BUCHS: Fasnachtsumzüge: Der Nachwuchs fehlt

Die Fasnachtsgesellschaft Buchs plagen Nachwuchssorgen. Deshalb muss sie den Fasnachtsumzug 2010 absagen. Dies könnte auch an anderen Orten passieren.

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Die Philharmoguugger Hochdorf am Umzug 2009 in Hochdorf. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Die Philharmoguugger Hochdorf am Umzug 2009 in Hochdorf. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Seit vielen Jahren organisiert die Fasnachtsgesellschaft Buchs bei Dagmersellen am Güdisdienstag einen Umzug. Dieses Jahr zum ersten Mal nicht. Grund: Der Fasnachtsgesellschaft fehlen die Mitglieder. «Die Leute, die den Umzug bisher organisierten, mögen nicht mehr. Von der Bevölkerung hat niemand das Heft in die Hand genommen, trotz mehrmaligem Inserieren in der Dorf-Zeitung», sagt Stephan Hauri, Präsident der Fasnachtsgesellschaft Buchs. Hauri lebt seit 13 Jahren in Reiden. Rund 12 Nummern hatte der Umzug, der alle zwei Jahre von Buchs via Uffikon nach Dagmersellen führt.

Mitgliederschwund im OK
Auch in Hochdorf kennt man das Problem. «Es gibt immer weniger Personen, die bereit sind, mitzuarbeiten», sagt Mike Bernard, Präsident des Vereins OK Fasnacht Hochdorf. Zwar gibt es in Hochdorf laut Bernard genug Gruppen, die am Umzug mitmachen. Aber das OK Fasnacht kämpft um Mitglieder: «Wir sind von ehemals 15 auf 9 Mitglieder geschrumpft. Einige möchten eigentlich aufhören, sie tun es aber nicht aus Angst, dass wir keine Nachfolger finden und der Verein irgendwann nicht mehr existiert.» Zudem habe das OK zunehmend Mühe, Vereine zu finden, die an der Fasnacht mithelfen. «Wieder sind drei Vereine wegen Personalmangels ausgestiegen.»

Den Grund für den fehlenden Nachwuchs sieht Bernard im «Generationenproblem». «Die Jungen sind nicht mehr bereit, Ämtli zu übernehmen, sie wollen nur konsumieren.» Er fügt an: «Wenn aber niemand mehr Ämtli übernehmen will, gibt es irgendwann auch keine Fasnacht mehr.»

Dass die Jungen zwar die Fasnacht geniessen, aber nicht dafür arbeiten wollen, musste auch Alois Galliker, Präsident der Götschi-Zunft Hildisrieden, feststellen: «Wir leiden ebenfalls darunter, dass wir keinen Nachwuchs finden.» Die Mitglieder des 13-köpfigen Zunftrats seien durchschnittlich rund 40 Jahre alt. «In nächster Zeit sollte eine jüngere Generation von Zunfträten nachkommen», wünscht sich Galliker. «Aber die Zunft hat für die Jüngeren heute nicht mehr den gleichen Stellenwert wie noch für unsere Generation.»

Umzug nur alle drei Jahre
Wegen des grossen Aufwands, den die Organisation eines Fasnachtsumzugs mit sich bringt, findet in Hildisrieden nur alle drei Jahre ein Umzug statt. In den beiden anderen Jahren sind die Gemeinden Neudorf und Beromünster für den Umzug zuständig. Nach dem gleichen System haben sich auch die Gemeinden Grosswangen, Ettiswil und Ruswil organisiert. «Dank des Dreijahresturnus beschränkt sich der Aufwand für die Zunftmitglieder in einem Jahr ohne Umzug auf vier bis fünf Tage», sagt Josef Mehri, Präsident der SäuliZunft Stettenbach-Grosswangen. Auch Mehri sucht Nachwuchs für die 70-köpfige Zunft: «Wir sind leicht überaltert und wären glücklich über neue Mitglieder ab 25 oder 30 Jahren», so Mehri. «Aber die Jungen sagen immer, sie fühlten sich noch zu jung, um der Zunft beizutreten.»

«Auch bei uns ist es schwierig, neue Leute in die Zunft zu bringen», sagt Franz Stöckli, Präsident der Frösche-Zunft Triengen. Man habe das Problem aber erkannt und arbeite daran.

Aufwendige Organisation
«Es wird immer schwieriger, Leute zu finden», bekennt auch Daniel Suppiger, Präsident des Fasnachtsvereins Menzberg. «Einen Umzug zu organisieren, bedeutet einen rechten Aufwand, auch wenn er nur alle drei Jahre stattfindet.» Die Durchführung sei aber bisher noch nie gefährdet gewesen.

Rahel Bühler und Mirjam Gast