von Buchrain lautet: «Ich bin im Amt angekommen.»

Allerdings musste er schnell merken, dass sein Pensum bei Weitem nicht reicht. Offiziell sind es 25 Prozent, tatsächlich aber fast 50. Was vor allem daran liegt, dass im Gemeinderat einige strategisch wichtige Projekte laufen und er in der Abteilung Soziales «auf schwierige Zustände» traf, wie Betschen sagt. Es fehlten nicht nur die zurückgetretene Sozialvorsteherin, sondern aufgrund von Ausfällen und Abgängen auch weitere Mitarbeitende. Von den 500 Stellenprozent waren teilweise nur die Hälfte besetzt. Betschen sagt es so: «Ich bin offen - die personelle Situation hat mich sehr überrascht.»

Die Wiederbesetzung der Stellen war schwierig

Zwar habe der Gemeinderat die strategische und teilweise operative Führung der Sozialabteilung übernommen, trotzdem sei viel Arbeit liegengeblieben. «Und das obwohl verbliebene Mitarbeitende vorübergehend ihre Pensen erhöht haben», sagt Betschen und betont: «Trotz der Umstände meistert das Team die Situation gut.» Zumal Besserung in Sicht ist: Die offenen Stellen - darunter auch jene der Abteilungsleitung - sind bis Anfang 2019 alle wiederbesetzt. «Dennoch gestaltete sich die Wiederbesetzung schwierig.» Er habe lernen müssen, dass es anspruchsvoll sei, Jobs im Sozialbereich zu besetzen. «Der Pool an gut ausgebildeten Fachkräften ist vergleichsweise klein.»

Doch nicht nur die eigene Abteilung hält ihn seit Juli auf Trab, sondern auch diverse Projekte. So wurde etwa die Weiterentwicklung der Tageseltern-Vermittlung Rontal vorangetrieben. Ein weiteres Projekt betrifft die Zukunft des Alterszentrums Tschann. Die Infrastruktur des elfjährigen Gebäudes muss den geänderten Anforderungen im Gesundheitswesen angepasst werden. Kein Thema mehr ist eine Erweiterung. Das Vorprojekt wurde nicht weitergeführt (wir berichteten). Weiter muss Betschen im nächsten Jahr für Buchrain eine «Strategie Gesundheit» entwickeln - mit Antworten auf die Frage nach dem künftigen Angebot in diesem Bereich.

«Ich kann wirklich einen Beitrag für ‹Bueri› leisten»

Als Sozialvorsteher ist der 58-Jährige überdies von Amtes wegen Delegierter in diversen Gremien - von der Spitex über die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde bis zur Planungsregion Alterspolitik. Diese Sitzungen finden meistens am späten Nachmittag oder Abend statt. Mit anderen Worten: Seine Arbeitstage sind lang geworden. Mit Blick auf die Familie sei dies kein Problem. Diese stehe hinter ihm. «Meine Frau hat mich auch in meiner Kandidatur voll unterstützt.»

Trotz der Arbeitsbelastung habe er grossen Spass an seiner Aufgabe, betont Betschen, der sich beruflich eben selbstständig gemacht hat und nächsten Frühling auch für den Kantonsrat kandidieren will: «Ich kann wirklich einen Beitrag für Bueri leisten und habe viele motivierte Leute um mich.» Im Gemeinderat seien sie zum Teil sehr unterschiedlicher Meinung, trotzdem habe er noch keinen Entscheid erlebt, der nach mitunter intensiver Diskussion nicht einstimmig ausgefallen ist. «Ich finde mich im Gremium bestens zurecht.». Was viel damit zu tun haben dürfte, wie Betschen tickt. Oder wie er es sagt: «Meine langjährige Führungs- und Politikerfahrung kommt mir jetzt zugute.»

Betschens Vorgängerin ging im Streit

Die vormalige Sozialvorsteherin Sandra Gerber (CVP) war nicht einmal zwei Jahre im Amt. Sie hatte im vergangenen Februar ihren Rücktritt auf Ende Juni 2018 bekanntgegeben. Als einer der Gründe nannte sie den Umstand, dass sie in der aktuellen Konstellation ihre Ideen für ihr Ressort nicht vorantreiben könne. Der Gemeinderat reagierte noch am selben Tag mit einer Stellungnahme und kritisierte Gerber heftig. Sie genüge den Qualitätsansprüchen nicht, um strategische Entscheide herbeizuführen und umzusetzen. Bereits zwei Monate vor ihrem Rücktritt, Ende April, gab sie dann in Absprache mit den anderen Gemeinderäten alle ihre Dossiers ab. (hor)

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