Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Buchs: Gegen die Deponie-Erweiterung regt sich Widerstand

Die Firma Gasser AG will ihre Deponie im Hächlerenfeld vergrössern. Diese Pläne stossen vielen Bürgern im Dagmerseller Ortsteil Buchs sauer auf – nun hat sich eine Interessengemeinschaft formiert.
Evelyne Fischer
Dominik Abt, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Deponiebetreiberin Gasser AG, bei der Deponie Hächlerenfeld in Buchs. (Bild: Pius Amrein (Dagmersellen, 4. Juni 2018)

Dominik Abt, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Deponiebetreiberin Gasser AG, bei der Deponie Hächlerenfeld in Buchs. (Bild: Pius Amrein (Dagmersellen, 4. Juni 2018)

Deponien dieser Art sind rar im Kanton Luzern: Im Dagmerseller Ortsteil Buchs betreibt die Firma Gasser AG seit 2006 eine Inertstoffdeponie. Diese sogenannte Deponie des Typs B – Typ A sind Aushubdeponien – erstreckt sich über 11,8 Hektaren. Entsorgt werden hier mineralische Bauabfälle – unrezyklierbares Material wie Bauschutt, Ziegel oder Keramik. Die 610'000 Kubikmeter Volumen sind spätestens im Jahr 2020 ausgeschöpft.

Daher soll die Deponie erweitert werden: Zwischen 2020 und 2041 könnten so zusätzliche 780'000 Kubikmeter im Hächlerenfeld gelagert werden. 10,1 Hektaren Land sollen dafür umgezont, 5,7 Hektaren durch Höherschüttung der jetzigen Deponie gewonnen werden. Die nötige Änderung von Zonenplan sowie Bau- und Zonenreglement liegt noch bis zum 20. Juni öffentlich auf. Das letzte Wort fällt die Gemeindeversammlung voraussichtlich am 12. Dezember.

Kanton bestätigt den Deponie-Bedarf

Dominik Abt, selbstständiger Wander- und Werbeleiter, ist von der Gasser AG mit der Öffentlichkeitsarbeit betraut worden. «In absehbarer Zeit fehlt es im nordwestlichen Teil des Kantons Luzern an Deponieraum für Inertstoffe», sagt er und verweist auf Aussagen von Ruedi Baumeler, dem Zuständigen für Deponien bei der Dienststelle Umwelt und Energie. «Der Bedarf für die vorgesehene Erweiterung der Deponie Hächlerenfeld und allenfalls auch eine neue entsprechende Deponie ist ausgewiesen. Dies, damit die Entsorgungssicherheit gewährleistet ist», schreibt Baumeler.

«Glas und Staub der Bauabfälle säumen heute den Weg durch den Wald.»

Andy Liniger, Sprecher der «IG Deponie-Stop Buchs»

Heute sind es 15 Lastwagen, welche die Deponie täglich passieren (Hinfahrt voll, Rückfahrt leer). Im Falle einer Erweiterung werden es 20 sein. Die Anfahrt erfolgt über die Kantonsstrasse, das Dorf Buchs bleibt vom Verkehr verschont. Dennoch hat sich nun die Interessengemeinschaft «IG Deponie-Stop Buchs» mit 41 Mitgliedern formiert. «Wir wollen die Belastung der Natur durch die Deponie, die über ein Naturschutzgebiet erschlossen ist, nicht länger akzeptieren», sagt IG-Sprecher Andy Liniger. «Glas und Staub der Bauabfälle säumen heute den Weg durch den Wald.»

IG fühlt sich im Stich gelassen

Ein Dorn im Auge ist der IG auch die Rodung von rund 8000 Quadratmetern Wald. «Aus reiner Profitgier werden hier Jahrzehnte alte, gesunde Bäume gefällt», sagt der Buchser. Vor allem aber stört sich die IG daran, dass ein Versprechen – nämlich, dass der Deponiebetrieb 2020 endet – nicht eingehalten wird. «Wir fühlen uns von der Politik und der Deponiebetreiberin im Stich gelassen.» Ihren Unmut äussert die IG nun auch unter www.stopdeponiebuchs.ch.

«Eine dritte Erweiterung wird es nicht geben, wir halten Wort.»

Dominik Abt, Öffentlichkeitsarbeit Gasser AG

Abt begründet die Erweiterung mit «unternehmerischer Freiheit» und dem ausgewiesenen Bedarf. Aber: «Eine dritte Erweiterung wird es nicht geben, wir halten Wort.» Die Gasser AG nehme die Bedenken der Anwohner sehr ernst. Als Sicht-, Lärm- und Staubschutz soll ein Damm in Richtung Buchs Dorf aufgeschüttet werden. Begrünt und mit Sträuchern bestockt. Zur beabsichtigten Rodung sagt Abt – seines Zeichens Mitglied im örtlichen Natur- und Vogelschutzvereins: «Im Wissen darum, dass etwas Schöneres entsteht, tut mir das nicht weh. Die betroffene Fläche wird später aufgeforstet und fügt sich dereinst zusammen mit der Deponieschüttung harmonisch ins Landschaftsbild ein.»

Gemeinde profitiert finanziell

Die Unterhaltsgenossenschaft Buchs sowie die Grundeigentümer unterstützen diese Pläne. Ebenso der Gemeinderat, einhellig: «Wir alle produzieren Reststoffe und sind als Gesellschaft auch für deren Entsorgung verantwortlich», sagt Gemeindepräsident Philipp Bucher (FDP). «Wer wirtschaftlich und ökologisch denkt, muss einer Erweiterung zustimmen.» Nicht zu vergessen sei der finanzielle Aspekt: «Die Entschädigung der Gasser AG brachte der Gemeinde in den letzten zehn Jahren 960 000 Franken ein. Aktuell erhalten wir 2 Franken pro Kubikmeter. Künftig wird der Betrag höher sein, die Verhandlungen laufen.»

Dem Solidaritätsgedanken kann Liniger von der IG nicht viel abgewinnen: «15 Jahre Deponie sind genug, wir haben unsere Pflicht getan.» Ein IG-Mitglied sei Direktanstösser. «Wir werden den Rechtsweg bestreiten.» Bis dato ist auf der Gemeinde noch keine Einsprache eingegangen.

Die turbulenten Anfänge der Deponie in Buchs

Die Deponie Hächlerenfeld in Buchs wird seit 2006 von der Firma Gasser AG betrieben. Buchs, heute ein Ortsteil von Dagmersellen, war bis Ende 2005 noch eine eigenständige Gemeinde. Die Anfänge der Deponie waren turbulent: Das Resultat der ersten Gemeindeversammlung vom 13. Mai 2002 über die Umzonung der Landwirtschafts- in die Deponiezone endete mit 50 gegen 50 Stimmen unentschieden. Die Versammlung wurde wiederholt, mit dem Ergebnis, dass am 1. Juli 2002 die Umzonung mit 61 gegen 60 Stimmen knapp gutgeheissen worden ist.

Später zeigte sich: Eine Vorlage gilt laut Stimmrechtsgesetz bei gleich vielen Ja- und Nein-Stimmen als abgelehnt. Mit anderen Worten: Die Buchser hatten einmal die Umzonung abgelehnt, sie aber bei der zweiten Abstimmung angenommen. Die Deponie-Gegner versuchten schliesslich mittels Gemeindeinitiative, die umstrittene Umzonung rückgängig zu machen – scheiterten dann aber am Verdikt der Stimmbürger an der Versammlung vom 25. April 2003. (fi)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.